Welcome to Sudden Death (Filmkritik)

Jesse (Michael Jai White) war früher Soldat, doch diese Zeit liegt nun hinter ihm. Gedanken an die traumatischen Ereignisse, verfolgen ihn jedoch noch immer in seinem Alltag. Doch es könnte viel schlechter laufen, denn er hat eine wunderbare Frau und seinen beiden Kindern hat er VIP-Karten für ein Basketball-Spiel besorgt und zwar genau in der Arena, in der er als Sicherheitsmann arbeitet.

So weit so gut, doch kurz nach Spielbeginn taucht eine Truppe von Menschen auf, die sich als IT-Techniker getarnt haben, doch in Wirklichkeit Terroristen sind. Deren Anführer Jobe (Michael Eklund) hat einen Plan, wie er zu großem Reichtum kommt und dabei sind auch einige Bomben plus Kollateralschaden eingeplant. Schnell werden von seinem Team alle Sicherheitsleute ausgeschaltet, bis auf Jesse, der schaltet nämlich seinerseits die Terroristen aus, einen nach dem Anderen…

Im Jahr 1995 kam ein Film namens „Sudden Death“ mit Jean-Claude Van Damme in der Hauptrolle heraus, wobei es sich dabei um eine Variante der im Action-Genre beliebten „Stirb Langsam“ Formel handelte. 25 Jahre später erscheint nun eine Fortsetzung (manche würden es wohl eher als Remake bezeichnen) unter der Regie von Dallas Jackson (Thriller), der dafür das Originaldrehbuch von Gene Quintano adaptiert hat.

Tja, was soll man dazu sagen? Auf englisch ist „cheesy“ hier der alles überragende Eindruck. Auf deutsch kann ich das Ganze am ehesten als infantil, kitschig und überdreht bezeichnen. Ernst nehmen kann man das Geschehen zu keiner Sekunde und soll dies offensichtlich auch gar nicht. Im Kontrast dazu steht Michael Jai White, der ja in seinen Filmen vor allem durch seine Martial Arts Künste auf sich aufmerksam macht (siehe z.b. Falcon Rising, Accident Man oder zuletzt Triple Threat).

Wer ihn jedoch in Black Dynamite gesehen hat der weiß, dass dieser Mann auch ein gutes Händchen für komödiantisches Timing hat. Nein, das hier ist keine Komödie oder Satire, aber es funktioniert wie eine und man kann hier viel Spaß haben, wenn man den Film auf diese Art ansieht. Der Held, der allen überlegen ist und seine Gegner wie ihm lästige Störenfriede abhandelt, Verbrecher, die dümmer und blasser nicht sein könnten, ein einfältiger Anführer, der gerne mehr wäre und zwei verzogene Kinder, mit null Respekt vor Erwachsenen.

Michael Jai White manövriert sich gekonnt durch das Chaos, auch wenn man nie um ihn oder seine Liebsten Angst haben muss und er in anderen Filmen seine Kampfkünste um einiges eindrucksvoller zur Schau stellen konnte, er ist der Hauptgrund, warum man ihn bei seinem Weg gerne bis zum Ende begleitet. Herrlich überdreht ist übrigens der Kurzauftritt von seiner Frau Gillian White als eine der Bösewichte, vor allem ihr Abgang ist schön irre.

Michael Eklund hat ja schon zahlreiche Schurken gespielt (etwa in The Day, Hunt to Kill oder The Call) und kann dies daher sicherlich im Schlaf und viel mehr muss er hier auch nicht abliefern. Als Jobe wirkt er wie ein Verlierer, der seinen Weg zurück auf die Gewinnerstraße, krampfhaft erzwingen möchte. Gary Owen (Ride Along) als Hausmeister Gus, hat schließlich die meisten Lacher auf seiner Seite, weil er ein gutes Herz hat, gepaart mit einer extrem einfältigen Art.

Ein sehr leichter Action-Spaß ohne Highlights für Zwischendurch und nach circa 80 Minuten ist die Sache auch schon wieder vorbei. Aber – und hier muss ich am Ende nun einen für mich aktuellen Vergleich ziehen – Hard Kill und The 2nd, die ja auch ins Action-Genre gehören und ebenfalls lustig waren, wenn auch unfreiwillig, sind um einiges weniger unterhaltsam, schlechter gemacht und lustloser gespielt. Sudden Death ist wie ein infantiler Kinderfilm aus dem Sonntag Nachmittagsprogramm, nur eben für Erwachsene.

„Welcome to Sudden Death“ bekommt von mir 5/10 die eigene Lächerlichkeit zelebrierende Empfehlungspunkte.


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