Grabbers (Filmkritik)

Eine kleine, beschauliche Insel vor der Küste Irlands, auf der das ganze Jahr über so gut wie überhaupt nichts passiert, wird plötzlich von Blut trinkenden Aliens heimgesucht. Gut dass der zuständige Gesetzesvertreter Ciaran O´Shea (Richard Coyle) ständig am Alkohol trinken ist, denn so erkennt er bald, dass eine hohe Promille Anzahl im Blut, für die außerirdischen Biester tötlich ist. Zusammen mit der neuen Kollegin Lisa Nolan (Ruth Bradley), die in ihrem Leben noch nie betrunken war, muss Ciaran nun die hochprozentige, für manche wohl letzte Party ihres Lebens organisieren, bevor am nächsten Tag Hilfe vom Festland eintreffen kann, natürlich ohne dabei durch unnötige Details, eine Massenpanik auszulösen.

Grabbers

„Grabbers“ ist ein irischer Monsterfilm, mit klarem Schwerpunkt auf der komödiantischen Seite und einem geringen, aber durchaus effektiven Horroranteil, der sich vor allem auf herumkugelnden Köpfe konzentriert. Regie führte Edgar Wright, der bereits mit „Tormented“ einiges an Genreerfahrung tanken konnte. Sein neuester Film nun hat Charme, macht Spaß und sieht gut aus, doch es schummeln sich auch einige Längen in die Handlung hinein, die aus einem möglicherweise großartigen Erlebnis, leider nur einen gehobenen Durchschnittsfilm machen.

Der Riesenpluspunkt hier kommt durch den irischen Humor, der einfach funktioniert. Trockene Sprüche, abgefahrene Situationskomik und eine zum Schmunzeln anregende Ausgangslage sind unterhaltsam genug, um den ganzen Film über immer wieder für breites Grinsen zu sorgen. Dazwischen wird aber einfach zuviel geredet und es passiert zu wenig, denn die Charakterentwicklung ist hier von Anfang an klar (also zum Beispiel wer sich nahe kommen wird bzw. wer nicht überleben wird), man hätte hier leicht auch schneller zum Punkt kommen können.

Aber es gibt ja auch noch die Actionszenen, mit den sehr gut getricksten Aliens. Der riesige Papa, der mit seinen Tentakeln meterweit seine Opfer einfangen kann, die kleineren Exemplare, die wie die „Facehugger“ aus den Alien Filmen, gerne Menschen ins Gesicht springen und dann wären da noch die lieben Babys, die putzige Geräusche von sich geben und die man am Besten wegkicken sollte, solange sie sich noch nicht irgendwo festgebissen haben. Angelehnt an zahlreiche andere filmische Alienerscheinungen, fühlt man sich so als Zuschauer zu Hause, da man sich Tentakel schwingende Mistviecher eben genau so vorstellt.

Die Darsteller füllen durch die Bank mit viel Spielfreude ihre Rollen aus, hervorheben muss ich aber Richard Coyle (5 Days of War) und Ruth Bradley (Primeval), bei denen die Leinwand-Chemie einfach stimmt. Er als grantiger Alkoholiker, der trinkt seit ihn seine Frau verlassen hat. Sie als übereifrige für die Arbeit lebende Singledame, die ständig davor davonlaufen muss, dass sie außer ihrem Job nichts im Leben hat, was ihr irgendeinen Sinn gibt. Diese beiden zusammen zu beobachten ist schön und irgendwie liebenswert, natürlich ist dabei von Anfang an klar, dass sie sich im Laufe der Story näher kommen werden.

Die Schauspieler passen also, die Effekte sind gut, der Humor funktioniert, die Musik ist herrlich altmodisch und erinnert sofort an älter Filme mit achso bösen Alienmonstern. Ich hätte diesen Film echt gerne super gefunden, doch leider fehlt bei all den tollen Zutaten am Ende doch irgendwie das gewisse Etwas. Zu zahm irgendwie und das starke Grundpotential nicht voll ausreizend. Eine schnellere Erzählweise wäre in meinen Augen hier besser gewesen und so wären auch ein paar unnötige Längen umschifft worden. Wer Horrorkomödien schätzt und die Späße der Iren zu schätzen weiß, der ist hier aber trotzdem genau richtig. Leichte Unterhaltung eben, die von allen Beteiligten gut gemacht wurde.

„Grabbers“ bekommt von mir 7/10 die Gefahren und gleichzeitig den Nutzen von Alkohol, auf eine neue Art und Weise präsentierende Empfehlungspunkte


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