The Curse of Sleeping Beauty – Dornröschens Fluch (Filmkritik)

Seit er erwachsen ist, quälen Thomas (Ethan Peck) jede Nacht Alpträume. Nach dem Tod seiner Frau, wurde die ganze Sache nur noch schlimmer. In seinen Träumen wird er immer wieder von Dämonen verfolgt, auch in wacher Form, da er an Schlafparalyse leidet. Er sieht auch jedes Mal eine schlafende Schönheit (India Eisley), doch immer wenn er sie küssen will, wacht er wieder auf.

Als er eines Tages das alte Anwesen eines ihm bis dato unbekannten Onkels erbt, begibt er sich zu dem alten Haus. Auf dem Gebäude liegt jedoch angeblich ein Fluch und über die Jahre, sind zahlreiche Menschen darin verschwunden. Thomas scheint irgendwie auf übernatürliche Art an das Haus gebunden zu sein und plötzlich erwacht die Schöne in seinen Träumen und gibt als Erklärung an, dass er ihr nun auch physisch näher gekommen sei…

Der aus Singapur stammende Regisseur Pearry Reginald Teo (Dracula: Prince of Darkness) hat sich einen Namen gemacht mit Kurzfilmen, die Preise auf Festivals gewonnen haben. In Europa kennt ihn natürlich kein Mensch und das wird wohl auch so bleiben. Ich kenne sonst keine Werke von ihm, doch von dieser Dornröschen-Variante ausgehend würde ich sagen, dass er sich mit seinen Horror-Produktionen klar im Independent-Bereich bewegt und auch die Trash-Ebene durchaus herein ragt. Dabei nimmt er sich dann auch noch schrecklich ernst.

In dieser Kritik wird es auch SPOILER geben, also seid gewarnt. Aus dem Märchen der schlafenden Schönheit einen Horrorfilm zu machen, ist grundsätzlich naheliegend und könnte auch funktionieren. Es beginnt sogar spannend, man sieht Thomas Alpträume und will wissen, was hinter ihnen steckt. Auch Dornröschen hat eine faszinierende Aura, die würde man gerne im wachen Zustand sehen. Überhaupt gehören die Traumphasen hier zu den Highlights.

Das Set-Design, die Farben und die Musik erzeugen eine gleichermaßen unheimliche und anziehende Atmosphäre. Auch die schlafende Lady ist schön und Respekt einflößend zugleich. Diese Szenen sind leider relativ kurz und so begleitet man die meiste Zeit über einen ziemlich faden Hauptcharakter und die blassen Nebenfiguren bei ihrer Suche nach der Wahrheit. Mehr Freude kommt dann wieder auf, wenn die ganzen Kleider-Puppen in dem alten Gebäude zum Leben erwachen.

Schade ist dann wiederum, dass die ganze Story gegen Ende zunehmend wirr wird. Der Twist dabei ist vorhersehbar und nicht mal das Unglaubwürdigste daran, dass über all die Jahre keine andere Lösung gefunden wurde für Thomas Vorfahren oder ihn selbst, das finde ich etwas schwach. Damit meine ich die Drehbuchautoren, denn neben dem Regisseur selbst, waren noch fünf andere Menschen daran beteiligt. Dennoch oder gerade deswegen, hier wurde die Story nicht wirklich zu Ende gedacht.

Das Problem ist wohl auch die fehlende Identifikationsfigur, denn Thomas ist zu beliebig, seine beiden Sidekicks nicht genug als Charaktere etabliert und Dornröschen selbst, ist viel zu kurz dabei. Die wird übrigens von India Eisley (Look Away) gespielt und egal ob man gerade magisch von ihr angezogen wird und sie retten möchte, oder so weit wie möglich von ihr weg will, sie bringt dieses Andersartige sehr gekonnt rüber.

Ethan Peck (In Time) darf ja in der zweiten Staffel von Star Trek: Discovery unseren Lieblings-Vulkanier Spock spielen und ich kann Entwarnung geben: er kann schon spielen, hier hat er aber nur wenig Möglichkeiten, dies zu zeigen. Natalie Hall (Party Invaders) hat als sein „Sidekick“ die undankbare Rolle, gegen die schlafende Schönheit anzutreten, da kann man ja nur verlieren. Bruce Davison (X-Men) ist nett aber hat nichts zu tun als zertifizierter Exorzist.

Insgesamt ist also die Idee dahinter hier nicht schlecht und im Kreaturen- und Landschaftsdesign im übernatürlichen Bereich, ist der Aufbau einer eigenen Welt auch gelungen. Leider hapert es sonst an allen Ecken, vor allem der krude Story-Mix überzeugt nicht wirklich. Djinns, Familienflüche, mystische Verbindungen, irgendwann steigt man da auch mit wohlwollender Einstellung einfach geistig aus und die allesamt schlecht ausgearbeiteten Figuren, erledigen des Rest.

„The Curse of Sleeping Beauty“ bekommt von mir 4/10 im ewigen Schlaf besser aufgehoben seiende Empfehlungspunkte.


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