Shrooms (Filmkritik)

Tara (Lindsey Haun) und ihre vier Freunde sind amerikanische Jugendliche, die nach dem Trip ihres Lebens suchen. Dafür besuchen sie ihren alten College Freund Jake (Jack Huston) in Irland.
Mitten in einem grossen Waldstück geht die kleine Gruppe unter Jake´s Führung kurz darauf auf Pilzsuche. Die sogenannten „Magic Mushrooms“ sollen eingenommen unter freiem Himmel und in Anwesenheit der richtigen Menschen ihre volle Wirkung erst ganz entfalten.

Dabei ist kein Trip gleich wie der andere. Der Geist wird offen für alles, man spürt jede Kleinigkeit um sich herum oder kommuniziert mit der Geisterwelt. Als Tara jedoch getrennt von den Anderen einen falschen, lebensgefährlichen Pilz erwischt, beginnt der anfangs lockere Spassausflug schnell ernst zu werden. Tara überlebt zwar knapp, angestachelt durch eine von Jake erzählte Geistergeschichte und geplagt von Visionen einer möglichen Zukunft steckt sie ihre auch unter Pilzeinfluss stehenden Freunde zunehmend mit Paranoia an.
Nach kurzer Zeit haben allle Beteiligten die Kontrolle verloren. Was ist noch echt und was nur Teil des Trips?

Shrooms Film

Nach zwei Dramen und drei Komödien ist Shrooms der erste Ausflug des irischen Regisseurs Paddy Breathnach ins Horror/Thriller Genre.
Sieht so aus als hätte er seine Bestimmung gefunden. Der Film ist vor allem visuell berauschend (was ironischerweise der Filmstory entspricht), da er es mit vielen einfallsreichen und wirklich toll aussehenden Kameraperspektiven schafft, eine alptraumhafte Atmosphäre zu erzeugen, die einen in die Handlung förmlich hineinsaugt.

Shrooms wirkt wie ein Hybrid aus zwei Genres. Einerseits findet man Motive aus dem Backwoods Slasherfilmgenre, jedoch geht es hier nie um Gewalt oder möglichst coole Todesszenen. Andererseits wirkt der echte (oder ist er nur eine Phantasiegestalt) Killer mit der Kutte wie eine Geisterfigur aus einem der typischen asiatischen Geisterfilme, doch sind die Szenen mit diesem Geist zu kurz und werden dem Zuseher nie klar als Realität oder Fiktion präsentiert.
Diese Mischung funktioniert für mich hier sehr gut, und macht aus zwei altbekannten Genres einen neuartigen, homogenen Mix.
Die bereits erwähnten Kameratricks, der gute Schnitt und die teilweise wie für ein Fotoset inszenierten Szenen heben Shrooms für mich eindeutig über den Einheitsbrei hinweg, und funktionieren als Mischung besser als so einige Vetreter der hier zusammengefügten Genres.

Dass hier alles so gut klappt, ist wohl vor allem Regisseur und Kameramann bzw. dem Cutter zu verdanken. Auch einen wesentlichen Anteil am Erfog haben die bei uns unbekannten Darsteller allen voran Lindsey Haun und Jack Huston. Haun macht ihre Sache als im Filmverlauf emotional völlig aufgelöste Heldin echt gut und hat dabei auch keine Angst sich schmutzig zu machen. Man möchte sie beschützen und wünscht ihr, dass sie endlich aus diesem Albtraum erwacht und alles wieder gut ist. Huston (den ich bereits im Film „Outlander“ charismatisch fand) wirkt auch hier ziemlich smart und spielt die eindeutig interessanteste männliche Rolle im Film. Die Story ist hier natürlich nur Mittel zum Zweck, die Umsetzung ist das was wirklich überzeugt. Wer also mal einen etwas anderen Drogen/Slasher/Geisterfilm sehen möchte, der kommt hier voll auf seine Kosten (inklusive dem obligatorischen Schlussgag).

Am Ende noch ein kleines Zitat zum Thema: Wenn ich high bin, sprechen Tiere mit mir.
Bluto:“ You are a fucking cow! Why should I listen to you?
Cow: „Because you´re fucking wasted!“

Shrooms bekommt von mir 7,5/10 highe Empfehlungspunkte.


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