Neun mal hintereinander haben die Krieger der Erde beim Mortal Kombat bereits verloren. Sollte dies beim nun anstehenden zehnten Turnier wieder passieren, wird Shao Khan (Martyn Ford) seine gewalttätige Herrschaft, auf die Erde ausweiten.
Für den Kampf auf unserer Seite fehlt noch ein Krieger und die Götter haben sich für den herunter gekommenen Schauspieler Johnny Cage (Karl Urban) entschieden. Klingt aussichtslos? Nun mit Kitana (Adeline Rudolph) haben die Guten wenigstens noch eine Verbündete auf der Gegenseite, die ihnen Informationen liefert…

Fünf Jahre später meldet sich Regisseur Simon McQuoid nun zurück, mit einer Fortsetzung seiner Mortal Kombat Wiederbelebung aus dem Jahr 2021. Die viel kritisierte, extra für den Film erfundene Figur des Cole rückt nun stark in den Hintergrund, dafür treten zwei Figuren ins Rampenlicht, die der Erstling völlig ignoriert hat.
Der dramatische Fokus liegt nun auf Kitana – eine der besten weiblichen Figuren aus den Spielen – und der Spaßfaktor wird durch Johnny Cage in die Höhe geschraubt, was comic relief betrifft, ist er sicherlich einer der unterhaltsamsten Figuren des Franchise überhaupt.
Neben den beiden, haben mir auch Nebenfiguren sehr gut gefallen, besonders die, die witzig sein sollen und das auch 100 prozentig sind. Kano wieder zu beleben habe ich richtig gefeiert, genau wie seine nerdigen Vergleiche (z.b. nennt er den blassen Necromancer Quan Chi „Pennywise„). Baraka als Fanboy des großen Johnny Cage ist ebenso ein Fest.
Die Rahmenhandlung an sich wird dieses mal auf ein Minimum reduziert und es geht nun hauptsächlich genau um das, was ein Beat ’em up Spiel ausmacht. So folgt ein Kampf dem nächsten, wobei man bei jedem der Fights schon vorher genau weiß, wer gewinnen wird, wer am Leben gelassen wird, oder eine Fatality abbekommt.
Spannend ist das somit nicht, unterhaltsam bleibt es aber durchgehend. Das Budget war ja 25 Millionen höher als beim ersten Teil und das sieht man auch an den abwechslungsreichen Sets und den Effekten, die (fast) durchgehend überzeugen können. Mehr Einspiel hat dies übrigens nicht gebracht und wegen der Underperformance am Box Office, wurde ein geplanter dritter Teil, derzeit auf Eis gelegt.
Karl Urban (The Bluff) hat als Johnny Cage offensichtlich wahnsinnig Spaß und dieser 80er Jahre Hero Charme sprüht förmlich von der Leinwand. Adeline Rudolph (Resident Evil-Serie) als Kitana verbindet gekonnt Elemente wie Härte, Grazie und Menschlichkeit, die sie alle als Herrscherin und Kriegerin an den Tag lege sollte. Das Problem mit dem langweiligen Helden des Erstlings, wurde somit erfolgreich behoben.
Schöne Schauwerte, blutige Finisher, witzige Nebenfiguren, eine abwechslungsreiche Choreographie, coole Helden und ein Angst einflößender Shao Kahn als Gegenspieler. Warum das zwar viel Spaß macht aber nicht großartig ist, zeigt schön die letzte Szene. Was im Spiel logisch ist, nimmt dem Film nämlich etwas die Substanz.
Damit meine ich, dass sie sich am Ende aufmachen, die gefallenen Kameraden wieder zu beleben. Keine Konsequenzen kann man nämlich sehr gut mit nicht involviert werden gleichsetzen. Das ist aber vor allem auf Videospiel-Verfilmungen bezogen, doch auch jammern auf höherem Niveau und ich würde mir einen dritten Teil, sicherlich anschauen.
„Mortal Kombat II“ bekommt von mir 7,5/10 für den finalen Erfolg, die richtige Perspektive benötigende Empfehlungspunkte.

