Trolls (Filmkritik)

Trolle sind für die Bergens eine Delikatesse, denn die bunten Zwerge sind für sie das einzige Mittel um Glück zu empfinden. Doch es gelingt den Trollen ihren Kidnappern zu entkommen. Jahre später schmeißt Prinzessin Poppy (Anna Kendrick) eine riesige Party durch die die Köchin der Bergens (Christine Baranski) auf sie aufmerksam wird und einige Trolle entführt. Nun ist es an Poppy und Branch (Justin Timberlake) die Geiseln zu befreien…

Hey, kannst du dich an den Film über Legos erinnern? – Ja. – Das gleiche könnten wir doch mit anderem Spielzeug machen. – Aber welches? – Ich kann mich erinnern, in meiner Kindheit (1980) mit Trolls gespielt zu haben. – Mir fällt eh grad nix anderes ein. Ist gekauft!

So oder ähnlich begann wohl die Idee zu diesem Film und ich kann mir wirklich nicht erklären, warum man einen Film über ein aus der Mode gekommenes Spielzeug machen musste. Fast könnte man meinen, eine 1,5 Stunden lange Werbung zu sehen. Ob diese Rechnung aufgegangen ist, kann ich aber nicht sagen.

Musik spielt hier einen großen Part und leider muss ich sagen, dass sie nicht besonders gut gelungen ist. Die Darsteller sind alle begabte Sänger, daher kann ich mir das hier präsentierte Endprodukt nicht erklären. Alles hört sich an, als ob man es 10 mal durch Autotune gejagt hätte und so wirken selbst Songs die im Original echte Ohrwürmer sind, seelenlos.

Während die Konkurrenz-Produkte von Disney und Pixar mit vielschichtiger Handlung und meist einer zum Denken anregenden Message aufwarten können, ist die Handlung hier so simpel, dass Erwachsene wohl wenig Freude mit diesem Film haben werden. Eine Troll-Prinzessin wirft eine riesige Party, wegen der sie entdeckt werden, gefangen genommen und verspeist werden sollen. Um frei zu kommen, müssen sie den Bergens zeigen, wie man ohne Trolle zu essen glücklich werden kann.

Ein wenig wurde ich an die Handlung der Schlümpfe erinnert, wo ebenfalls kleine, bunte Lebewesen gejagt werden. Und obwohl es hier um Leben und Tod geht, bekommt man nie das Gefühl, dass der Film diesen Teil des Plots wirklich ernst nimmt und lässt statt dessen seine Helden unvermittelt in Songs ausbrechen. Hallo, hier werden Trolle gekidnappt! Um gefressen zu werden! Es wäre Zeit für Panik und einen guten Plan. Nicht grenzdebilen Optimismus, wenn man alleine eine Rettungsmission startet.

Weiters lernte man die „Geiseln“ der Bergens nicht wirklich kennen, die zwar alle einen interessanten Look haben, aber keinerlei Persönlichkeit, was schade ist, denn hier hat man einiges an Potential verschenkt. Jeder Funken Spannung wird durch diverse Gags im Keim erstickt und die eigentlich tragische Geschichte von Branch und wie er seine Farbe verlor, wird so auf der Stelle „entschärft“.

Optisch ist „Trolls“ zwar qietschbunt und detailverliebt, doch mir persönlich gefallen die Designs fast aller Figuren nicht sehr. Gerade für einen Kinderfilm finde ich die Bergens extrem gruselig und einfach nur hässlich. Bei den Trollen herrscht zwar optisch viel Abwechslung, doch auch hier gefallen mir die Dinger schlicht und ergreifend nicht besonders. Die Welt rund herum ist ziemlich einfallsreich, wenngleich auch sehr brutal. Wie oft hier in einer Kettenreaktion Tiere von anderen Tieren gefressen wurden, kann ich gar nicht sagen und ich frage mich, wer sowas für einen Kinderfilm als passend befunden hat.

Fazit: Einfach nur blah (sprich mittelmäßig!!!).

Dieser Film bekommt von mir 4,5/10 „ich weiß gar nicht was ich sagen soll“ Punkte.


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