Cars 3: Evolution (Filmkritik)

Rennauto-Star Lightning McQueen (Owen Wilson) ist es gewohnt, die meisten seiner Rennen zu gewinnen. Doch eines Tages rast plötzlich ein Neuling namens Jackson Storm an ihm vorbei und stiehlt ihm somit den Sieg. Dieser Erfolg sollte jedoch nur der erste von vielen sein und deshalb verabschieden sich immer mehr von Lightning´s Freunden in den Ruhestand. Nur er selbst nicht, was ihm einen der schlimmsten Unfälle seiner Karriere einbringt.

Nach Monaten in der Versenkung denkt der ehemalige Star daran, sich wieder in einem Rennen der Konkurrenz zu stellen. Um schneller zu sein als die jüngeren Autos, bekommt Lightning mit Sterling (Nathan Fillion) einen neuen Manager und mit Cruz (Cristela Alonzo) eine Trainerin, die ihn mit den neuesten Techniken unterstützt. Ob das der richtige Weg ist und welche Veränderungen nötig sind, werden seine Zukunft bestimmen.

  • Film
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  • Sechs Jahre nachdem Cars 2 in den Kinos lief und ein Spin-Off und dessen Fortsetzung (Planes und Planes 2) später, kam im Jahr 2017 der dritte Teil des Cars-Franchise in die Kinos. Zum ersten Mal als Regisseur ist hier Brian Fee im Einsatz, der bis jetzt schon in verschiedenen Funktionen an diversen Pixar-Filmen beteiligt war (etwa bei Die Monster Uni oder Inside Out). Während beim zweiten Teil der Sidekick Hook in den Vordergrund trat und die Story eines Agenten-Abenteuers als Basis benutzt wurde, ist dieser dritte Teil nun wieder eine Rückkehr zu den Wurzeln.

    Es geht also von der Rahmenhandlung her um Rennen und Lightning McQueen ist wieder die Hauptfigur. So weit so klar, jetzt wird die Merchandise-Welle mit einem weiteren generischen Film einfach weiter gemolken. Das ist hier durchaus eine realistische Erwartungshaltung eines Erwachsenen. Doch der Film selbst, der hat mich dann doch überrascht. Vom Grundthema selbst und von der daraus entstehenden, leicht traurigen, melancholischen Grundstimmung, die den gesamten Film prägt.

    Es geht hier ums älter werden und zwar konkret darum, zu alt zu sein für genau die Sache, die man am meisten liebt im Leben. Da hat man jetzt die Möglichkeit verzweifelt um Anschluss zu kämpfen, sich an die Vergangenheit zu klammern und den Jungen nachzurennen (bzw. zu fahren), oder man nutzt sein Wissen und Können, um Andere davon profitieren zu lassen. Der Schüler wurde zum Meister, da ist der Weg zum Lehrer nur ein logischer Schritt. Aber man muss auch loslassen können.

    Als Botschaft für Kinder wohl etwas entfernter können sie sich da aber sicherlich auch etwas heraus holen, zum Beispiel wenn kleine Geschwister kommen und sie selbst plötzlich die Älteren sind, die den Jüngeren unterstützen müssen. Im Prinzip geht es um ein Miteinander, bei dem nicht die Jungen als dumm und unerfahren und die Alten nicht als langsam und unbrauchbar bezeichnet werden, denn beide Gruppen haben Qualitäten und können voneinander profitieren. Das zu Vermitteln, gelingt hier auf eine sehr natürliche Art und Weise.

    Das Herz unter der Motorhaube ist also eindeutig an der richtigen Stelle, jetzt muss nur mehr die Umsetzung passen. Dazu kann man nur sagen, dass besonders die Rennen einfach nur großartig aussehen, farblich und von der gestochen scharfen Animation her und die Inszenierung besonders bei riskanten Manövern oder dem einen oder anderen Crash, erzeugt einige atemberaubende Momente. Ein Rennen so zu gestalten, dass es niemals langweilig wird, ist meiner Meinung nach hier die wahre Kunst.

    Von den Sprechern her überzeugt in der OV-Fassung erneut Owen Wilson als Lighning McQueen, der hier zwar seine ungestüme Art immer noch zelebriert, jedoch um einiges reifer agiert. Armie Hammer ist herrlich arrogant als Bösewicht und Nathan Fillion ist als Manager zwar ein Fan von Lightning, jedoch geht es ihm im Endeffekt doch nur ums Geld. Cristela Alonzo ist als Neuzugang Cruz dann das Highlight unter den Charakteren, denn sie ist ziemlich direkt und ehrlich, überdreht und einfach lebendig (ja, das habe ich gerade über ein Auto geschrieben).

    Wem also Teil 2 wegen der fehlenden Rennthematik weniger gefallen hat oder wer sich gerne weniger seichte Scherze und mehr Handlung wünscht, der ist hier genau richtig. Und überhaupt: das ist ein Cars-Film, der soll vor allem Kids Freude bereiten und das tut er sicherlich. Sogar als Erwachsener kann man sich hier etwas mitnehmen und optisch ist die Sache sowieso uneingeschränkt zu empfehlen. Also liebe Familie: einfach gemeinsam einsteigen, anschnallen und losfahren!

    „Cars 3: Evolution“ bekommt von mir 8/10 seinen Sinn im Leben erweiternde und neu definierende Empfehlungspunkte und ist ab dem 8. Februar auf 3D Blu-Ray, Blu-Ray und DVD im Handel erhältlich.

    Cars 3: Evolution [Blu-ray]


    von Brian Fee [Walt Disney]
    Preis: EUR 10,99

    Cars 3: Evolution


    von Brian Fee [Walt Disney DVD]
    Preis: EUR 7,99

    (Szenenbild: © Disney Home Entertainment)

  • Auf der technisch sich – wie bei Disney gewohnt und dem gewählten Animationsstil sehr entsprechenden – auf dem neusten Stand befindenden Pixar Blu-Ray, ist der Kurzfilm dieses mal mit dem Namen L.O.U., wieder mal das Highlight. Mit „Cruz Ramirez: Das gelbe Auto hat es drauf“ wird einem der neueste Star in diesem beliebten Franchise näher gebracht und nach „Miss Fritters Rennsportschule“ und dem Special „Startklar fürs Rennen“ fühlt man sich sofort bereit, selbst ein Rennen im Cockpit zu starten. Diverse Audiokommentare runden das vielseitige Programm schließlich ab.


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