WAZ (Filmkritik)

Die beiden Polizisten Eddie Argo (Stellan Skarsgård) und seine neue Partnerin Helen Westcott (Melissa George) sind auf der Suche nach einem Serienkiller. Dieser Mörder entführt jeweils einen Menschen (sagen wir Person A zu ihr) und eine Person die diesem Menschen am meisten bedeutet = Person B. Sie werden auf zwei Sesseln angebunden, der eine Sessel besitzt einen Hebel der – wenn man ihn umlegt – einen tödlichen Stromstoss durch den zweiten Stuhl fahren lässt. Person A kann jederzeit einem grausamen Schicksal entkommen, indem sie den geliebten Menschen im Stuhl gegenüber einfach umbringt durch Umlegen des Schalters.

Nun wird Person A solange gefoltert, bis sie den Schmerz nicht mehr aushält, und der eigene Überlebensinstinkt und die Angst vor dem Tod stärker werden als die Liebe zu ihrem Gegenüber. Die Opfer dieses grausamen Spiels werden auf öffentlichen Müllplätzen abgeliefert, mit den Buchstaben WAZ in deren Oberkörper geritzt. Zuerst tappen die Polizisten im Dunkeln, doch bald schon liefert der Killer (der eigentlich selber niemals tötet) absichtlich den entscheidenden Hinweis, der Eddie dazu zwingt, sich mit seiner nicht ganz legalen Vergangenheit auseinanderzusetzen.

W Delta Z oder The Killing Gene wie dieser Film auch genannt wird, ist ein aktueller Vetreter des Killerthrillergenres. Der Film spielt meistens in der Nacht, die Farben wirken fahl, keiner der Charaktere würde jemals darn denken auch nur ansatzweise zu lächeln.
Zur genretypischen Düsterkeit passt auch die eingeführte Mythologie sehr gut. Die W Delta Z Formel bezieht sich nämlich auf unsere selbstsüchtigen Gene.

Helden gibt es nicht, auch keine Liebe, alles was wir tun bestimmen unsere Gene, die sich durch uns unzählige male selbst kopieren. Und den Genen ist natürlich völlig egal wer stirbt oder lebt, sie bleiben und kopieren sich immer weiter. Wenn es also heißt er oder ich entscheidet man sich immer für sich selbst, opfert man sich für eine Gruppe von Menschen dann haben die Gene entschieden dass die Gruppe wichtiger ist als man selbst.

Diese Grundidee und die beiden sehr guten Hauptdarsteller machen diesen Film zu einem unterhaltsamen Filmerlebnis, der Rest des Films vermag es nicht sich über den Einheitsbrei des Genres hinwegzusetzen. Der Film schafft es nicht durchgehend Spannung zu erzeugen und rutscht am Ende, was die Anzahl der brutalen Szenen betrifft, fast in die Kategorie des „Tortureporn“ ab.

Selma Blair in einer für sie ungewöhnlichen Rolle möchte ich hier aber noch als weitern kleinen Pluspunkt von WAZ anführen.

Am Ende wie immer noch ein kleines, feines Zitat:
„Just imagine a hero without a genetic motive. Not a relative, not a potential mate. Now, that would be interesting, wouldn’t it?“

WAZ bekommt von mir 5/10 genetische Empfehlungspunkte.


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