S. Darko (Filmkritik)

Wir schreiben das Jahr 1995. Es ist mittlerweile sieben Jahre her, dass der Bruder von Samantha Darko (Daveigh Chase) durch einen vom Himmel stürzenden Flugzeugmotor getötet wurde. Sam´s Leben wurde dadurch komplett verändert, ihre Familie war innerlich zerbrochen. Um ihrer quälenden Familiensituation zu enkommen entschliesst sie sich zusammen mit ihrer besten Freundin Corey (Briana Evigan) Virginia zu verlassen und in Los Angeles neu anzufangen.

Auf ihrer Reise haben sie jedoch bald eine Autopanne und landen in einer kleinen Wüstenstadt. Während Corey sich sofort ins örtliche Partyleben schmeisst, beobachtet Sam seltsame Dinge. Ein Meteor schlägt in einer Windmühle ein und verfehlt dabei knapp einen Kriegsverteranen namens Iraq Jack (James Lafferty). Während Sam in der Nacht schlafwandelt und an irgendwelchen Orten mitten in der Stadt wieder aufwacht, sieht Jack den Geist der ermordeten Sam, der einen Auftrag für ihn hat. Die Welt wird in einigen Tagen untergehen und Jack soll dies von Sam´s Geist unterstützt verhindern, doch um dies zu tun, müsste er in der Zeit zurückreisen können.

S.-Darko

2001 schuf Regisseur Richard Kelly den mittlerweile zum Kultfilm aufgestiegenen ersten Donnie Darko Film. Ich muss hier zugeben, dass ich den Film zwar besitze und vor ein paar Jahren auch angeschaut habe und ihn gut gefunden habe, ich bin aber auf keinen Fall einer der fanatischen Fans, die eine Fortsetzung ihres unerreichbaren Kultfilms schon verdammen, bevor sie sie überhaupt gesehen haben. Kurz gesagt, ich mochte S. Darko, konnte es aber (zum Glück) wenig bis kaum mit dem Original vergleichen, da ich nicht mehr alle Details im Kopf habe.

Die Handlung verläuft hier auf mehreren Ebenen. Nicht nur der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit findet statt, auch Menschen die nicht tot sind kommen als Geister vor (sterben die dann in der Zukunft (?), das müsst ihr selbst rausfinden).
Iraq Jack übernimmt dabei die Rolle die Donnie im ersten Teil hatte, während Sam die Rolle von Jack dem Geisterhasen übernimmt. Im Verlauf der Story wird durch die Geschehnisse auch Sam´s Freundin Corey zur Hauptperson. Sie muss Sam retten aber kann sie das überhaupt?

Von der Grundhandlung kann ich hier sowieso nicht viel erzählen ohne wichtige Details zu verraten, dies ist eine Art von „Tripfilm“, bei dem ich die Eindrücke auf mich wirken ließ und mit den logischen Überlegungen dazu noch nicht ganz abgeschlossen habe. Die Handlung verläuft sehr langsam fast schon elegisch, für mich strahlt der Film aber eine eigene Faszination aus, die Spannung genug erzeugt für einen eigentümlichen Filmabend.
Die Effekte erinnern an den ersten Teil, bei Explosionen erpart man uns billige CGI Effekte, diese Dinge passieren lieber Offscreen. Die dramatisch träumerische Musik hat auch einen grossen Teil zur einzigartigen Stimmung beigetragen.

Die Schauspieler haben mir durchwegs sehr gut gefallen, vor allem Daveigh Chase, die ihre Rolle als Samantha Darko aus dem ersten Teil wiederholen durfte. Sie war ja auch das kleine Geistermädchen aus dem amerikanischen „Ring“ Remake und sprach die Rolle der Lilo in Disneys Lilo und Stitch Filmen. Nun ist sie erwachsen, und ihre verletzlich kindliche aber auch gleichzeitig mysteriös erwachsene Schauspielart ist wirklich interessant zu beobachten. Hoffe sie in Zukunft öfter zu sehen um mitzubekommen, wie sie sich noch so weiter entwickelt. Briana Evigan als ihre beste Freundin ist eine echte Rebellin und man schliesst sie schnell ins Herz. Wer diesen Film im Original sieht, der kommt auch noch in den Genuss ihrer rauchigen Stimme, die sie zu einer Art von „weiblichem Vin Diesel“ machen (natürlich nur auf stimmlicher Ebene).

Auf der männlichen Seite können vor allem drei Herren punkten. James Lafferty (bekannt aus der Serie One Tree Hill) als der verzweifelte Aussenseiter Iraq Jack. Ed Westwick (bekannt aus der Serie Gossip Girl) als charmanter, cooler Kleinstadtverlierer Randy.
Jackson Rathbone (Jasper Hale aus den Twilight Filmen) als neurotischer Sci Fi liebender, schüchterner Sonderling.

Natürlich kann man sagen, dass die Handlung dieses Teils (die Rettung der Welt) Donnies Opfer im ersten Teil viel kleiner erscheinen lässt bzw. ihm an Kraft nimmt (da ja durch seinen Tod weniger Menschen gerettet wurden). Doch ich finde, dass die Entscheidung sich zu opfern nicht leichter wird, wenn du dich für alle Menschen opfern sollst. Würde ich eher für einen Menschen sterben den ich liebe oder für eine riesige, anonyme Masse? Hm, ich weiss es nicht, vielleicht wisst ihr es ja. Liebhaber des ersten Teils werden diesen also sicherlich hassen, ich wurde jedoch gut unterhalten und bin froh, wieder mal etwas nicht alltägliches gesehen zu haben.

Am Ende noch ein kleines mir gut gefallendes Zitat, die beschriebene Situationsbeschreibung kommt mir nämlich aus meiner Schulzeit bekannt vor.
Randy: „So what´s it like in Virginia?“
Samantha: „It sucks. It´s like everybody know´s everything about me but I´m invisible at the same time. It´s like the worst of both worlds“.
Randy: „It´s like in High School. When you are not invisible you are an asshole“.
Samantha „Or a teacher“.
Randy: „Or both“.

S. Darko bekommt von mir 8/10 zeitreisende Empfehlungspunkte.


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