Best of Worst Case: Sharktopus vs. Whalewolf (Filmkritik)

Ray Brady (Casper Can Dien) ist ein schwerer, sehr schwerer Trinker. Aber er hat auch ein Boot. Dieses Boot vermietet er hin und wieder. Dieses Mal hat sein Kumpel Pablo (Jorge Eduardo De Los Santos) das Boot für eine Hochzeit verliehen. Leider führt ein kurzer Zwischenfall zu ein paar Opfern. Das Zwischenfall hört auf den Namen Sharktopus. Natürlich glaubt das niemand – außer Francois Tiny (Tony Almont), seines Zeichens Bandenführer und Voodoo-Priester. Auch Rays Ex (Sarodj Bertin), Polizistin, glaubt ihm nicht.

Dann taucht plötzlich ein zweites Wesen auf, eine Mischung aus Wolf und Wal – das sich mit Sharktopus im Stadtzentrum einen Zweikampf liefert bei dem zwar keines der Biester gewinnt, aber die Menge an Menschen im direkten Umkreis der Auseinandersetzung drastisch reduziert. Rasch führt die Spur zu Fr. Dr. Reinhardt (Catherine Oxenberg) und ihrer Assistentin Betty (Jennifer Wenger). Gen-Experimente? Oh, weia.

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Um es von Anfang an klar zu sagen: Der dritte Teil von „Sharktopus“ ist zum einen derjenige, der sich selbst mit Abstand am wenigsten ernst nimmt und gleichzeitig auch am wenigsten gut funktioniert. Kevin O’Neill, der auch beim zweiten Teil „Sharktopus vs Pteracuda“ die Regie über hatte, macht einen grundsoliden Job, geht aber zu sehr auf Nummer sicher und der Film funktionert über weite Strecken zwar, hätte aber an manchen Stellen (Drehbuch, Effekte, Schnitt und Kamera) noch ein wenig mehr Feinschliff vertragen.

Hauptproblem des Films ist (für mich), dass der Film nicht wirklich von Sharktopus handelt, sondern sich viel mehr um den Charakter von Ray Brady und seiner Ex-Freundin dreht, die gemeinsam durch dick und dünn gehen um schließlich wieder (vielleicht) zusammen zu kommen. Eine Nebenhandlung dreht sich dabei um Fr. Dr. Reinhardt, welche Genexperimente macht und einem freiwilligen Versuchskaninchen ein paar DNA-Sachen spritzt, bis dieses mutiert. Und zwar zum Whalewolf. Das führt zu ein paar sehr netten Dialogen (so gibt es ein Zwischenstadium, in welchem der Kerl noch nicht völlig mutiert ist. Er hat Hunger und so bietet ihm Fr. Dr. Reinhardt an, ein Stück aus ihrer Schulter rauszubeißen. Was das Tier auch tut. Fr. Dr. Reinhardt seufzt theatralisch und meint lakonisch: „What don’t we do for science“. Am nächsten Tag kommt übrigens ihre Assistentin und wird an den Whalewolf verfüttert. Warum? Weil es halt grad passt) und absurden Szenen.

Hightlight sind die Versuche von Pablo und Ray sich einen Plan zu überlegen, wie sie an Sharktopus‘ Herz kommen (denn wenn sie das nicht besorgen, dann wird Tiny sie mit seinem Voodoo fertig machen), was letztlich immer in Trinkorgien endet. Die Dialoge zwischen Pablo und Ray sind dabei immer wieder super. Die Mimik von Casper Va Dien („Starship Troopers 3„) ist dabei stets völlig ernst und absolut verzweifelt. Sein Kumpel Pablo ist wohl der beste Kumpel den sich ein Mann wünschen kann und Rays (Ex)-Freundin namens Widow, die Polizistin, so beliebt, das sich sogar die Bösewichter um sie Sorgen machen, als sie mal in Schwierigkeiten gerät.

Alles in allem macht der Film also eigentlich verdammt viel richtig, aber die Tatsache, dass die Monster (aufgrund welcher Leute wie wir uns diese Art Film ja angucken) zur völligen Nebensache verkommen (und noch dazu der finale Kampf absolut kurz und spannungsarm ist) reißt den Spaßfaktor doch ziemlich nach unten. So witzig es ist, dass Van Diens Charakter die ganze Zeit über betrunken ist – ich muss das als Zuseher nicht rund 90 Minten lang vorgeführt bekommen. Was den Film dann doch noch rettet und über Durchschnitt unterhaltsam macht ist das (gewollte) Overacting von Catherine Oxenberg als deutsche Wissenschaftlerin mit extrem gekünstelten Akzent und ihre Beziehung zum Whalewolf, den sie anfangs noch als Haustier hält.

Alles in allem wohl ein Fall bei welchem meine Erwartungshaltung und die Vorfreude mir den Spaß am Film ein wenig verdorben haben. Aber auch ohne Fanboy-Augen muss ich festhalten, dass der – wie bereits erwähnt – größte Fehler hier ist, dass die Monster zur Nebensache verkommen. Dann gesellen sich noch ein paar unsaubere Schnitte und Szenen dazu, die sehr lieblos gemacht wurden und das Resultat ist ernüchternd: Sharktopus hätte sich (gerade nach dem genialen ersten Teil) mehr verdient.

„Sharktopus vs Whalewolf“ bekommt 7 von 10 möglichen, trotz cooler Cast leider stark nachlassende, Punkte.

Best of Worst Case-Urteil (Trashfaktor: Story, Overacting, Effekte):
Unterhaltsam, aber auf eine völlig andere Art als die ersten beiden Teile. Versprüht ein wenig das Flair einer Slapstick-Version eines Trashfilms ohne deren/dessen Charme zu haben. Casper Van Dien und Catherine Oxenberg reißen den Unterhaltungswert ein gutes Stück nach vorn, aber so richtig großartig ist er dann leider doch nicht geworden.

Fazit: Unterhaltsam. Man kann nur hoffen, dass es – sollte es einen weiteren Teil geben – wieder zurück zu den Wurzeln geht.


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