Shuttle (Filmkritik)

Die beiden Freundinnen Mel (Peyton List) und Jules (Cameron Goodman) warten nach einem gemeinsamen Urlaub am Flughafen auf ein verloren gegangenes Gepäcksstück.
Spät am Abend erfahren sie schließlich, dass der Koffer wohl erst am nächsten Tag mit einem Flug nachgeliefert wird. Die beiden jungen Damen haben Glück und bekommen noch trotz später Stunde einen Platz in einem Shuttlebus angeboten, für den der Fahrer (Tony Curran) sogar nur den halben Preis verlangt. Gemeinsam mit Seth und Matt, zwei jungen Männern die sie kurz vorher kennengelernt haben, betreten Mel und Jules den Bus, indem außer ihnen nur ein schüchterner Typ namens Andy sitzt.

Die Fahrt beginnt ganz harmlos, doch nachdem nach einer Panne Matt beim Reifenwechsel schwer verletzt wird, eskaliert die Situation plötzlich. Der Fahrer, der von Seth wüst beschimpft wurde, zieht eine Waffe und bedroht seine Fahrgäste damit.
Sie sollen sich ruhig verhalten und keine Dummheiten versuchen, dann wird auch niemand verletzt werden. Für Mel wird sofort eines klar, entweder sie können so bald wie möglich aus dem Shuttlebus flüchten, oder der Fahrer wird sie nie wieder gehen lassen.

Shuttle Film

Shuttle ist das Regiedebut des jungen Regisseurs Edward Anderson, der auch das Drehbuch verfasst hat. Der Film ist ein Vertreter vom guten alten Thrillergenre, der mit einem nicht ganz unerwarteten (aber gemeinen) Twist in der Mitte des Filmes aufwarten kann, und ein für mich deprimierendes und auch unbefriedigendes Ende hat. Die Handlung findet hauptsächlich nur innerhalb des Busses statt, was der ganzen Geschichte einen leicht klaustrophobischen Touch gibt und verlässt sich dabei ganz auf seine sechs Hauptcharaktere.

Shuttle ist einer dieser Filme, die man entweder wirklich spannend finden kann oder wirklich schlecht bzw. ärgerlich, vor allem auf Grund der Entscheidungen, die die Hauptcharaktere im Laufe des Filmes treffen. Ich werde mal ein paar Beispiele bringen was ich damit meine, indem ich ein paar Fragen zu bestimmten Situationen im Film stelle:

  1. Würde ich einen wehrlosen Menschen, der zwar anscheinend unberechenbar ist und auch vor Mord nicht zurückschreckt einfach so töten, wenn ich die Chance dazu hätte? Würde ich ihn nicht lieber zur Polizei bringen damit ich mir mit dem Mord mein Leben nicht zerstöre?
  2.  Wenn man völlig verängstigt nach einer Horrornacht von einem Unfall flüchtet, bricht man dann nicht vor dem nächstbesten Auto zusammen das vorbei kommt um gerettet zu werden? Oder rennt man einfach immer weiter obwohl man keine Kraft mehr hat?
  3.  Wenn ich als normaler Mensch (ohne Kampferfahrungen) meinen Peiniger die Waffe entreissen kann und ihn damit einmal ins Gesicht schiesse, suche ich dann noch mehr Patronen um diesen Vorgang zu wiederholen oder erwarte ich nicht eher, dass der Kerl tot ist?

Ich habe ein paar Foren besucht und gesehen, dass einige Menschen das Drehbuch dämlich fanden und vor allem die Art der Reaktionen der beiden Hauptdarstellerinnen.
Ich bin wohl leichter zu unterhalten, da ich ein spannendes Filmerlebnis hatte, und mir nie langweilig wurde. Eines kann man dem Fahrer aber schon vorwerfen, wenn er diese Art von „Spezialfahrten“ schon länger macht, dann sollte er wirklich besser organisiert sein, vielleicht liebt er aber auch nur das Chaos. Der Film ist gut gemacht und vor allem die Schauspieler haben mich überzeugen können.

Tony Curran, den ich als Oberbösewicht Marcus aus Underworld 2 noch bestens in Erinnerung habe, spielt seine Rolle herrlich undurchschaubar. Man traut ihm bald alles zu und erkennt ihn als Bedrohung, doch zeigt er auch mehr als einmal, dass er die Dinge die er tut nicht macht weil sie ihm Spass machen. Ob er echte Zweifel hat oder nur genug hat von der ganzen Gewalt erfährt man aber nie. Die bisher vor allem auf Serien abonnierte Peyton List macht ihre Sache als resolutes Opfer wirklich gut, sie ist der eindeutig stärkste Charakter unter den jungen Leuten und man wünscht ihr, dass sie die Busreise heil übersteht. Den Busfahrer auf jeden Fall überrascht sie mehrere Male mit ihren immer neuen Ideen wie sie flüchten könnte.

Für mich also ein interessantes Filmerlebnis, vor allem der Schluss hat bei mir aber einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen. Es muss bei mir nicht immer ein Happy End geben, doch hier sieht man auf ziemlich realistische Weise, dass es eindeutig schlimmere Schicksale als den Tod gibt.

Shuttle bekommt von mir 6,5/10 ohne Wiederkehr reisende Empfehlungspunkte.


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