Hail, Caesar! (Filmkritik)

Capitol Pictures feiert mit Schauspielern wie Hobie Doyle (Alden Ehrenreich) einen Erfolg nach dem anderen – bis unter mysteriösen Umständen Megastar Baird Whitlock (George Clooney) während den Dreharbeiten für den Monumentalfilm „Hail, Caesar!“ spurlos verschwindet. Helfen soll der clevere Eddie Mannix (Josh Brolin), Hollywoods Fixer Nummer eins, für den solche Anliegen absolut nichts Ungewöhnliches sind…

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Nachdem der Trailer relativ nichts sagend war, war ich auf den eigentlichen Film schon sehr gespannt. Die vierfachen Oscar-Preisträger Joel und Ethan Coen gewähren hier quasi einen satirischen Blick hinter die Kulissen großer Filmproduktionen. „Hail, Caesar“ eröffnete die 66. Internationalen Filmfestspiele in Berlin 2016.

Die Coen-Brüder bezeichnen „Hail, Caesar!“ als „vierten Teil unserer Holzkopf-Trilogie“. Zu den anderen Beiträgen der Reihe zählen „O Brother, Where Art Thou?“, „Ein unmöglicher Härtefall“ und „Burn After Reading“.

Ich finde den Film ziemlich belanglos, was für mich vor allem daran liegt, dass „Hail, Caesar“ nicht wie aus einem Guss wirkt, sondern wie eine lose aneinander Reihung von mal mehr mal weniger witzigen Einzel-Szenen, die zwar lustige Momentaufnahmen darstellen, aber nicht notwendigerweise viel miteinander zu tun haben. Eine gute Rahmenhandlung wäre hier von Nöten gewesen, denn hier wirkt sie sehr notdürftig zusammen geflickt und ist noch nicht einmal sonderlich spannend.

Studio-Chef Eddie Mannix wird von Josh Brolin (Sicario) gespielt, der hier quasi das Mädchen für alles ist. Da sucht er einer schwangeren Schauspielerin einen Ehemann, versucht Drehkosten in der Wüste gering zu halten, sorgt für Ersatz-Schauspieler, verhindert Dirndl-Fotos und sorgt nebenbei dafür, dass die Klatschpresse bekommt was sie will. Brolin beschränkt sich eigentlich darauf, ernst und grimmig drein zu schauen, was auf die Dauer recht monoton wirkt.

Alden Ehrenreich (Blue Jasmine) ist der einfältig wirkende Schauspieler Hobie Doyle, der zuerst hauptsächlich Cowboys in seinen Filmen mimt, nun aber auf das Drängen von Mannix hin das Genre wechseln muss, um sein Image zu ändern. Nun soll auf einmal ein Charakterschauspieler aus ihm werden und das obwohl er nicht einmal einen halbwegs verständlichen Satz heraus bringt, weil er einen so starken Akzent hat. Ehrenreich macht seine Sache sehr gut und ich hoffe wir werden von diesem jungen Schauspieler noch mehr sehen.

Baird Whitlock, gespielt von George Clooney (Tomorrowland), ist nicht nur braun gebrannt sondern hat auch so weiße Zähne, dass sie förmlich blenden. Mit Whitlocks Art zu schauspielern könnte man heute nichts mehr anfangen, daher ist es sehr skurril wenn man ihm bei der Arbeit zusieht. Erst in der letzten Szene die er für den Sandalen-Schinken dreht sieht man tatsächliches Talent aufblitzen und versteht letzten Endes, warum der Mann so gehypt wird.

In kleineren Rollen findet man unter anderem Scarlett Johannson (Avengers: Age of Ultron), die als zickige, ungewollt schwangere Meerjungfrau brilliert und Channing Tatum (The Hateful Eight), der in einer großen Tanzszene überzeugen kann und trotz eher wenig Screentime quasi eine Schlüsselrolle inne hat.

Fazit: „Hail, Caesar“ bietet quasi einen Rückblick auf den typischen Hollywood-Kitsch der Nachkriegszeit, der nebenbei auch den Zynismus der Branche verurteilt. Ich persönlich konnte mit dem Film nicht viel anfangen. Auf mich wirkten die verschiedenen Storylines lose aneinander getackert und sorgten so für ein holpriges Filmerlebnis.

Dieser Film bekommt von mir 6/10 abgedrehten Punkten.


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