Ratatouille (Filmkritik)

Remy ist eine französische Ratte und statt Müll zu fressen träumt er davon, ein berühmter Koch zu werden und nur in den besten Restaurants zu kochen. Durch einen Zufall landet er plötzlich in der Küche seines verstorbenen Meisterkoch-Idols und kann sein Glück kaum fassen.

Als er mitansehen muss, wie Küchenjunge Linguini eine Suppe durch sein mangelndes Verständnis und Talent ruiniert, schafft es Remy doch noch aus der Suppe ein kulinarisches Meisterwerk zu machen. Linguini wird aufgrund der gelungenen Suppe befördert, doch ohne Remys Hilfe kann er sich in der Küche nicht behaupten. So hilft Remy ihm beim Kochen und kann so seine geheimsten Träume ausleben…

ratatouille

Eine Ratte in der Küche? Ein Anblick über den ich mich in der Realität nicht gerade freuen würde. Aber der Pixar-Film aus dem Jahr 2007 lässt Herzen schmelzen und überzeugt mit der Botschaft, dass man alles erreichen kann, wenn man andere Leute an den Haaren zieht und seinen Träumen folgt. Der 8. Film aus dem Studio der hüpfenden Lampe ist ein Film mit viel Herz, bei dem man es nicht schafft, ohne einen Guster auf das Gemüse-Gericht Ratatouille nach Hause zu gehen.

Animierte Filme drehen sich ja häufig um einen Außenseiter, der aus seiner Welt heraus sticht und daher nicht wirklich Freunde und Anschluss findet. Durch diese Story erfindet Regisseur Brad Bird das Rad nicht gerade neu, doch er gestaltet den Film und seine Helden so charmant, dass es über ein wenig fehlende Innovation fast hinweg täuschen kann.

So ist es hier mit der Ratte Remy, die sich partout nicht mit der Idee anfreunden kann, sich von Abfall zu ernähren, wenn es doch so viele Delikatessen gibt, die man stattdessen essen könnte. Seine Rattenfamilie ist davon gar nicht begeistert und so muss sich Remy fast für seine geschmacklichen Vorlieben genieren und sie geheim halten.

Regie führte Brad Bird, der schon zuvor mit dem mehr als gelungenen Animations-Film „The Incredibles“ von sich reden machte. Auch „The Iron Giant“ – eine in einen Animationsfilm verpackte Anti-Kriegs-Story – geht auf sein Konto. Er gewann sowohl für „The Incredibles“ als auch „Ratatouille“ den Oscar für den besten Animationsfilm und das vollkommen zu Recht. Er präsentiert eine wunderschöne, fantasievolle Welt und man meint oft, man könnte das auf der Leinwand gekochte tatsächlich riechen, so köstlich sieht es aus. Optisch genial war Remys erster Ausflug in die große Restaurant-Küche, die noch dazu rasant und innovativ gestaltet war.

Pixar hat sich ja darauf spezialisiert, aus unbelebten Dingen und in der Realität emotionslos wirkenden Tieren, liebenswerte animierte Charaktere (Dinge: „Toy Story“ Tiere „Finding Nemo“) zu machen und so ist es kein Wunder, dass Remy einfach putzig aussieht. Eigentlich ist es genial aus dem ungeliebten Küchenparasiten einen wahnsinnig talentierten Meisterkoch zu machen, der erst die Vorurteile seiner menschlichen Kollegen abbauen muss, bevor er akzeptiert wird. Die Menschen wirken meiner Meinung nach in Animations-Filmen gern mal ein wenig deformiert und da ist auch „Ratatouille“ keine Ausnahme.

Dass Remy nicht verbal mit den Menschen kommunizieren kann, erschwert für den kleinen Nager die Sache ein wenig, doch durch ein wenig Haare ziehen, lässt sich der untalentierte Koch Linguini wie eine Marionette steuern, was zu einigen komischen Szenen führt, aber dann doch wieder nervt. Warum in diesem Film ausgerechnet Ratten die Menschen verstehen können, aber nicht anders herum, ist für mich persönlich ein wenig unverständlich, aber naja. Dass die Handlung zum großen Teil auf eine Küche beschränkt ist, sorgt nicht unbedingt für Längen, aber andere Locations hätten auch nicht geschadet.

Fazit: Ein Film mit Herz und Charme. Die Handlung erinnert an vergangene Klassiker, doch durch viel Schwung, Spaß und optische Brilianz unterhält der Film problemlos über seine gesamte Laufzeit.

Dieser Film bekommt von mir 8/10 fast perfekt gewürzten Punkten.

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