Outlander (Serienkritik)

England 1945: Die Militärkrankenschwester Claire (Caitriona Balfe) und ihr Ehemann Frank (Tobias Menzies), genießen nach den Wirren des Krieges ihre zweiten Flitterwochen in Schottland. Während einem Ausflug zu einem (offensichtlich) magischen Steinkreis, reist Claire über 200 Jahre zurück in die Zeit des Jakobitenaufstands, wo sie zwischen den Fronten von katholischen Schotten und protestantischen Engländern landet, dort in Lebensgefahr gerät und prompt von dem Highlander Jamie (Sam Heughan) gerettet wird.

Outlander

Die Serie „Outlander“ basiert auf einem 1991 erschienenen gleichnamigen Buch der amerikanischen Autorin Diana Gabaldon (deutscher Titel „Feuer und Stein“). Darin wird das ungewöhnliche Leben der Krankenschwester Claire Randall beschrieben, die unfreiwillig vom Jahr 1945 ins Jahr 1743 versetzt wird und dort mitten hinein in ein von Unruhen geplagtes Schottland. Outlander ist das erste Buch in einer Serie von inzwischen 8 Büchern. Ich habe inzwischen die ersten beiden Bücher gelesen und muss sagen, dass ich von der Geschichte von Claire wirklich gefesselt wurde. Nach den ersten 4 Folgen kann ich auch sagen, dass Fans erleichtert sein werden zu hören, dass sich die Serie sehr nahe an das Buch hält und versucht, das damalige Schottland und das Buch von Gabaldon möglichst detailgetreu zum Leben zu erwecken.

Doch zu welchem Genre kann man „Outlander“ zu ordnen? Einerseits ist es eine fantastische, überirdische Geschichte, denn Claire reist in das Schottland von 1743 zurück, nachdem sie dort gemeinsam mit ihrem Ehemann nach dem Ende des zweiten Weltkriegs zu zweiten Flitterwochen hin reiste. Es ist auch ein historischer Roman, denn die britische Krankenschwester wird zum „Gast“ (sprich einer Gefangenen) eines schottischen Clans, nachdem sie unter Verdacht gerät, ein britischer Spion zu sein. Dann ist es natürlich zu einem großen Teil auch noch eine epische Liebesgeschichte, denn Claire verliebt sich gegen ihren Willen in den Schotten Jamie Fraser, wenngleich man diesem Aspekt in der Serie Zeit gibt, sich organisch zu entwickeln.

So wirr sich diese Kombination auch anhört, funktioniert sie doch erstaunlich gut, was nicht zuletzt an dem fantastischen Cast liegt. Claire Randall wird von dem ehemaligen irischen Model Caitriona Balfe gespielt. Sie spielt die nach außen fragil wirkende Claire überzeugend und man nimmt ihr ihre stoische Ruhe, mit der sie ihre Zeitreise hin nimmt durchaus ab, denn in ihrer Zeit als Krankenschwester an vorderster Front hat sie weitaus schlimmeres erlebt, wenngleich auch nichts derart fantastisches.

Was auf keinen Fall schadet ist Balfe’s Chemie mit ihrem Co-Star, Sam Heugan, der die Rolle von Jamie Fraser spielt, ein Schotte, in den Claire sich bei ihrem Aufenthalt in der Vergangenheit verliebt. Heugan ist ebenso wie Fraser Schotte, wirkt alleine schon optisch wie dem Buch entsprungen und man kann durchaus verstehen, warum sich Gabaldon so über seine Besetzung als Hauptcharakter freute. Mit ordentlichem Sex-Appeal kann er schon mal dienen und ich bin schon gespannt, ob er die softe Seite von Jamie, die im Buch schon langsam zum Vorschein kommt, ebenso gut spielen kann, wie die unbeschwerte.

Da die Serie auf dem Privat-Sender Starz spielt, ist nackte Haut und Sex natürlich vorprogrammiert, wenngleich damit bis jetzt sehr geschmackvoll umgegangen wurde. Bei Serien wie „Game of Thrones“ hatte ich teilweise das Gefühl, dass man mindestens einmal pro Folge jemanden beim Sex, jemanden Nackten oder eine Hinrichtung zeigte, als ob man eine Quote erfüllen müsste. Hier wurde zwar auch gleich in der ersten Folge mal ordentlich Blut vergossen, aber das wirkte weit nicht so plakativ.

Was manchen eventuell nicht gefallen könnte, ist dass Claire viel im Voice-Over erzählt und so beinahe wie ein Hörbuch wirkt. Mich störte das nicht wirklich, denn Claire ist ein interessanter Charakter und da ist es spannend ihre innersten Gedanken zu hören. Die Serie folgt übrigens wie im Buch Claire und die Kamera weicht selten von ihrer Seite.

Fazit. Ich bin bereits süchtig nach dieser Serie und habe es keinesfalls bereut, dem Piloten eine Chance gegeben zu haben. Ich kann jetzt gar nicht spezifizieren, Fans welches Genres ich die Serie empfehlen kann, aber mal rein zu zappen ist auf keinen Fall ein Fehler. Übrigens wurde schon eine zweite Staffel bestellt, also ist für Nachschub gesorgt!

Diese Serie bekommt von mir 9/10 zeitversetzte Punkte.


2 Gedanken zu „Outlander (Serienkritik)

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