Home – Ein smektakulärer Trip (Filmkritik)

Um vor Feinden in Sicherheit zu sein, schleppt Captain Smek (Steve Martin /Uwe Ochsenknecht) sein Volk, die Boov, von Planet zu Planet – nur um immer wieder festzustellen, dass längst nicht jede Umgebung als Zufluchtsort geeignet ist: Fleischfressende Würmer, Laser-Tintenfische und Lava-Einöden sind schließlich nicht das, was sich die Boovs für ihre neue Heimat vorstellen. Nach einer langen, kräftezehrenden Reise durchs Weltall scheinen die Aliens mit dem Planeten Erde endlich fündig zu werden. Kurzerhand beginnen die Boovs, die menschliche Bevölkerung umzusiedeln.

Als ein Boov namens Oh (Jim Parsons / Bastian Pastewka) aber den Fehler macht, den neuen Aufenthaltsort an die gefürchteten Feinde zu verraten, ist auch in der neuen Heimat niemand mehr sicher. Um sein Missgeschick wieder auszubügeln, begibt sich Oh deshalb gemeinsam mit dem Teenager-Mädchen Tip (Rihanna), das der Umsiedlung entkommen ist, auf eine abenteuerliche Reise um die Welt…

Home

„Home“ basiert auf einem Kinderbuch von Autor Adam Rex, der 2007 „The True Meaning of Smekday“ veröffentlichte. Regisseur Tim Johnson (Antz, Ab durch die Hecke) schuf mit diesem Film keine ganz homogene Mischung von mehreren Themen. So werden eigentlich wenig kindgerechte Themen wie: Alien-Invasionen, möglicher Genozid und die Verbannung der Menschen in eine Art Ghetto. Diese werden verbunden mit einer Art Buddy-Road-Movie. Das sich wie ein roter Faden durch den Film ziehende ist aber ganz kindgerecht das Thema Freundschaft, die alle Hindernisse überwinden kann.

Die Handlung war äußerst kindgerecht, wenngleich wohl Erwachsene die Tragweite der Geschehnisse wohl besser erfassen können als Kinder und deswegen manche Handlungen der Aliens nicht ganz so lustig finden. Dass die Boov es heldenhaft finden, bei Gefahren davon zu laufen, fand ich einen netten Touch und die Krönung war dann ihr inkompetenter Anführer, der von gar nichts Ahnung hatte. Die Boov verstanden auch den Sinn und Zweck einiger menschlicher Errungenschaften nicht und so wurden Fußbälle gegessen, Orangen als Schuhe verwendet und Griller (allerdings ohne Kohle) als Kopfbedeckung genutzt.

Die Filmmusik fand ich persönlich eher mau. Die für den Film Verantwortlichen dachten wohl, es sei ein Geniestreich, im Hintergrund Songs der Synchronsprecher laufen zu lassen, doch dieser Schuss ging nach hinten los. Rihanna (Battleship) und Jennifer Lopez (Boy Next Door) steuerten beide Songs bei, die während des Films belanglos im Hintergrund dahin plätscherten und sich fast wie Fahrstuhlmusik anhörten.

Was mich allerdings gehörig nervte war der Hauptprotagonist, der Alien Oh, beziehungsweise seine Sprechweise. Er wirkte wie eine anstrengende, Nerv tötende Mischung aus Jar Jar Bings und Yoda aus „Star Wars“. Mit Schuld darin ist denke ich auch Bastian Pastewka (Synchronstimme des Roboters Baymax), der in der deutschen Version des Films Oh spricht. Bei den Aliens sah man dann, dass man bei Dreamworks nicht so detailverliebt ist wie etwa bei Pixar, denn sie sahen recht einfach aus und außer ab und zu mal Farbe zu wechseln, war optisch nichts Besonderes an ihnen.

Ganz anders liegt die Sache bei Tip, bei der mich vor allem ihre Haare faszinierten. Oft scheitern Animateure daran, Haare ansatzweise realistisch erscheinen zu lassen, doch hier war ich echt beeindruckt. Tip ist ebenso wie Oh in ihrer Umgebung eine Außenseiterin, was dazu führt, dass sie sich mit Oh anfreundet, der in der Boov-Gesellschaft ausgegrenzt wird. So entsteht eine unwahrscheinliche und höchst ungleiche Freundschaft.

Visuell hat man sich (abgesehen von den eher fad aussehenden Aliens) stellenweise dann doch wieder einiges einfallen lassen. So schwebten etwa die Dinge, die die Boov für nutzlos erklärten in großen Haufen in der Luft herum und die Aliens fliegen in Raumschiffen die aussehen, wie Seifenblasen mit Lenkrad. Der Eiffelturm ist auch nicht mehr an seiner eigentlichen Stelle, sondern schwebt gemeinsam mit einigen anderen Bauwerken in der Luft. Auch die Reise in dem dank Oh fliegenden Auto von Tip kann sich sehen lassen. Ich habe den Film zwar nicht in 3D gesehen, kann mir aber vorstellen, dass sich hier der Aufschlag vielleicht gelohnt hätte.

Fazit: Ein Kinderfilm, in dem nicht ganz kindgerechte Themen verschönt werden und mit einem klassischen Buddy-Road-Movie verbunden werden. Mit „Home“ wurde das Rad nicht neu erfunden, aber Spaß hatte ich dennoch.

Dieser Film bekommt von mir 6,5/10 smektakuläre Empfehlungspunkte.


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