Einfach zu haben – Easy A (Filmkritik)

Olive (Emma Stone) hat es auf der Highschool nicht leicht. Auf der einen Seite wird sie vom anderen Geschlecht nicht wahrgenommen, und auch sonst ist sie nicht gerade beliebt. Eines Tages versetzt sie ihre beste Freundin, und erzählt ihr anschließend, sie hätte bei einem Date ihre Unschuld verloren. Das Gerücht macht die Runde, und rückt sie in den Mittelpunkt des Geschehens. Als ihr homosexueller Freund Brandon sie bittet eine gefakte Nummer mit ihr zu schieben, erklärt sie sich schließlich einverstanden, nicht ahnend welche Konsequenzen das nach sich ziehen wird.

Einfach-zu-haben

Lange Zeit waren die Teenie Komödien derart stark in den Kinos vertreten, dass man eigentlich schon fast Pause schreien wollte. Nun ist es wieder an der Zeit mit der Sexfrage auf Zuschauerfang zu gehen. „Einfach zu haben“ hat aber, vom Thema einmal abgesehen, nicht so wirklich viel gemeinsam mit Filmen ala „American Pie“ und setzt dabei weder auf den bereits abgestanden Fekalhumor noch auf schlechte zweideutige Witze bei denen man, wenn überhaupt, hinter vorgehaltener Hand kurz kichert.

Statt dessen funktioniert der Film neben einem handfesten Script mit tollen Schauspielern und sorgt für gute Unterhaltung beim Zuschauer. Ironisch spielt man hier mit den Klischees einer Highschool, ohne dabei zu dick aufzutragen. Da machen Gerüchte schon mal schnell die Runde, auf einmal wird mit der vermeintlichen Sexbombe geflirtet und, sofern es diese im Film vorkommenden Christenspinner betrifft, gezickt was das Zeug hält.

Olive für ihren Teil genießt die neugewonnene Aufmerksamkeit, merkt erst reichlich spät in welche Richtung sich das Ganze für sie entwickelt und bekommt schließlich ernst zu nehmende Schwierigkeiten, ohne wirklich etwas angestellt zu haben. So, was soll man nun eigentlich noch groß über Emma Stone sagen?

Die Blondine mit den braunen Haaren und der rauchigen Stimme mochte ich schon seit ihrem Film „Zombieland“. Nebenbei ist sie auch noch für den Golden Globe nominiert worden (Best Performance by an Actress in a Motion Picture – Musical or Comedy for: Einfach zu haben) und sie hat die weibliche Hauptrolle in der baldig kommenden neuen Spidermanverfilmung. Es kann karrieretechnisch also nur bergauf gehen!

Der Film lebt in erster Linie von einem Humor, der vordergründig von den spitzfindigen Anspielungen der Protagonistin lebt und der für amerikanische Verhältnisse sehr erwachsen wirkt. Ihre Dialoge sind (ohne Übertreibung – OV bevorzugt!) voll von zweideutigen und schlüpfrigen Bemerkungen – die besten seit langem. Emma Stone spielt mit einer unglaublichen Leichtigkeit jede Facette einer Rolle, die man so vorher wahrscheinlich noch nicht gesehen hat.

Zwei weiter Highlights wären da noch zu erwähnen: Stanley Tucci, der gemeinsam mit Patricia Clarkson eine Auszeichnung für die coolsten Filmeltern verdient hat und Amanda Bynes, die als völlig überzogener Jesus-Freak fast ein wenig übers Ziel hinaus schießt.

Von mit bekommt der Film 8/10 Empfehlungspunkte.


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