Best Of Worst Case: Little Dead Rotting Hood (Filmkritik)

Als sie auf den dringlichen Wunsch ihrer eigenbrötlerischen Großmutter (Marina Sirtis) hin, einem nächtlichen Treffen im Wald zustimmt, wird Samantha (Bianca A. Santos) von einem Wolf angefallen und stirbt kurze Zeit darauf, in den Armen ihrer Oma. Diese hat jedoch magische Kräfte, ist sie doch die Hüterin des Waldes. Deshalb gibt sie ihr Leben für ihre Enkelin und transferiert ihre Macht so auf sie.

Bald wird diese neue Heldin auch dringend gebraucht, denn die tödlichen und auf Grund ihrer Aggressivität auch ziemlich ungewöhnlichen Wolf-Attacken häufen sich und Sheriff Adam (Eric Balfour) und seine Leute, werden mit dem wachsenden Chaos kaum fertig. Schuld an der Misere scheint die bisher unentdeckte Wolfmutter zu sein, die mit ihrer Armee, die gesamte Stadt niedermachen möchte. Zeit für Samantha, hier endlich so richtig aufzuräumen!

Little Dead Rotting Hood

Regisseur Jared Cohn ist ja ein sehr fleißiger Lieferant von immer neuen Filmen für die Trash-Firma „The Asylum“ und das sowohl als Regisseur (Hold Your Breath) als auch als Schauspieler (P-51 Dragon Fighter). Warum er so vielbeschäftigt ist, ist mir aber ein Rätsel. Na gut, ich muss zugeben er wird besser und zwar bezogen auf die Tatsache, dass er sich der Lächerlichkeit des eigenen Stoffes bewusst ist und diesen gerade genug ernst nimmt, um einige witzige Szenen zu erzeugen.

Klar, die Vorhersehbarkeit tut hier fast schon weh, doch die Effekte, sind für die Verhältnisse dieser Firma, durchaus gut schlecht und nicht schlecht schlecht. Dafür gibt es aber leider wenig Kampfgeschehen oder Verwandlungen zu beobachten, wohl weil dann die CGI-Momente insgesamt, noch eine Stufe schwächer geworden wären. Was dafür gut funktioniert, ist die Situationskomik insgesamt und besonders zwischen dem Sheriff und dem Deputy bzw. einigen seiner Stadtbewohner.

Ich musste ja echt Schmunzeln, als in einer Szene zwei Jugendliche beim Sex gestört werden und er nachsehen geht, während sie ihm nervös hinterher blickt. In einem normalen Film, hätte sie mit dem Polster ihre nackte Oberweite bedeckt. Hier aber umklammert sie den Polster in Bauchhöhe und wackelt auch noch schön hin und her. Richtig so, immerhin will auch ein Werwolf, dass sich die Beute bewegt, bevor er zuschlägt.

Vor allem Eric Balfour (Skyline) als Sheriff Adam muss man hier bewundern, denn er spielt beinahe durchgehend so, als wäre er bei einem richtig ernsthaften Horrorfilm mit dabei. Bianca A. Santos (Ouija) als Schwert schwingende Wolfs-Heldin, darf vor allem mit ihrem animalisch übercoolen Blick in die Gegend starren, sich langsam und geschmeidig bewegen und dabei natürlich vorzugsweise richtig gut aussehen. Das bekommt sie hin und Spass hatte sie scheinbar auch noch dabei.

Somit passen zwar einige Zutaten für ein wirklich lustiges Spasspaket, doch ist es für mich am Ende die Unentschlossenheit, die diesen Trash leider nur durchschnittlich macht. Sollen da alle schlecht spielen oder overacten? Offensichtlich nicht. Soll man sich hier auch fürchten? Äh, ist die Frage ernst gemeint? Und die freiwillig/unfreiwillig komische Ebene, wird die wenigstens ausgenutzt? Eben nur teilweise, einmal den Horror mit einem blöden Spruch auflockern, dann wieder den Schrecken wirken lassen und alles ganz ernst nehmen (nach dem „Oh nein, meine Stadt aka die ganze Welt wird untergehen“ Prinzip).

Insgesamt daher leider kein homogenes Erlebnis, man hätte klar den Schwerpunkt in Richtung Humor lenken sollen und nicht die Handlung durch Gespräche und Nebengeschichten strecken, die man für eine Fortsetzung verwenden könnte, die es wohl nie geben wird. Geärgert habe ich mich aber nicht, ist eher schade dass die Möglichkeiten für einen richtigen guilty pleasure Film, dessen Daseinsberechtigung man durchaus verteidigen würde, nicht genutzt wurden.

„Little Dead Rotting Hood“ bekommt von mir 5/10 die Wölfin im Schafspelz beseitigende Empfehlungspunkte.

Best-Of-Worst-Case-Urteil (Trashfaktor: Schauspiel, Drehbuch-Idee):
Die Effekte sind schlecht aber nicht furchtbar, einige der Schauspieler kennt man aus besseren Filmen und sie machen auch hier ihre Sache gut, andere wiederum sind einfach nur mies. Die Inszenierung ist abgesehen von ein paar Längen zügig, die durch die Wölfe verursachten Wunden durchaus blutig und in einer Szene, werden nackte Tatsachen leicht ausgedehnt und richtig schön ins Licht gerückt. Insgesamt wollte man mit dem Story-Mix aber einfach zuviel und fährt keine klare Linie.


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