The Bleeding (Filmkritik)

Shawn Black´s (Michael Matthias) Eltern wurden von einer Bande ruchloser Vampire eiskalt ermordet. Er selbst überlebt knapp und sucht nach seinem Erwachen sofort nach einer Möglichkeit, die Blutsauger ausfindig zu machen und so schnell wie möglich ins Jenseits zu befördern. Mit Hilfe des Priesters Roy (Michael Madsen), der sich als Profi auf dem Gebiet der Bekämpfung der Untoten erweist, bereitet sich Shawn auf seinen ganz persönlichen Krieg vor.

Die Information des Paters, dass der brutale Anführer der Vampire sein seit Jahren vermisster Bruder Cain (Vinnie Jones) ist, kann er dabei vorerst gar nicht glauben. Will er jedoch diese Biester stoppen, dann ist Shawn der richtige Mann. Durch seine Adern fließt schließlich dasselbe Blut wie durch Cains, was ihn zum einzigen Menschen macht, der das Oberhaupt der Bestien umbringen kann.

The Bleeding Film

In Zeiten wo die Twilight Weichspüler-Vampirschnuckel Mädchenherzen erobern und das gesamte Image des Blutsaugergenres hoffentlich ohne lang anhaltende Folgen unter dieser Qual leidet, ist man ja für jeden Film dankbar, der Vampire als das darstellt, was sie eben nun mal sein sollten: bösartige Biester, die es auf dein Blut abgesehen haben. Darum bekam „The Bleeding“ von mir auch eine Chance, was im Nachhinein betrachtet zwar zu keinem tollen Filmerlebnis führte, doch wenigsten trotzdem trashigen Charm verbreiten konnte.

Der auf Serien spezialisierte Regisseur Charlie Picerni, der seit 1961 auch mittlerweile als ein sehr erfahrener Stuntman und Stuntcoordinator sein Geld verdient, liefert hier seinen erst zweiten Spielfilm ab. Er hätte wirklich lieber bei seiner Stuntarbeit bleiben sollen, denn außer den Actionszenen – was nicht weiter verwundert – hat er nicht viel Ahnung, wie man einen unterhaltsamen Film macht, bei dem man nicht nur wegen der unfreiwillig komischen Szenen lachen muss. Natürlich ist er nicht alleine für dieses vampirische Desaster verantwortlich.

„Schauspieler“ und Produzent Michael Matthias hat ungefähr die Ausstrahlung eines Felsens. Das jetzt bitte nicht falsch verstehen, ich hab grundsätzlich gar nix gegen Felsen, solange sie nicht versuchen, mit ihrem Gesicht Gefühle zu vermitteln. Sieht aus als hätte Steven Seagal sich nebenbei Geld als Schauspiellehrer verdient und Mister Matthias alles gelehrt, was er (nicht) weiß. So ein Hauptdarsteller ist natürlich erste Wahl, wenn man eine furchtbar lächerliche Handlung völlig ohne Humor verkaufen möchte und dabei auch leibend gerne auf jegliche Spannung verzichten will.

Er ist der Slayer, nur er kann das Böse vernichten. Das alles natürlich inklusive einer alten Legende und einer pseudomäßigen Hintergrundgeschichte. Jaja, habs verstanden, blabla. Nein danke. Der (fast) immer coole Vinnie Jones passt perfekt in diesen schlecht geschnittenen und von den Zeitsprüngen her irgendwie nicht ganz nachvollziehbaren Quatsch, da er ständig mit einem Gesichtsausdruck durch die Gegend rennt, als würde er auf einem Nagelbrett sitzen (lächerliche Aussprache auf Grund der billigen Gummivampirzähne inklusive).

Gerettet vor dem Totalabsturz hat den Film souverän Michael Madsen, der als saufender, auf einem Friedhof in einem Grab schlafender Priester sein eigenes Image parodiert, extrem lässig seine Sprüche von sich gibt und sich durch Nichts und Niemanden mehr einschüchtern lässt. Die reflektierend verfremdete Düsteroptik ist zwar gewöhnungsbedürftig, sieht aber insgesamt doch ganz gut aus. Das wars dann aber auch schon mit meinen positiven Eindrücken.

Ansonsten wirkt eben alles viel zu beliebig. Die blutigen Szenen sehen unecht aus, die Schießereien sind schlecht geschnitten und deren Abfolge wiederholt sich zu oft. Die Story nimmt sich viel zu ernst und in Mini-Nebenrollen werden die Auftritte von Armand Assante un Rapper DMX einfach nur verschenkt. Auch die Filmmusik klingt extrem billig produziert. Einzig wahre Trashfans und Freunde von Michael Madsen kommen hier auf ihre Kosten. Und ich? ich hab diesen Blödsinn sicherlich lieber gesehen als Twilight. Punkt.

The Bleeding bekommt von mir 4/10 blutleer seelenlose Empfehlungspunkte.


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