Skylanders Giants (Game-Review)

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Der erste Teil von Skylanders war ein großer Schritt in eine neue, spannende Richtung. Denn immerhin hatte es zuvor keine vergleichbare Kombination aus Videospiel und „echten“ Spielfiguren gegeben. So wusste „Skylanders: Spyro’s Adventure“ nicht nur am Bildschirm mit einem witzigen und klugen Gameplay zu überzeugen, sondern auch mit liebevoll und detailliert gestalteten Plastik-Charakteren, die bei Jung und Alt das Sammelfieber auslösten. Jeder hatte nicht nur eine Lieblingsfigur, sondern mindestens drei. Und nicht wenige Spieler kauften sich das Equivalent eines Wagenparks zusammen, um einen Skylander nach dem anderen hochzuleveln.

Ziemlich genau ein Jahr später ist jetzt „Skylanders Giants“ da, das nahtlos dort weiter macht, wo der Erstling geendet hat. Der Bösewicht Kaos meldet sich zurück und auch bei den Freunden der Skylanders trifft man mit Flynn, dem selbstverliebten Captain, Cali, der vom Captain so sehr adorierten Lady, und der Upgrade-Elfe Persephone auf alte Bekannte. Ganz zu schweigen von Eon, der wie gehabt als Fremdenführer auftritt und die Handlung moderiert. Erfreulicher Weise ist die Mischung aus Humor und Hirn auch in „Giants“ präsent. Der (oft relativ junge) Spieler kann so in eine durchdachte Welt eintauchen, die auf den ersten Blick relativ einfach gestrickt wirken mag, bei längerem Hinsehen aber eine große Tiefe entfaltet – mehr noch sogar als beim ersten Teil von „Skylanders“.

Natürlich gibt es auch Neues in „Skylanders Giants“. Da wären zunächst einmal die neuen Figuren (hier ein Link zu einer Übersicht), allen voran die Riesen. Pro Element ist jeweils ein „Giant“ erhältlich, und wie die Bezeichnung nahelegt, sind Tree Rex, Eye-Brawl, Swarm und Co. fast doppelt so groß wie die übrigen Skylanders. Sie haben zudem besondere Fähigkeiten und können etwa schwere Steine aufheben oder sich Wege durch Falltüren bahnen, die den kleineren Figuren verschlossen bleiben. Eine tolle Eigenschaft der physischen „Giants“ ist, dass sie eingebaute LEDs haben und aufleuchten, wenn sie aufs Portal gestellt werden. Dass die Skylander zahlreicher geworden sind, liegt aber nicht nur an den Riesen. Denn auch bei den normalgroßen Figuren ist das Sortiment um acht Köpfe umfangreicher geworden, wieder ist es ein zusätzlicher Skylander pro Element.

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Und noch ein Novum ist mit „Skylanders Giants“ einher gegangen, das um die Spielfiguren kreist. Hier wird’s ein wenig kompliziert. Man muss nämlich genau genommen zwischen vier verschiedenen Figurentypen unterscheiden: 1. Wer bereits Figuren aus dem ersten Spiel besitzt, kann diese weiterhin verwenden – samt den erspielten Upgrades. 2. Alle Figuren aus dem Erstling wurden neu aufgelegt. Sie sehen nun physisch anders aus (also die Plastikfigur) und können lediglich teilweise in „Skylanders: Spyro’s Adventure“ verwendet werden, sofern jemand „in der Zeit zurückgeht“. Diese „Series 2“-Figuren lassen sich nicht nur bis Stufe 10, sondern bis Stufe 15 hochleveln. 3. Pro Element ist eine Figur zusätzlich als „Lightcore“-Ausführung zu haben, die wie die Riesen mit eingebauter Lichtquelle versehen sind. Insofern sind daher acht Figuren in gleich zwei (und manchmal sogar drei mit der Serie-1-Version) Varianten erhältlich. 4. Die Giants, wie erwähnt.

Das Gameplay ist dem von „Spyro’s Adventure“ extrem ähnlich, was aber keine schlechte Sache ist. Die Hauptgegner sind etwas schwerer geworden, dafür stehen nun drei verschiedene Schwierigkeitsstufen zur Auswahl. Merklich aufgebessert haben die Entwickler die Zwischensequenzen, die nun auch mit gerenderten Szenen aufwarten und ein bisschen in Richtung Pixar-Look gehen. Dass die Spielfiguren nicht springen können, bleibt auch in „Skylanders Giants“ als Beschränkung aufrecht – genauso, wie es nach wie vor keine Kamera gibt, die mit dem rechten Controller-Stick gesteuert würde. Doch in beiden Fällen gewöhnt sich der Spieler schnell an die Limitationen, zumal sie den Spielspaß in keiner Weise schmälern.

Stichwort Spielspaß: Der ist in „Skylanders Giants“ ungebrochen extrem hoch. Das Konzept, zwischen realer und virtueller Welt hin- und herzuwechseln, sprich: Figuren auszutauschen und auf dem Bildschirm zum Leben zu erwecken, ist so altbewährt wie genial und einnehmend. Nicht ohne Grund war der erste Teil ein sehr solider Hit, und solange angesichts der teils doppelt und dreifach vorhandenen Figuren nicht allzu viele Eltern gegen die Sammelleidenschaft ihrer Sprösslinge zu rebellieren beginnen, wird auch „Giants“ zu Weihnachten für viele lange Wunschlisten sorgen.

Wir geben „Skylanders Giants“ 9 von 10 Punkten.


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