Fröhlich, Frei, Spaß Dabei (Filmkritik)

Jimmy Cricket ist fröhlich, frei und hat Spaß dabei. Da das Leben natürlich nur dann wirklich toll ist, wenn man Geschichten erzählt, hört er sich eine Geschichte über „Bongo, den Bären“ an. Danach trifft er einen Bauchredner, der einem Mädchen zum Geburtstag eine Geschichte über drei magische Bohnen erzählt.

  • Film
  • DVD

  • 1947 ist das Entstehungjahr dieses wohl weniger bekannten Disney-Films, der tatsächlich zwei Kurzfilme mit einer Rahmenhandlung zusammenfängt und es dadurch schafft so gut wie alle Disney-Charaktere in einem Film einzubinden.

    Der erste Film im Film erzählt die Geschichte von Bongo, dem berühmten, jungen Zirkusbären, der aus dem Zirkus flieht und dem Ruf der Wildnis folgt. Leider ist er auf das Leben im Wald nicht so recht eingestellt, aber relativ rasch trifft er eine junge Bärin und alle Sorgen sind vorbei. Bis der große, böse Rivale ums Herz der Dame auftaucht und es einen Showdown gibt, bei dem mehr Wald zu Bruch geht als in allen bisherigen Marvel-Filmen zusammen. Da wird dermaßen viel zerstört, der Hulk würde das nicht schaffen.

    „Bongo“ basiert auf einer Kurzgeschichte von Sinclair Lewis (der erste Amerikaner, welcher den Nobelpreis für Literatur gewonnen hat) und hat all die Disney-Trademarks von damals: Gesang, Tanz, Liebe, ein Missverständnis und ein Happy End.

    Der zweite Kurzfilm vereint Mickey Mouse, Donald Duck und Goofy in der Geschichte der drei Bohnen („Mickey und die Bohnenstange“), die Mickey mit nach Hause bringt und so mit seinen Kumpels im Land der Riesen landet. Auch dieser Film ist sehr actionreich gehalten und gerade Donald wird seiner frühreren Rolle als Choleriker mehr als gerecht.

    Ursprünglich hätten die beiden Geschichten jeweils zu einem eigenen Langfilm entwickelt werden sollen, aber da der Film mach dem zweiten Weltkrieg entstand waren die finanziellen Ressourcen damals scheinbar eng und Walt Disney entschied die Filme mit einer Rahmenhandlung zusammenfügen. Auch die Tatsache, dass der zweite Film von dem Bauchredner erzählt wird (und es viele Zwischenkommentare von seinen Bauchredner-Puppen gibt) ist wohl dem finanziellen Umständen zu verdanken.

    Prinzipiell sind die beiden Filme so etwas wie die klassischen Mickey und Goofy-Folgen, nur eben länger. Das bedeutet viel Musik, viel Slapstick, Tanz, Action und – die eben erwähnten, eher unheimlichen und ein wenig furtchteinflößenden Bauchredner-Puppen, die damals allersdings bereits selbst eigene Stars waren (kennt ihn Europa vermutlich niemand mehr).

    Alles in allem wunderschön handgezeichnet und animiert – gerade das Segment mit Donald, Mickey und Goofy. Auch die Mischung in der Mitte, in welcher reale Live-Aufnahmen mit dem gezeichneten Jimmy Cricket kombiniert wurden sehen immer noch super aus. Man kann sagen, was man will – aber das Zeichnen haben die Leute von Disney schon ’47 drauf.

    „Fröhlich, Frei, Spaß Dabei“ bekommt von mir 6,5/10 nostalgisch angehauchte Empfehlungspunkte und ist ab sofort als Nummer 8 der Disney Classics als DVD im Handel erhältlich.

    (Szenenbild: © Disney Home Entertainment)

  • Man merkt der DVD das Alter insofern an, als dass die Filme im 4:3-Format auf der Disk zu finden sind. Außerdem gibt es eine Szenenauswahl und ein sehr interessantes Making-Of in welchem viele der damaligen Animateure zu Wort kommen. So lernt man zB, dass Mickey das dritte Mal gegen den Riesen antritt oder die Entwicklung des Films bereits 1940 begann.

    Sehr spannend fand ich auch die Idee eines „Disney Cinematic Universe“ (meine Worte), denn die Bohnen, die Mickey bekommt, erhielt er in einer ursprünglichen Idee vom räudigen Straßenkater und seinem Kumpan aus „Pinocchio“. In einer anderen Fassung von der Königin – niemand geringeres als Minnie Maus.


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