The Frankenstein Theory (Filmkritik)

Jonathan Venkenheim hat ein Problem. Seine Karriere ist am Ende und er wird von seinen wissenschaftlichen Kollegen ausgelacht. Der Grund dafür ist eine Theorie, die er aufgrund seiner Familiengeschichte aufgestellt hat. Denn Venkenheim ist ein direkter Nachfahre von Viktor Frankenstein, der das Frankenstein Monster erschaffen hat. Und Venkenheim glaubt, dass dies keine Legende ist, sondern die Wahrheit.

Also heuert Jonathan eine Gruppe von Dokumentarfilmern an, damit diese eine Dokumenation über ihn drehen. Sie brechen auf in die Kälte des Nordens, denn dort – so ist Venkenheim überzeugt – ist die Kreatur zu finden, die beweist, dass die Legende mehr ist als nur eine Geschichte.

the-frankenstein-theory-movie

Wie es an der Beschreibung des Films unschwer zu erkennen ist – es handelt sich um einen Found Footage-Film und wir sehen die Geschehnisse nur durch die AUgen der Filmcrew. Das Produzententeam hinter „The Frankenstein Theory“ ist das gleiche wie hinter „The Last Exorcism“ und auch die Machart des Films ist ziemlich genau die gleiche. Damit enden die Gemeinsamkeiten allerdings schon wieder. Ich dachte, ich sehe mir diesen Film an, denn „The Last Exorcism“ hat mir tatsächlich gut gefallen, aber um etwaige Erwartungen gleich mal zu dämpfen: „The Frankenstein Theory“ ist ein schlechter Vertreter des Found-Footage-Genres.

Für meinen Geschmack lässt der Film den Hauptakteuren der Geschichte zu wenig Raum, bzw. lässt denen zu viel Raum, die mich als Zuseher ziemlich wenig interessieren. So ist zum Beispiel der gute Jonathan Venkenheim, gespielt von Kris Lemche, eine eher unsympathische Figur, mit der ich den ganzen Film lang nicht wirklich warm wurde. Mir fällt es immer noch schwer zu sagen, ob die Rolle jetzt schlecht geschrieben oder schlecht gespielt ist – letztlich aber auch irrelevant, denn es macht einfach keinen Spaß Lemche/Venkenheim zuzusehen. Das Dokumentationsteams kommt hingegen besser weg, allen voran die Interviewerin und Reporterin Vicky Stephens (Heather Stephens, „Messengers 2: The Scarecrow“), die sympathisch wirkt und in allen ihren Szenen eigentlich die größere Präsenz hat.

Auch Karl McCallion, gespielt von Timothy V. Murpy („Shallow Ground“, „Lone Ranger„), als Führer durch das Eis macht einen guten Job, wenn er die Leute vor den Wölfen warnt oder die kurz angebundene Art wie er „seine“ Truppe herumkommandiert. Ein bisschen furchteinflößend der Typ, aber definitiv jemand, bei dem man sich vorstellen kann, dass der Kerl in den verlassenen, kalten Regionen Kanadas gut zurecht kommt.

Das Drehbuch andererseits macht ein paar Schlenker und bietet nichts Unerwartetes. Das kann man/frau jetzt super finden oder langweilig, in jedem Fall ist es beliebig. Da gibt es die Augenzeugen, die interviewt werden (und klarerweise nicht unbedingt zurechnungsfähig sind), dann sind da die Wölfe, die nachts um das Zelt herumstreunen und heulen und den klassischen „Im Namen der Wissenschaft – wir können nicht zurück! Das ist ein Riesendurchbruch!“-Monologen.

Keine Ahnung, warum das Team hinter „The Last Exorcism“ dachte, dass es damit durchkommt – wobei „Team“ vielleicht übertrieben ist, denn tatsächlich stehen hinter „The Frankenstein Theory“ völlig andere Leute als bei „The Last Exorcism“ – ich habe defakto niemanden gefunden, der an beiden Filmen gearbeitet hat. Vielleicht ein Lichttechniker, keine Ahnung, aber lasst euch von dem Slogan nicht täuschen.

Letztlich ist „The Frankenstein Theory“ ein zahmer Abklatsch von anderen Filmen, allen voran von „Blair Witch Project“, von dem es sogar ein paar Kameraeinstellungen klaut. Der Film an sich ist okay, allerdings ist er absolut austauschbar und beliebig, was die Sache halt nicht unterhaltsamer macht. Und die Zeiten, in denen „Found Footage“ als innovativ galt sind ohnehin vorbei.

Für mich ist „The Frankenstein Theory“ der armselige Versuch mit dem Namen eines anderen, bekannteren (und weit besseren) Films rasch Geld zu machen (teuer kann er nicht gewesen sein). Tut mir leid, das ging daneben.

„The Frankenstein Theory“ bekommt von mir 4 von 10 möglichen, im eisigen Kanada nach Frankensteins Monster suchenden“ Punkten.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.