Priest 3D (Filmkritik)

In einer anderen Welt gab es vom Anbeginn der Zeit Krieg zwischen den Menschen und den Vampiren. Um sich zu schützen zogen sich die Menschen schließlich in große umzäunte, von der Kirche geleitete Städte zurück. Die wirksamste Waffe der Kirche gegen die Vampire, die Priester, werden jedoch arbeitslos, als eben diese bezwungen und in Reservate zurück gedrängt werden. Als seine Nichte von Vampiren entführt wird, bricht ein Priester (Paul Bettany) sein Gelübde und macht sich auf eigene Faust auf, um sie zu retten.

Priest-3D

Was mag wohl heraus kommen wenn der Regisseur von „Legion“ einen koreanischen Comic verfilmt? Scott Stewart war damals für die Regie verantwortlich, und obwohl der Trailer einen ordentlichen Eindruck hinterließ, sah das Endergebnis ja etwas anders aus. Nun sah auch der Trailer für Priest interessant aus – was aber aus dem genannten Umstand heraus vorerst einmal nichts heißen muss. Auch wenn ich „Legion“ nie gesehen habe, wurde mir glaubhaft versichert Stewart’s aktueller Film sei nicht ganz so schlimm.

Die Idee zum Film stammt ja wie bereits erwähnt aus einem Comic, von da her ist es mehr als passend, dass die Hintergrundgeschichte am Anfang stilecht in einem erzählt wird. Als aufmerksamer Zuschauer weiß man dann bald auf was der Film hinauslaufen wird und die Überraschungen halten sich in Grenzen. Das Ende kam mir dann fast ein wenig zu plötzlich und es lässt die Vermutung offen, dass man die Hoffnung hatte, die Geschichte weiter erzählen zu dürfen.

Optisch ist der Film sehr gut geworden – zu sagen er wäre ein Meisterwerk ist zwar übertrieben, aber diese Fantasiewelt lässt schon Stimmung aufkommen. Vor allem diese futuristische, dunkle, von der Kirche kontrollierte Stadt, die man am Anfang des Films zu sehen bekommt ist eine Klasse für sich. Die im Film vorkommenden Vampire haben so gar keine Ähnlichkeit zu ihren Artgenossen aus Twilight/Vampire Diaries, was möglichweise ein Pluspunkt für den einen oder anderen (männlichen) Zuschauer ist. Kameraführung und Schnitt wirken zwar stellenweise etwas amateurhaft, fallen aber meist nicht negativ auf.

Die Action fällt zwar geringer aus, als es der Trailer möglicherweise vermuten lassen möchte, ist aber erstklassig inszeniert. Die übernatürlichen Fähigkeiten der Priester werden sehr cool und optisch ansprechend in Szene gesetzt. Ein Punkt der negativ auffällt sind die Dialoge. Hier hat man offensichtlich versucht mehr aus den Charakteren heraus zu holen, als mit den gegebenen Mitteln möglich war. Daher wirken sie zum Teil schon fast lächerlich und künstlich.

Zum Teil ausgeglichen werden kann dies durch die exzellente Leistung der Schauspieler – und hier allen voran durch Bettany’s erstklassige und souveräne Darstellung. Der Brite wirkt gleichzeitig stark und irgendwie gebrochen zugleich und ist klar ein Highlight des Films. Das andere ist Karl Urban dessen Karriere seit „Star Trek“ allem Anschein auf Hochtouren läuft. In Priest ist er eine Mischung aus Cowboy und irrem Vampir mit hohem Unterhaltungswert (es gibt eine eindrucksvolle Szene wo die Vampire ein Dorf überrennen und Mr. Urban dazu „tanzt“).

Cam Gigandet und Maggie Q machen ihre Sache zwar gut, schaffen es aber nicht irgendwie aufzufallen – sowohl positiv, als auch negativ. Das selbe gilt übrigens auch für den 3D Effekt, von da her kann sollte jeder für sich selbst entscheiden ob ihm der Aufpreis tatsächlich wert ist.

Priest ist alles in allem wie erwartet nicht das erhoffte Filmhighlight und bekommt von da her auch nur 6,5/10 Empfehlungspunkte.


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