Joy – Alles außer gewöhnlich (Filmkritik)

Joy (Jennifer Lawrence) lebt in chaotischen Familienverhältnissen. Gemeinsam mit ihren geschiedenen Eltern, ihrer Großmutter, ihren 2 Kindern und ihrem Ex-Mann wohnt sie in einem baufälligen Haus. Doch anstatt deswegen in Selbstmitleid zu versinken, beschließt sie ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen und erfindet einen sich selbst auswringenden Wischmopp. Nun muss sie ihre Erfindung nur noch an den Mann bringen….

Joy

An einen Film, für den die Hauptdarstellerin einen Golden Globe abräumte und eine Oscar-Nominierung erhielt, hat man schon gewisse Erwartungen. Ich erwartete bei der dritten Kollaboration zwischen Regisseur David O. Russell (American Hustle) und Lawrence einen wirklich guten Film zu sehen, muss aber ernüchtert sagen, dass die Performance von Jennifer Lawrence das Beste am ganzen Film war, wenngleich nicht herausragend genug, um einen Golden Globe zu rechtfertigen. Gut ja, aber mehr auch nicht.

Der Film wird sehr holprig erzählt, oft wirkt es als ob ein kleines Stück fehlt und die Zeitsprünge sind meiner Meinung nach eigentlich unnötig. Der Erzählfluss leidet unter abrupten Szenenwechseln und Sprüngen in der Handlung, die das Film schauen trotz der leichten Materie anstrengend machen und das sollte eine Komödie meiner Meinung nach nun wirklich nicht sein. Die Erzählstimme aus dem Off fand ich stellenweise sehr überflüssig und nervend.

Der Film basiert auf der Geschichte von Joy Mangano, einer chronisch unter Geldmangel leidenden Single-Mum, deren Familie ihr immer wieder einmal auf die eine oder andere Art und Weise in den Rücken fällt. Dann kommt ihr mehr oder weniger im Schlaf die Idee zum „Miracle Mop“, ein Produkt, dass sie nach anfänglichen Rückschlägen reich machte.

Jennifer Lawrence (The Hunger Games: Mockingjay 2) ist eine der erfolgreichsten Schauspielerinnen ihrer Generation. Mit gerade einmal 25 Jahren hat sie bereits einen Oscar gewonnen und erhielt nun schon zum vierten Mal eine Nominierung für diesen prestige-trächtigen Award. Sie stellt Joy mit einer Mischung aus natürlich wirkenden Charme und darstellerischem Feingefühl dar und wertet durch ihre Performance den eher durchschnittlichen Film deutlich auf.

Robert de Niro (The Intern) ist zwar ein fantastischer Schauspieler, aber seine Figur verkommt zu einer Karikatur. Jedes Mal wenn er den Mund aufmachte, musste ich mit den Augen rollen und wenn ich so einen Vater hätte, wurde ich mit ihn kein einziges Wort mehr wechseln. Seine Rede von wegen, ich habe dir zu viel Selbstbewusstsein verliehen, darum überschätzt du dich selbst und deswegen scheiterst du und darum bin ich mit Schuld war für mich der emotionale Tiefpunkt des Films.

Joys Halbschwester Peggy, gespielt von Elisabeth Röhm (Mega Shark vs Mecha Shark), scheint einen ständigen Hass gegen Joy zu heben, wobei man als Zuseher absolut nicht nachvollziehen kann warum. Ständig drängt sie sich in den Vordergrund und kann es gar nicht erwarten, sich am Leid ihrer Halbschwester zu ergötzen.

Bradley Cooper (Burnt) war ja bereits in „Silver Linings Playbook“ mit Jennifer Lawrence zusammen auf der Leinwand zu sehen und die beiden sind ein gutes Team. Auch hier haben sie gute Leinwand-Chemie und Cooper ist in einer Rolle als Chef bei QVC sehr sympathisch und nebenbei nett anzusehen.

Fazit: „Joy“ ist ein durchschnittlicher Film, mit einer sehr guten Hauptdarstellerin, die den Film davor bewahrt komplett belanglos zu sein. Die Handlung wirkt sprunghaft und der Film hat einige Längen und hätte sicher 15 Minuten kürzer sein können.

Dieser Film bekommt von mir 5,5/10 gemoppten Punkten


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