Oldies but Goldies: Das Schweigen der Lämmer – The Silence of the Lambs (Filmkritik)

Ein Serienkiller treibt im Nordosten der USA sein Unwesen. Der „Buffallo Bill“ getaufte Killer bringt seine Opfer nicht einfach nur um, sondern häutet sie auch. Um ihn zu fangen sieht sich FBI-Agentin Clarice Starling (Jodie Foster) gezwungen, mit dem inhaftierten Kannibalen Hannibal Lecter zusammen zu arbeiten…

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„Das Schweigen der Lämmer“ ist inzwischen zu einem wahren Klassiker der Filmgeschichte geworden. Er basiert auf einem gleichnamigen Roman aus dem Jahr 1988, von dem Autor Thomas Harris. Nur 3 Jahre später kam der Film zum Buch in die Kinos.

„Das Schweigen der Lämmer“ schaffte etwas, dass heutzutage wohl kaum mehr einem Horrorthriller gelingen wird, nämlich gleich 5 Oscars ab zu räumen. Darunter war eine goldene Statue für den besten Film, bester Regisseur (Jonathan Demme – Rachel Getting Married), beste Schauspielerin, bester Schauspieler und für das beste adaptierte Drehbuch. „Das Schweigen der Lämmer“ war damit erst der dritte Film der in diesen 5 wichtigen Kategorien prämiert wurde.

Jodi Foster (Elysium) gewann ihren Oscar für diese Rolle vollkommen zu Recht. Sie brilliert in ihrer Rolle als aufstrebende FBI-Agentin, die in einem von Männern dominierten Beruf so einige schiefe Blicke kassiert. Genial zeigt sie den inneren Zwiespalt von Starling, die oft nicht weiß, ob sie Lecter bewundern, verabscheuen oder am besten ignorieren soll. Anfangs hat sie keine Ahnung was sie von ihrem Gegenüber hinter der dicken Glaswand erwarten soll und ist fasziniert von der Beobachtungsgabe des hoch gefährlichen Kannibalen. Lecter scheint ihr direkt in die Seele zu sehen und daher fühlt sie sich von ihm ein Stück weit verstanden.

Anthony Hopkins (Thor) lieferte hier wohl die beste Performance seiner Karriere ab und es gab wohl kaum einem Zuseher, dem es bei dem Gedanken an seine Gräueltaten nicht kalt über den Rücken lief. Er findet scheinbar spielend leicht die richtige Balance zwischen charmanten Mann von Welt und einem eiskalten, hoch intelligenten Killer, der schon mal menschliche Leber mit Fava Bohnen isst und dazu einen guten Chianti trinkt. Er hat allerdings ein weiches Herz wenn es um Clarice Starling geht und hilft ihr daher, den Serienkiller Buffalo Bill zu fassen.

Hannibal Lecter hat eine interessante Rolle im Film, denn eigentlich geht ja darum, dass er während seiner Gefangenschaft helfen soll einen anderen, zutiefst gestörten Killer zu fassen. Doch dieser Aspekt der Story gerät ob dem genialen Katz und Maus Spiel zwischen Lecter und Starling in den Hintergrund und dient nur als Mittel zum Zweck. Im Prinzip behandelt der Film den Fall von Buffallo Bill als zweitrangig, wenngleich die Verfolgungsjagd am Schluss extrem spannend gestaltet ist.

Ganz im Mittelpunkt steht die seltsame und potentiell gefährliche Beziehung, die sich zwischen Clarice und Hannibal aufbaut. Die Dialoge der Beiden sind fast spannender als so mancher Action-Knaller und dienen dazu, zu zeigen wie Clarice zu der Frau geworden ist, die sie heute ist. Deshalb gerät Buffallo Bill in Vergleich zu diesen beiden Performances recht eindimensional, man bedient sich an so manchen Klischees und es scheint, als ob er mit allem Mittel ganz unbedingt auf sich aufmerksam machen will.

Fazit: Ein Katz- und Maus-Spiel, dass auch heute noch genauso spannend ist wie vor 25 Jahren.

Dieser Film bekommt von mir 9/10 schweigende Punkte


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