The Quest: Jagd nach dem Speer des Schicksals – The Librarian: Quest for the Spear (Filmkritik)

Flynn Carsen (Noah Wyle) ist professioneller Student. Er hat bereits über 20 akademische Grade, ist über 30 Jahre alt und lebt noch immer bei seiner Mutter. Alles in seinem Leben dreht sich um Geschichte, geheime Sprachen und berühmte Artefakte. Sein soziales Leben kann man dafür guten Herzens als „nicht existent“ beschreiben. Als Flynn von seinem Professor quasi vor die Türe gesetzt wird, damit er endlich sein Leben lebt, weiß er zunächst überhaupt nicht, was er nun mit sich anfangen soll.

Ein Schreiben für ein Vorstellungsgespräch bei einer Bibliothek, reißt ihn schließlich aus seiner Lethargie. Gegen seine Erwartungen erhält Flynn den Job und beginnt damit das Abenteuer seines Lebens. Denn dieser Job ist alles andere als gewöhnlich und verlangt neben Wissen auch den Willen, sich beinahe täglich in Lebensgefahr zu begeben, meistens, um das Wohl der gesamten Menschheit zu sichern.

The Quest- Jagd nach dem Speer des Schicksals - The Librarian- Quest for the Spear

Im Jahre 2004 lief der erste Teil des „Librarian“- Franchise, das aus drei Filmen besteht, unter der Regie von Peter Winther (Dragon Age: Redemption) im Fernsehen. Produziert von Dean Devlin, der gerade auch mit seinem Freund Roland Emmerich an seinen „Independence Day“ Fortsetzungen arbeitet, folgten im Abstand von zwei Jahren dann die weiteren Teile „Das Geheimnis der Königskammer“ und „Der Fluch des Judaskelch„. 2014 erblickte dann die zehn Folgen umfassende erste Staffel der Serie „The Librarians„, in der Noah Wyle seine Rolle auch in vier Folgen wiederholen durfte, das Licht der Fernseh-Welt.

Ich muss nun zuerst zwei Dinge über Fernsehfilme loswerden: erstens haben sie meistens ein geringes Budget und zweitens merkt man mehr als bei Serien aller Arten, wann bei der Ausstrahlung die Werbungspausen eingeschaltet wurden, da die Musik relativ abrupt abbricht und auch der anschließende Schnitt etwas ruppig wirkt, was im TV wegen der Zwangspause aber nicht weiter auffällt. Rein diese beiden Tatsachen rücken diese Produktion dann in DVD-Form schon mehr oder weniger leicht, in die trashige Richtung.

Zunächst aber zum Positiven und das wird in einer Form gelebt, die einfach alles andere weniger wichtig erscheinen lässt. Der größte Grund zur Freude ist nämlich hier die Art der Inszenierung, einfach die allgegenwärtige Sicherheit, dass am Ende alles wieder gut wird. Man fühlt sich ähnlich wie Flynn, der ja innerlich jung geblieben ist, in die Tage der eigenen Kindheit zurück versetzt, als solche Filme/Abenteuer mit übernatürlichen Mächten, noch ohne jeden Sarkasmus für spannende Unterhaltung sorgten.

Hier kommen dann ganz nebenbei das Schwert Excalibur, die Bundeslade oder die Büchse der Pandora vor und der titelgebende mystische Speer ist der eines Römers, der einen gewissen auf einem Kreuz hängenden Herrn damit in die Seite gestochen hat. Wie man sehen kann werden hier sämtliche in der realen und fiktiven Geschichte verankerten Gegenstände aufgegriffen, da die Bibliothek ja dazu da ist, diese Artefakte vor den falschen Händen zu schützen, da sie sonst große Macht verleihen würden und somit klar auch großen Schaden.

Die CGI-Effekte sind besonders in diesem ersten Teil wirklich schlecht geraten und wirken so unecht, dass es fast schon wieder lustig ist. Highlight ist dabei die Szene mit der Hängebrücke die einstürzt, einen eindeutiger als hier als Bluescreen erkennbaren Hintergrund, findet man höchstens bei den Trashperlen der Firma Asylum. Aber wie bereits erwähnt, das stört insgesamt nur wenig sondern passt irgendwie sogar zur fröhlichen Inszenierung, zumindest nachdem man sich daran gewöhnt hat.

Schauspielerisch ist dies klar eine Noah Wyle (Emergency Room, Falling Skies) Show. Als Flynn ist er nicht nur sehr sympathisch, obwohl er so brillant ist und leicht überheblich wirken hätte können, nein, er ist auch noch richtig liebenswert schusselig, besonders was seinen Umgang mit Damen betrifft, auf die er ein Auge geworfen hat. Was in diesem Fall Sonya Walger (Flash Forward) ist, die schlagkräftig und smart eine ziemlich starke Lady darstellt. Kyle MacLachlan (Agents of Shield) ist dafür schleimig arrogant als machtbesessener Bösewicht, während Kelly Hu (X-Men 2) als seine Handlangerin, als Fan des Librarian, eigentlich auf der falschen Seite kämpft.

Insgesamt daher ein lockerer Start für Flynn Carsen, der uns gekonnt leicht zu unterhalten weiß und den nötigen Charme zu gleichen Teilen aus dem souveränen Einsatz seines Wissens und seiner ständigen Überforderung mit den gefährlichen Parts seiner Aufgaben zieht. Für Zwischendurch für Fans von anspruchsloser Fantasy eine klare Empfehlung, da der infantile Wohlfühlfaktor, hier wirklich allgegenwärtig spürbar ist.

„The Quest: Jagd nach dem Speer des Schicksals“ bekommt von mir 6,5/10 über sich hinaus wachsende Empfehlungspunkte.

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