The Colony (Filmkritik)

Im Jahre 2045 haben die überlebenden Menschen Zuflucht in verschiedenen Untergrundbunkern gefunden. Vor vielen Jahren, natürlich waren wir Menschen zu einem großen Teil daran selbst Schuld, hat die Eiszeit angefangen und der Schnee ist seitdem nie wieder verschwunden. In der Untergrund-Kolonie 7 hat der Exsoldat Briggs (Laurence Fishburne) die Führungsposition eingenommen und er hat mit einigen Problemen zu kämpfen.

Neben der negativen Grundstimmung gefährden vor allem an Grippe erkrankte Mitglieder den Rest der Gruppe und Briggs Stellvertreter Mason (Bill Paxton) greift zu immer radikaleren Mitteln, um für Sicherheit zu sorgen. Als von der benachbarten Kolonie 5 ein Hilferuf eingeht, macht sich Briggs zusammen mit Sam (Kevin Zegers) und Graydon auf, um ihnen zu Hilfe zu eilen. Was sie jedoch finden gefährdet nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch bald das ihrer verbliebenen Freunde und Verwandten.

The Colony Film Laurence Fishburne Kevin Zegers

Regie bei dieser kanadischen Produktion führte Jeff Renfroe, der auch das Drehbuch verfasst hat und sich mit seiner Produktion offiziell vor seinen Kindheitsklassikern – „Alien“ und „The Thing“ verbeugen wollte. Wahre Begeisterung löste das daraus resultierende Endergebnis bei mir zwar nicht aus, aber zumindest weiß ich jetzt, dass Kanada um 16 Millionen Dollar einen sehr ordentlich aussehenden Film produzieren kann, der in Amerika wohl sicherlich das doppelte gekostet hätte.

Auch wenn die CGI- Schnee/Eiseffekte nicht immer 100 prozentig überzeugend aussehen vermittelt der Film vor allem eines, dieses eiskalte und hoffnungslose Gefühl der Isolation und Gefangenschaft, zu der Mutter Natur die hier verbliebenen Menschen verdammt hat. Natürlich sind wir daran im Grunde wieder mal selber Schuld und gleich am Anfang wir man auch darauf aufmerksam gemacht, dass die wahre Gefahr für die Kolonien, von den Mitgliedern selber ausgeht.

Obwohl ich gewollte Referenzen auf zahlreiche andere Filme oft gerne sehe, wirkt in diesem konkreten Fall doch alles etwas zu sehr bekannt und vermittelt stark den Eindruck, dass hier etwas zuviel woanders geklaut wurde und dies als künstlerischer Anspruch verkauft werden soll. Erschwerend kommt auch noch hinzu, dass hier doch ein paar zuviel Klischees vertreten sind und die Charaktere eher wie Abziehbilder von bekannten Figuren wirken und man daher um die meisten nicht wirklich Angst hat.

Ein Totalreinfall ist „The Colony“ nun aber sicherlich auch nicht geworden, zu stark agieren hierfür die Darsteller und die Atmosphäre ist durchgehend spannend genug, so dass man bis ans Ende gut unterhalten wird, wenn man nicht zuviel nachdenkt versteht sich. Nach der ersten Filmhälfte, die die Hauptfiguren und deren unlustigen Alltag zeigt, kippt das Ganze dann gegen Ende, die Geschwindigkeit nimmt deutlich zu und plötzlich ist auch schon wieder alles vorbei.

Sich gegen zu Kannibalen mutierte Menschen durchzusetzen, ist ja auch wirklich ein hektisches Unterfangen und irgendwie muss man ja die beim Zuschauer möglicherweise aufkeimende Langeweile, wieder wegblasen. Da wird die Gewaltschraube um einiges schneller gedreht, der Bodycount ist ziemlich hoch und zum Durchschnaufen kommt man bei all dem Gegrunze und Zähne fletschen sowieso nicht mehr. Ein abruptes, blutiges Ende folgt, wo danach wie sooft nur die Hoffnung bleibt, doch die reicht ja gar nicht mal so selten, um weiter machen zu können.

Von den Schauspielern überzeugt vor allem Kevin Zegers (Chroniken der Unterwelt – City of Bones) in seiner Rolle des von Kindheit an traumatisierten Helden und Laurence Fishburne (Hannibal) mimt wieder mal völlig glaubwürdig den weisen, erfahrenen Anführer. Bill Paxton (Haywire) hingegen darf feig, egoistisch und machthungrig agieren, er hat für mich fast die interessanteste Rolle abbekommen.

Insgesamt ist dies also ein ziemlich durchschnittlicher Actionthriller, zusammengesetzt aus bekannten Versatzstücken – Naturkatastrophenfilm trifft auf die daraus resultierenden, menschlichen Abgründe gepaart mit Elementen eines Zombieabenteuers – was am Ende einen erwartungsgemäß ablaufenden Film ergibt, der aber durchaus auch seine Momente hat und trotz seiner zahlreichen Mängel vor allem eines besitzt und das ist Charme (natürlich der von der eiskalten Sorte).

„The Colony“ bekommt von mir 5,5/10 eiskalt Menschenfleisch konsumierende Empfehlungspunkte.


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