Horsemen (Filmkritik)

Polizist Aidan Breslin (Dennis Quaid) stürzt sich seit dem Krebstod seiner Frau in die Arbeit. Seine beiden Kinder vernachlässigt er soweit, dass die Erziehung seines jüngeren Sohnes Sean (Liam James), der ältere Bruder Alex (Lou Taylor Pucci) übernommen hat. Da passiert auch schon ein mysteriöser Mordfall, der ihn davon abhält, über sein eigenes Leben nachzudenken. Die Mutter von Kristin (Ziyi Zhang) wurde auf bestialische Art und Weise gefoltert und ermordet. Aidan erkennt ein Muster und verknüpft daraufhin zwei Taten die Motive aufweisen, die auf je einem der vier biblischen Reiter der Apokalypse basieren. Was kann er tun um weitere Morde zu verhindern?

Horsemen

Jonas Åkerlund verdient sein Geld normalerweise als Regisseur für Musikvideos, entschloss sich aber nun einen Schritt weiter zu gehen – ein Karriereschritt, den immer mehr Regisseure von Musikvideos zu machen versuchen.

Storytechnisch bleibt die Jagd nach dem Mörder auf CSI Niveau. Der Film startet mit dem Auffinden der ersten Leichen, wobei man auch mit blutigen Details nicht geizt, und die Charaktere werden brav lehrbuchmäßig vorgestellt.

Dennis Quaid spielt Aidan, den verbitterten Cop, der in jeder Hinsicht in seiner Rolle als alleinerziehender Vater zu scheitern scheint. Man bekommt verschiedene Situationen zu sehen, in denen Aidan sich eigentlich um seine Kinder kümmern sollte, sie aber für seinen Job in Stich lässt. Da müssen die Kinder alleine zu einem Eishockey-Spiel, oder man sieht den kleinen Jungen, der nach der Schule auf seinen Vater wartet. Immer speist er seine Kinder mit 20 Dollar und einem entschuldigenden Grinsen ab. Klischee eben.

Dank einer gut gelungenen und durchaus überraschenden Wendung im Mittelteil schafft man es aber dann doch, das Ruder herumzureißen und den Film in eine andere Richtung zu führen, als zu Anfang noch zu erwarten war. Doch obwohl die Wendung funktioniert, der Schluss ist mehr als nur ein bisschen vorhersehbar. Durch einige Winke mit dem Zaunpfahl (ein sehr großer ist es in diesem Fall) dämmert es selbst dem Durchschnittszuseher vor Breslin, worauf die Sache hinausläuft. Da wurde einiges an Spannung verschenkt. Ich mag es wenn ich im Dunkeln tappe, das schafft Spannung.

Dennis Quaid gibt sich wenig Mühe, noch etwas aus seiner Rolle herauszuholen. Mit einem einzigen Gesichtsausdruck den ganzen Film über, schafft er es einfach nicht, mich zu überzeugen oder so etwas wie Mitgefühl zu erreichen. Und am Ende des Filmes hatte ich so ein „geschieht ihm recht“ -Gefühl. Nicht sehr sympathisch also. Wahrscheinlich tat das Drehbuch auch noch das seinige dazu. Sehr positiv fällt „Die Geisha“ Ziyi Zhang auf, die in einer für sie eher ungewöhnlichen Rolle überzeugt.

„Horsemen“ ist kein schlechter Thriller, der jedoch zu wenig Neues mitbringt, um aus der breiten Masse herauszustechen. Die Bilder sind schick und schön anzusehen, aber eben auch weitestgehend einfallslos.

Der Film bekommt von mir 5/10 apokalyptische Empfehlungspunkte.


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