Kommissar Taler gegen den Trauner Teufel (Filmkritik)

Christian Taler (Alexander Knaipp) ist der jüngste Kommissar in Traun. Heute ist der Tag, an dem Christian seine neue Kollegin Angela zugeteilt bekommt und ihre erste gemeinsame Ermittlung könnte schwerer kaum sein, denn immerhin wurde in den Traunauen ein erhängter Mann gefunden – der Saga nach, wurde an genau diesem Tag im Jahr ein alter Bauer vom Teufel erhängt.

Nun stellt sich die Frage, ob die Jugendlichen im Dorf, die diesen Tag immer mit einer Gruselparty feiern, etwas damit zu tun haben, oder ob es sich nicht doch um ein geschickt geplantes Ablenkungsmanöver handelt.

Taler_Zeiser_Angela

Gleich mal vorweg – Hut ab vor Alexander Knaipp (Hauptdarsteller, Drehbuch) und Victoria Halper (Regie), denn die beiden haben den gut 60minütigen Film (fast) allein auf ihren Schultern gestemmt, eine große Truppe in internationaler Besetzung um sich gescharrt und den Film gemeinsam produziert.

Alexander Knaipp, vor allem bekannt als Theaterschauspieler (Linzer Kellertheater, Theater im Schloss Traun) und Victoria Halper (Schauspiel-Coach), haben sich bei ihrer Idee einen Trauner Krimi zu drehen, Verstärkung aus dem In- und Ausland geholt. So treten unter anderem Tina Winkler als Polizisten Angela Reiter, sowie Tobias Kerschbaumer als Polizist Zeiser auf und sogar Margit Holzhaider gibt sich ein kurzes Stelldichein als Christian Talers Mutter.

Hinter den Kulissen tummeln sich unter anderem Shoshana Rae Stark („Fashion And The City“-Serie) und Paul Gillingwater (ebenfalls „Fashion And The City“) als Kamerateam, sowie der unseren Lesern aus „Müll – der (einzig wahre) Trashfilm“ bekannte Oliver Jungwirth als Dramaturg, Skript-Doktor und Assistent der Produktionsleitung.

In Summe wirkt „Kommissar Taler gegen den Trauner Teufel“ wie aus einem Guss und nach den rund 60 Minuten, die der Film dauert, kann man nur festhalten, dass die Zeit wie im Flug vergangen ist. Die Regie von Victoria Halper, die hier das erste Mal bei einem großen Projekt die Zügel in die Hand nahm, wirkt zum großen Teil routiniert. Die Animationen – gerade der Teil als von einem angenehm gruseligen Daniel Pascal (als Gerichtsmediziner Günther) die Sage vom Trauner Teufel erzählt wird – sind fabelhaft, und das Schauspiel ist mal mehr mal weniger in Erinnerung bleibend, was weniger an den SchauspielerInnen als an den Figuren liegt, die sie spielen.

So schaffen es zum Beispiel Daniel Pascal als Gerichtsmediziner und Tobias Kerschbaumer als Polizist Zeiser, mühelos ein nahezu perfektes Comedy-Timing auf die Beine zu stellen, während Alexander Knaipp als Taler doch die meiste Zeit über seriös und nachdenklich bleiben muss, genauso wie seine neue Kollegin Angela (Tina Winkler) sich die meiste Zeit über ihren neuen Boss ärgern darf, da er immerzu vergisst, dass es da eine Kollegin gibt, die er eigentlich einschulen soll.

Alles in allem bringt „Kommissar Taler“ wenig wirklich Neues, sondern eine altbewährte Mischung aus „Der Bulle von Tölz“ und so ziemlich allen anderen bekannten Krimiserien, die in deutscher Sprach gedreht wurden, sogar eine kleine Brise „Columbo“ (RIP Peter Falk) darf sich blicken lassen. Was diesbezüglich allerdings wirklich positiv auffällt, ist, dass im Vergleich zu den „klassischen“ österreichischen Produktionen hier definitiv die richtigen Leute beisammen waren, denn solche Peinlichkeiten wie die Tatorte mit Hr. Krassnitzer oder ähnlich „billige“ österreichische Produktionen (in denen von 10 SchauspielerInnen eine einzige Person spielen kann) – da geht der neue Herr Kommissar klar als Gewinner hervor.

Sicher, es gibt kleinere Schnitzer, es gibt kleinere Mängel, es gibt Spielraum nach oben und manche Filmzitate (An wen erinnert der Zeiser nur? Oder Christian Talers Mutter?) sind ein wenig aufs Auge gedrückt, aber das kann man als nette Hommage abtun und dem Team nur die Daumen drücken, dass es weitergeht, denn soweit man gehört hat, soll „Kommissar Taler“ der erste Teil einer längeren Reihe werden.

Wenn es also das Ziel war die Figuren vorzustellen und die ZuseherInnen mit den Charakteren und der Story-Welt bekannt zu machen, so kann ich nur sagen: Glückwunsch, es hat funktioniert. Also kann man sich das nächste Mal wirklich auf das Rundherum konzentrieren – man darf also gespannt sein, was noch kommt.

„Kommissar Taler gegen den Trauner Teufel“ bekommt 7,5 von 10 möglichen, die erste Trauner Krimikomödie mit einem super Lebenszeichen zur Welt bringende, Punkte.


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