Blood and Bone (Filmkritik)

Nach fünf Jahren Gefängnis wird Isaiah Bone (Michael Jai White) aus dem Gefängnis entlassen. Er nimmt sich ein Zimmer bei einer sozial engagierten Dame namens Tamara (Nona Gaye), die drei Kinder ohne eigene Familien bei sich aufgenommen hat und die ihn trotz anfänglicher Bedenken bei sich wohnen lässt. Bald macht sich Bone mit den örtlichen Veranstaltungen der illegalen Strassenkampfszene vertraut und findet in einem quirligen Kerl namens Pinball auch schnell einen Manager, der für ihn die Kämpfe organisieren wird. Schnell erarbeitet sich Bone einen Namen als unbesiegbarer Krieger und so darf er schliesslich auch den besten Mann des mächtigen Verbrecherbosses James (Eamonn Walker) herausfordern. Dies ist jedoch erst der Anfang von Bones Reise in die Unterwelt, denn er hat im Gefängnis ein Versprechen gegeben und um dieses zu erfüllen, muss James untergehen.

Blood-and-Bone

So, auf zu Teil zwei der neuen Serie: vorweihnachtliche Action, diesmal mit einem richtig schönen „Macho mit Herz und ausgeprägten Gentleman Qualitäten“ Film.

Es wundert mich ja wirklich dass Michael Jai White nicht schon mehr Hauptrollen in Actionproduktionen bekommen hat bzw. nicht in einem Atemzug mit anderen „nicht asiatischen“ Kampfsportlern genannt wird, die zwar bekannter sind als er, doch meiner Meinung nach auch um einiges schlechtere Kämpfer sind. Jean Claude van Damme, Steven Seagal oder Dolph Lundgren haben gegen ihn auf jeden Fall keine Chance und das liegt nicht nur an deren fortgeschrittenem Alter.

White hat schwarze Gurte in sieben verschiedenen Kampfsportarten, einen muskelbepackten, perfekt trainierten Körper und er kann sogar schauspielern – seine Mimik kann ich zumindestens leichter entziffern als bei so manchem anderen Actionstar . Hier wird kampfstilmäßig einiges gemixt, da ja bei Strassenkämpfen alles erlaubt ist. Karate, Wushu, Judo, um alles zu erkennen, muss man wohl ein echter Kampfsportprofi sein.

White boxt, kickt, springt und wirft was das Zeug hält und man merkt dabei eindeutig, das dies keine für den Film eigens gelernte Kampfchoreografie ist, sondern er wirklich kämpfen kann. Mindestens für einen amerikanischen Film ist dies also ein klarer Fall von grosser Martial Arts Kampfkunst.

Bis auf eine Aktion, bei der eine Hand mit einem Schwerthieb abgetrennt wird, ist der gesamte Film nicht übertrieben blutig. An Härte bzw. Wucht fehlt es dem Gesamtprodukt aber in keiner Weise, manche der Schläge kann man als Zuseher förmlich spüren und bei einigen besiegten Gegnern ist man sich nicht sicher, ob der Kerl überhaupt noch lebt.

Wenn der Bösewicht James jedoch Leute beseitigt die ihn stören, dann sticht er schon mal mehrere Male auf sein Opfer ein, tritt ihnen mit voller Wucht ins Gesicht, oder zerquetscht sie einfach zwischen Auto und Metallzaun. Passend dazu natürlich (sowohl für James als auch für Bone) auch der Satz auf dem DVD Cover: „Destroy your enemy – Zerstöre deinen Feind“.

Es knistert zwar kurz zwischen Bone und der mir nur aus Matrix 2 und 3 bekannten Nona Gaye, für den Zuseher ist sie jedoch eher der herzensgute Mamityp mit einem ausgeprägten Sinn für Recht und Unrecht, Erotik versprüht sie höchstens auf eine subtile, fürsorgliche Art (falls es das überhaupt in dieser Form gibt).

Michelle Belegrin hingegen wird sofort als Hingucker in die Story eingeführt, sie erfüllt diese Rolle auch sehr gut, obwohl sie ständig unter dem Einfluss von Drogen steht.
Sie hat jedoch auch noch eine wichtigere Funktion als Motivation für die gesamten Handlungen des Filmhelden und das nicht im herkömmlichen Liebespaar Sinn.

Ein einsamer, schweigsamer Held, der eigentlich ja gar keiner ist und sich selbst nie als guten Menschen bezeichnen würde, jedoch ein riesiges Herz hat und dabei bei keiner auch noch so kleinen Ungerechtigkeit zusehen kann, das ist der Stoff aus dem Helden wie Bone gemacht sind.

Dass er dabei auch nahezu unbesiegbar wirkt und Schwäche nur in Momenten zeigt, in denen Menschen die auf seine Hilfe angewiesen sind bedroht werden, ist ja wohl selbstverständlich.

Ein klassischer Actionstoff also, nicht sonderlich innovativ aber dafür herrlich altmodisch.
Beinhart werden hier die Gegner für eine gute Sache beseitigt, nicht ohne Humor, dafür wird auf Zynismus völlig verzichtet.

Ich würde ja fast behaupten, dass dieser Film vom Grundthema her ein nahezu naives Erlebnis ist, doch hätte ich bei dieser Aussage zu sehr Angst, dass mir Mister Bone dafür in den Hintern treten würde. Wer klassische Actionfilme mit kleinem Budget aber dafür grosser Kampfkunst zu schätzen weiss, der ist bei dieser DVD Premiere auf jeden Fall genau richtig.

Blood and Bone bekommt von mir 7,5/10 knochenbrechende Empfehlungspunkte.


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