Best Of Worst Case: Die Saat des Bösen – Seeds of Destruction (Filmkritik)

Die Umweltaktivistin Kate (Luisa D’Oliveira, „Cracked“ oder „Super Twister“) will beweisen, dass in einer alten Mine gefährlicher, chemischer Müll entsorgt wird. Bei einer Beschattung werden sie und ihr Freund Joe allerdings Zeuge eines Attentats – ein Mann wird bei einer „Geldübergabe“ erschossen und ihm fällt etwas aus der Hand. Ein Samenkorn nämlich. Dieses Samenkorn beginnt zu wachsen und zu wachsen und zu wachsen – und alles in seinem Weg zu zerstören.

Nur die Wissenschafterin Jocelyn (Stefanie von Pfetten, „Cracked“), begleitet vom Top-Agenten Jack (Adrian Pasdar, spricht in der neuen Avengers Serie den „Tony Stark/Iron Man“), kann mit ihrem Mentor Frame (James Morrison) Licht in die Sache bringen – das Samenkorn war ein Teil der „Samen von Eden“, wirkliche Pflanzen aus dem biblischen Garten Eden. Und da die Welt verdorben ist (bzw. „corrupted“), beginnt die Pflanze alles in ihrem Weg zu vernichten. Wie soll man eine Riesenpflanze aufhalten? Ihr gut zureden?

The Terror Beneath Film

Ja, die Inhaltsangabe macht schon mal so richtig klar, was hier los ist, oder? Hier wird eine Pflanze mit Raketen beschossen, Autos in Abgründe gerissen und überhaupt sehr, sehr viel kaputt gemacht. Das wirklich coole daran ist ja die Tatsache, dass der Bösewicht im Film tatsächlich eine PFLANZE ist. Und jetzt haltet euch fest: Eine MISSVERSTANDENE Pflanze. Denn das arme Ding kann ja gar nichts dafür, dass es in einen unwürdigen, verdorbenen Boden eingepflanzt wurde. Das muss einem erst einmal einfallen. Und dann muss es da einen Prodzenten mit viel Geld geben, der sagt: „Ja! Das machen wir! Hammeridee! Bitte – Nehmt mein Geld und macht diesen Fim!“ (so wie ich einer wäre, wenn ich viel Geld hätte)

Ich finde es genial. Genauso genial wie ich die Schauspielerriege finde, die mit vollem Ernst bei der Sache ist und sich im „Making of“ gegenseitig Komplimente zuwirft. Vor allem Luisa D’Oliveira ist da wirklich nett anzusehen, da sie immer leicht errötet und peinlich berührt ist, wenn sie etwas Nettes über männliche Kollegen sagt.

Zurück zum Film: Der ist super. Ganz einfach. Ich meine, es gibt die wirklich üblichen Zutaten, wie schlechte Effekte, dumme Dialoge und Storywendungen, die so an den Haaren herbeigezogen sind, dass man sich fragt, warum die überhaupt noch Haare haben – aber es funktioniert. Auf einem Level, das nichts mit Hirn oder Logik zu tun hat, macht der Film verdammt viel Spaß. Das liegt jetzt noch nicht mal daran, dass er so schlecht ist, dass er schon wieder gut ist, sondern wirklich daran, dass man allen Beteiligten anmerkt, wie viel Spaß sie bei der Sache haben.

James Morrison als alternder Wissenschaftler ist ohnehin eine Klasse für sich (mir ist erst aufgefallen, wie cool der einen Dialekt im Film nutzt, als ich ihn im „Making Of“ normal reden hörte), Adrian Pasdar hat sichtlich Übung und Freude dran, den harten und coolen Agenten zu spielen, der dann auch ein paar Leute niederknallen darf (die von der Logik des Films genau genommen alle UNSCHULDIG sind, aber darum geht es ja nicht). Stefanie von Pfetten ist als Wissenschafterin glaubwürdig und Luisa D’Oliveira ist einfach nur nett und lieb und es ist immer eine Freude, sie auf dem Bildschirm zu haben. Sidekick Jesse Moss hat nicht wenig zu tun und auch er hat sichtlich Freude dabei.
Beste Szene: Die Überquerung des Zaunes. Mehr sage ich nicht. Ein dramaturgischer Höhepunkt (sicher …) und absolut witzig.

Mike Muldoon hat gemeinsam mit dem Regisseur Paul Ziller das Drehbuch verfasst und das es sein erstes Drehbuch ist, merkt man dem Film per se nicht an – da gab es schon weit schlechtere Drehbücher von weit erfahreneren Autoren. Auch Paul Ziller macht in der Regie nicht viel falsch, was mich aber auch nicht großartig wundert, schließlich ist der Mann den Trash-Fans ja ein Begriff, hat er doch Filme wie den großartigen „Sea Beast“ oder „space Transformers“, „Ice Quake“ oder „Yeti“ auf den Schirm gebracht. Alles Trash-Movies mit einer großen Gemeinsamkeit: Sie sind absolut unterhaltsam.

Für Trashfreunde ist „The Terror Beneath“ eine absolute Empfehlung, allerdings muss ich die Gore-Fans unter euch warnen – der Film hier hat keinen Gore-Anteil. Das ist ein blutfreier Kinderfilm – erwartet euch also diesbezüglich nichts – was soll ich sagen? Der Film ist ab 12 Jahren freigegeben.

„The Terror Beneath“ oder „Saat des Bösen“ bekommt von mir 5,5 von 10 nach dem Garten Eden suchende und dabei fast die Welt vernichtende Punkte

Best of Worst Case-Urteil (Trashfaktor: Effekte):
Wieder so ein Fall von Film, der mit viel, viel mehr Budget vielleicht sogar als guter Katastrophenfilm durchgegangen wäre. Interessant, was Roland Emmerich damit angestellt hätte. Im dem Fall ist halt einfach die Machart ein wenig sehr billig, aber das Herz ist am richtigen Fleck.

Fazit: Harmlos, witzig und nett für Zwischendurch.

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