Tremors 5 – Bloodlines (Filmkritik)

Burt Gummer (Michael Gross) ist zurück. Er hat jetzt seine eigene Überlebensshow. Allerdings ist er nicht allzu bekannt und hat nicht allzu viel Erfolg. Das kann man ändern, wie Travis B. Welker meint. Der Jungspund will Burt nämlich dazu überreden, nach Süd-Afrika zu reisen, um eine dort entdeckte „Raketenwurm“-Spezies zu untersuchen … äh, naja, nein. Eigentlich um das Ding zu erlegen, mächtig viel Kohl zu schaufeln und berühmt zu werden.

Allerdings kommt es dann halt doch wieder anders als erwartet …

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Das war ja eine Überraschung. Nachdem die Macher bei „Tremors 4“ zurück in den Wilden Westen gingen und die Vorgeschichte erzählten, war ich eigentlich der Meinung zum Thema „Rakentwürmer“ sei alles gesagt. Scheinbar doch nicht, denn Teil 5 der Reihe geht handlungstechnisch nach Teil 3 weiter. Burt Gummer, unser aller liebster Waffennarr, ist noch immer irre und lebt für seine Ballermänner. Doppelt tragisch natürlich, als er erfährt, dass er in Südafrika seine Wummen nicht importieren darf. Dumme Sache, die ihm der junge, halbstarke und pseudocoole Travis da eingebrockt hat.

Ein Blick auf die Drehbuchschreiber hinter der Story und generell auf die Crew hinter der Kamera verrät eine gröbere Änderung: S. S. Wilson, der bei den ersten vier Teilen das kreative Mastermind war, ist nicht mehr dabei. Das kann da ja wohl nur in die Hose gehen, nicht? In diesem Fall kann ich Entwarnung geben, denn auch wenn Teil 5 wenig bis nichts Neues bringt, so ist er dennoch ein durchaus sehenswerter Beitrag zur der Reihe.

Das liegt natürlich wieder einmal an Michael Gross, der Burt Gummer wohl mittlerweile im Schlaf spielen kann. Der aus „Familienbande“ (ja, die Serie von 1982, die Michael J. Fox zum Star gemacht hat) bekannte Schauspieler spielt Burt Gummer nicht mehr, er „ist“ Burt Gummer. Der Mann hat die Gestik, Mimik und – vor allem – die Art zu sprechen von Hr. Gummer so dermaßen perfekt drauf, dass es fast wehtut. Da können die anderen Kollegen in dem Film natürlich nur gemäßigt mithalten, was auch daran liegt, dass Burt bereits seit vier (bzw. drei, wenn man den Charakter aus Teil 4 tatsächlich als „Vorfahren“ sehen will) Filmen bekannt ist, während die anderen erst vorgestellt werden.

Jamie Kennedy als Travis B. Welker passt gut zu Burt Gummer und ergänzt ihn um ein paar Facetten. Zu Beginn gleicht er dem Sidekick aus dem dritten Teil, schafft es aber im Laufe des Films dem Charakter ein paar Seiten abzugewinnen, die ihn dann doch sympathisch machen und dem man gönnt, wie der Film ausgeht. Kennedy ist wohl am ehesten aus der doch bekannten „Scream„-Reihe bekannt, denn dort spielt er in allen drei Teilen den Nerd Randy. Die Rolle fand ich witzig, auch wenn der Darsteller mir nicht in Erinnerung geblieben ist. Das wird sich vermutlich auch mit „Tremors 5“ nicht ändern, dazu ist die Rolle (als auch der Film) zu wenig einprägsam.

Natalie Becker (als Love-Interest) ist eine emanzipiert Frau, die durchaus auch selbst auf sich aufpassen kann und auch mal zur Waffe (in ihrem Fall ein Bogen) greifen kann um sich zur Wehr zu setzen. Damit erfüllt sie nicht das alte Klischee, des zu rettenden Dummchens, sondern das neue Klischee, dass eine Frau ein Mann ist, der nur ein wenig anders (meistens sexier) aussieht. Tja. Trotzdem glaubt man ihr die (Willens)Kraft und generell ist ihre Figur sehr sympathisch. Kennen dürften B-Movie-Fans sie aus „Scorpion King 2: Rise Of A Warrior“ in der Rolle der Astarte.

In Summe betrachtet ist „Tremors 5: Blutlinien“ eine gute Fortsetzung, die Fans – wenn sie nichts bahnbrechend Neues erwarten, sondern zufrieden sind Burt Gummer wieder einmal zu sehen – zufrieden stellen sollte. Wenn – der nicht existierende – „Indiana Jones 4“ diess Niveau gehabt hätte, wären wir alle viel zufriedener gewesen, glaubt mir. Die Drehbuchautoren William Truesmith und John Whelpley (der auch bereits bei Teil 3: Back To Perfection“ am Drehbuch beteiligt war) haben ihre Sache in Anbetracht der Umstände gut gemacht und Don Michael Paul, eigentlich Schauspieler aber auch Regisseur (unter anderen von „Lake Placid: The Final Chapter“ oder „Jarhead 2: Field Of Fire“), setzt die ganze Sache souverän in Szene. Da hatte ich mir weniger erwartet. Witzig, dass von Don Michael Paul bald „Kindergarten Cop 2“ kommt (mit Dolph Lundgren).

„Tremors 5: Blutlinien – Bloodlines“ bekommt von mir 7,5 von 10 möglichen, die Reihe angenehm flott fortsetzende, Punkte.

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