The Spirit (Filmkritik)

Denny Colt (Gabriel Macht) war ein Polizist, bis er vor drei Jahren ermordet wurde.
Seit seiner bisher ungeklärten Rückkehr von den Toten, überwacht er als maskierter Rächer Spirit seine Stadt und unterstützt die Gesetzeshüter bei der Festnahme sämtlicher Verbrecher. Seit einiger Zeit bereitet ihm der zu seinem Erzfeind gewordene Verbrecherkönig Octopus (Samuel L. Jackson) und dessen rechte Hand Silken Floss (Scarlett Johansson) gehörig Probleme. Zu allem Überfluss scheint auch noch Denny´s Jugendliebe Sand Saref (Eva Mendes) in dunkle Geschäfte mit dem Octopus verwickelt zu sein. Spirit´s bisher grösster Kampf beginnt, da er im Octopus einen ebenbürtigen Gegner gefunden hat, der anscheinend mit Denny´s plötzlicher Wiederauferstehung etwas zu tun hat.

The Spirit Film Gabriel Macht

The Spirit ist eine Comicverfilmung, die auf dem 1940 erstmals erschienenen Comicstrip des berühmten Künstlers Will Eisner basiert. Regie führte der selbst mit seinen Comics und dessen Verfilmungen bekannt gewordene Frank Miller der hier, nachdem er sich bei Sin City die Regie noch geteilt hatte, erstmals ganz alleine als Regisseur für einen Film zuständig war. Da Miller ein bekennender Fan des Spirit Comis und seines Schöpfers war und selber Künstler aus dem selben Genre ist, standen die Zeichen für einen Erfolg vor allem nach den erfolgreichen Verfilmungen der Miller Comics Sin City und 300 sehr gut.

Dass trotzdem ein finanzieller Flop daraus wurde, könnte einerseits an den Hardcore Fans des Originalcomics liegen, die Miller´s Sin City Stil nicht für den Film geeignet hielten, oder an den Erwartungshaltungen, die beim Namen Frank Miller geweckt werden.
Wer hier aber eine thrillerähnliche, düstere Atmosphäre erwartet und die überzeichnete Darstellung roher Gewalt, der wird sicherlich nicht bekommen was er will. Ich persönlich kenne das Original Spiritcomic nicht, darum kann ich auch nicht näher auf den ersten Kritikpunkt eingehen. Zum zweiten Kritkpunkt kann ich natürlich auch nichts sagen, da jeder für seine Erwartungshaltung und dessen Auswirkungen selbst verantwortlich ist.

The Spirit ist vor allem eines, nämlich purer Spass. Er ist eine Hommage an die Comichefte der 40er Jahre inklusive all der herrlich naiven, unreflektierten Dialoge.
Die ganze Inszenierung wirkt so, als hätte man einem Kind sein absolutes Lieblingspielzeug gekauft und nun spielt es munter drauf los, auch wenn das ganze lustige Treiben bei all der Freude etwas chaotisch überzogen wirkt. Miller ist in diesem Fall das auf Grund der ausgeprägten Liebe für seine weiblichen Charaktere ziemlich erwachsene Kind.

Man muss also nur sein Gehirn völlig ausschalten, die überwältigende Optik geniessen, sich von der Schönheit der versammelten Frauenriege blenden lassen und sich von den witzigen, kranken und wunderbar kitschigen Dialogen bestens unterhalten lassen, fertig ist das perfekt kurzweilige Filmerlebnis. Die bahnbrechende Sin City Optik sieht meiner Meinung nach wieder mal sehr toll aus und passt sehr gut in Spirit´s Welt.
Die Damen vor allem Eva Mendes und Scarlett Johansson haben sichtlich Freude an ihren Rollen, genauso wie Miller ziemliche Freude daran hat, sie so schön und sexy wie möglich ins rechte Bild zu rücken.

Samuel L. Jackson definiert das Wort Overacting für sich ganz neu, was aber in diesem Fall sicherlich auf eine konkrete Regieanweisung zurückzuführen ist. Im Bereich der Optik kann ich Milller also auf allen Ebenen nichts vorwerfen und über Handlung und Story zu schimpfen, finde ich auf Grund der eindeutig sehr hohen Schau- und Unterhaltungswerte ziemlich überflüssig.

Am Ende noch ein kleines Zitat über die netten Damen im Film.
Commissioner Dolan: „Is every goddamn woman in this goddamn hell hole out of her goddamn mind?“
Morgenstern: „No, sir. We’re just equipped“.

The Spirit bekommt von mir 8/10 irrwitzig kurzweilige, optisch überragende Empfehlungspunkte.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.