Mindcage (Filmkritik)

Det. Mary Kelly (Melissa Roxburgh) und ihr Partner Jake Doyle (Martin Lawrence) werden von einer Serie von Morden im Atem gehalten. Besonders Jake leidet darunter, erinnern die speziell eingekleideten und aufgestellten Opfer doch an die Morde von einem Mann, der unter dem Namen „der Künstler“ bekannt wurde. Der sitzt jedoch schon länger hinter Gittern und wartet auf die Vollstreckung seines Todesurteils.

Da der aktuelle Täter jedoch eindeutig zu viele Details kennt, um diese ohne Kontakt zum früheren Killer kennen zu können, besucht Mary den gefangenen Künstler (John Malkovich). Der legt natürlich nicht sofort alle seine Karten auf den Tisch, sondern beginnt mit ihr ein perfides Spielchen zu spielen mit dem Resultat, dass nicht nur Mary und Jake in Gefahr geraten, sondern auch seine Todesstrafe ausgesetzt werden soll…

Den hier für die Regie zuständigen Mauro Borrelli, kenne ich von seinem schwachen Werk The Recall als auch von seinem viel besser gelungenen, atmosphärisch starken Warhunt. Nun meldet er sich mit diesem „Killer-Thriller“ im Das Schweigen der Lämmer Stil zurück mit Martin Lawrence in einer der Hauptrollen (und als Produzent). Was auch beworben wird als seine erste größere Rolle außerhalb „seines“ Komödienbereichs.

Da ist er hier zwar richtig, denn Borrelli kennt bei seinen Werken keinen Humor, was zwar zum Genre passt, doch leider noch keinen spannenden Film ausmacht. Es ist hier dann nämlich leider so, dass mich die Sache völlig kalt gelassen hat. Das liegt alleine schon an den Figuren, zwar auch wie sie geschrieben sind, jedoch vor allem an den Performances der Darsteller. Melissa Roxburgh (The Marine 4) muss ich dabei aber herausnehmen bzw. hervorheben, denn sie ist die einzige, wegen der mein Interesse nicht völlig verschwunden ist.

Bekannter wurde sie ja durch ihre sehr populäre Serie „Manifest“ und sie hat auch das Zeug zur Leading Lady, aber so sehr sie mich als Mary mit ihrer Überzeugung und ihren Emotionen auch in die Handlung involvieren wollte, desto mehr haben ihre beiden älteren Kollegen sie ausgebremst. Martin Lawrence (Bad Boys) ist einfach kein Kerl, der jeden spielen kann, der gehört ins Komödienfach. Als gebrochener Det. Jake wirkt er wie im falschen Film und man will ihm ständig zurufen „komm schon, spür dich wieder aka snap out of it“!

Dann wäre da John Malkovich (Rogue Hostage). Ich verstehe schon, man wird alt, hat sich aber einen Namen gemacht und will noch etwas Geld heimbringen. Machen viele, auch ein Morgan Freeman oder John Travolta dümpelt immer wieder mal in B/C-Movies herum. Aber außer einer gewissen süffisanten Überheblichkeit der Marke Malkovich (die er genau so im Schlaf zustande bringt wie ein Nicolas Cage auf Knopfdruck ausflippen kann), liefert er so richtig eine gelangweilte Performance ab.

Der Fehler ist also erstens, dass Niemand wirklich interessant ist als Figur und zweitens, dass ich um Niemanden Angst haben muss. Ok, Mary ist dann doch nicht uninteressant, aber sie reicht nicht alleine um alles zu retten und passieren wird ihr auch nichts, das spürt man einfach. Die fehlgeleiteten, römisch-katholischen Motive des Killers sind innerhalb des Genres bereits viel zu ausgelutscht und auch den Spielereien und kleinen Spielchen des Killers, mangelt es an Kreativität.

Einzig wie die Opfer dann „aufbereitet“ und zur Schau gestellt werden, das ist optisch eindrucksvoll, zeigt Liebe zum Detail und löst beim Betrachten eine gewisse morbide Faszination aus. Die Auflösung zum Finale hin ist dann so gestaltet, dass einige Zuschauer sicherlich kopfschüttelnd Sätze wie „so ein Blödsinn“ von sich geben werden. Auf „den Künstler“ bezogen ist die Sache wie ich finde aber stimmig und wenn man darüber nachdenkt, ist seine Gabe äußerst unangenehm für Menschen, denen er „helfen“ möchte.

Insgesamt also ein Film, der in keiner Weise an seine großen Vorbilder heran kommt. Lawrence passt für mich einfach nicht ins Genre und Malovich sollte nach seiner verlorenen Lust am Schauspiel suchen. Am Liebsten würde ich hier die besten Teile wie Roxburgh und die Kostüm-Designer herausnehmen und anderswo einsetzen, denn sie haben einen besseren Film verdient. Zur harmlosen, einmaligen Sichtung für Thriller-Fans geht das zwar noch durch, für mehr aber sicherlich nicht.

„Mindcage“ bekommt von mir 4,5/10 mit zahnloser Lustlosigkeit Schrecken verbreitende Empfehlungspunkte.


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