The Scorpion King (Filmkritik)

Lange vor der Zeit der Pyramiden, herrschte der grausame Memnon (Steven Brand) über das Land. Nur mehr wenige Widerstandskämpfer haben sich gegen seine Herrschaft vereint, doch werden sie immer weiter zurückgedrängt und dezimiert. Schuld daran ist eine Zauberin (Kelly Hu), die Memnon in seiner Gewalt hat und die über die Gabe der Vorhersehung verfügt.

Als der Krieger Mathayus (Dwayne Johnson) und zwei seiner Brüder damit beauftragt werden, die Zauberin zu töten, um Memnon seinen Trumpf im Ärmel zu rauben, scheitert der Plan und nur Mathayus überlebt dank der Hilfe der Zauberin. Die sieht in ihm nämlich den einzigen Mann der es schaffen könnte, sie aus ihrer Gefangenschaft zu befreien. Ach ja, ganz nebenbei steht dabei natürlich das Schicksal des gesamten Landes auf dem Spiel.

The Scorpion King

Es war einmal in einer längst vergessenen Zeit – um genau zu sein im Jahre 2002 – als ein damals außerhalb des Wrestling-Rings noch ziemlich unbekannter Dwayne „The Rock“ Johnson, seine erste Hauptrolle in einem Spielfilm übernehmen durfte. Eingeführt als übernatürlicher Bösewicht ein Jahr zuvor in „Die Mumie kehrt zurück„, spielt die Handlung dieser Vorgeschichte ganze 5000 Jahre vorher. Es folgten bisher drei für den DVD-Markt produzierte Fortsetzungen, wobei es sich bei Teil zwei „Rise of a Warrior“ mit Michael Copon in der Titelrolle um ein Prequel handelt und bei „Battle for Redemption“ und „Quest for Power“ um chronologisch nach dem Erstling spielende Filme, jeweils mit Victor Webster in der Rolle des Mathayus.

Der zweite Part war dabei ziemlich mies, dann ging es aber wieder etwas bergauf und Teil vier fand ich sogar wieder ziemlich unterhaltsam. Aber zurück zum Original, der Entstehungsgeschichte unseres Helden, bei dem Chuck Russell (Die Maske, Nightmare 3) für die Regie verantwortlich war. Die gesamte Inszenierung lebt ja trotz dunkler Story-Elemente von einer gewissen Leichtigkeit und nicht selten auch Albernheit, ein Gefühl das damals etwa auch Arnold Schwarzenegger mit seinen Conan Filmen so gekonnt (und nehmen wir einfach mal an auch absichtlich) vermitteln konnte.

Natürlich kauft man Mathayus den von Kindheit an trainierten Assassinen nicht ab, dafür ist er einfach zu langsam und macht in heiklen Momenten zu oft diesen „hoffentlich komme ich hier heil wieder heraus“ Blick, er ist aber unheimlich stark, macht physisch eine gute Figur und hat das Herz am rechten Fleck. Außerdem hat er klar die richtigen Sidekicks auf seiner Seite, denn eine wunderschöne Zauberin, einen wortgewandten Pferdedieb, einen kauzigen Wissenschaftler und einen bärenstarken Ex-Rivalen, das kann man was die flexiblen Einsatzmöglichkeiten betrifft, nun wirklich nur sehr schwer übertreffen.

Neben den absichtlichen und weniger absichtlichen komischen Momenten, lebt das Abenteuer von der zügigen Inszenierung, den gut aufgelegten Schauspielern und den bunten Settings. Die Action an sich ist übersichtlich gestaltet, beschränkt sich dabei hauptsächlich auf Schwertkämpfe, aufgelockert durch ein paar Schüsse von Mathayus mächtigen Bogen. Oft reichen aber auch einfach nur seine Fäuste. Genau wie der restliche Film schwanken diese Szenen dann zwischen cool, zu übertrieben oder einer zum Schmunzeln anregenden Mischung von beiden.

Dwayne Johnson ist ja mittlerweile einer der best bezahltesten Filmstars. Egal ob in Komödien (Central Intelligence) oder als Actionhero (Hercules), er macht immer eine gute Figur. Dass er körperlich damals noch nicht so aufgepumpt war wie heutzutage, das stört überhaupt nicht, jedoch seine mangelnde Erfahrung, sieht am ihm durchaus an. Aber jeder muss irgendwo mal anfangen und seinen aktuellen Status der Unzerstörbarkeit, den erreicht man auch nicht von heute auf morgen. Charisma hatte der Kerl jedoch schon damals genug.

Kelly Hu (The Tournament) als Zauberin hat auch dank ihrer Kostümauswahl in diesem Film, noch nie so gut ausgesehen. Auch sonst hat sie eine gewisse mystische Ausstrahlung, braucht aber ihre Kräfte der Vorhersehung nicht wirklich, um ihre Umgebung zu verzaubern. Michael Clarke Duncan (Daredevil) und Grant Heslov (Argo) haben Spass und strahlen diesen auch aus als kämpferischer Stammesanführer und nie um eine Ausrede verlegener Dieb. Steven Brand (Criminal) schließlich als Oberschurke gleicht seine fehlende körperliche Überlegenheit gekonnt mit bedrohlicher Präsenz aus, ein eiskalter Führer eben, der keine Widerrede duldet und Versagen nur allzu gerne mit dem Tod bestraft.

Insgesamt daher ähnlich wie das Ausgangsmaterial (Die Mumie) ein leichter Spass für Zwischendurch und wenn man die Karriere von Johnson so verfolgt, auch schon zu Beginn ein sehr guter Hinweis darauf, wie gekonnt er komödiantische Teile und actionreiche miteinander verbinden kann. Der schmale Grat zwischen trashig aber noch lustig und Szenen, die dann schon wieder weh tun, ist eben ein schmaler und daher war es sicherlich gut, dass man die Pläne weitere Teile mit dieser Besetzung zu machen, nie verwirklich hat. Wie es nämlich nicht geht, das zeigen dann die Fortsetzungen (besonders Teil 2 aber auch 3).

„The Scorpion King“ bekommt von mir 7/10 aus schwächendem Skorpion-Gift neue Kraft schöpfende Empfehlungspunkte.

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