Diary of the Dead (Filmkritik)

Jason Creed ist ein ambitionierter Filmstudent der gerade mit einigen Studienkollegen und Freunden einen Horrorfilm drehen will, als die Dreharbeiten plötzlich durch erschreckende Nachrichten aus dem Radio unterbrochen werden. Tote Menschen sollen sich aus bisher ungeklärten Umständen wieder erheben und werden nur mehr durch den Hunger nach menschlichen Fleisch angetrieben.

Für Jason und seine Freunde beginnt damit eine abenteuerliche Reise ins Ungewisse, die als erstes Ziel das Haus von Jason´s Freundin Debra hat, wo deren Eltern und ihr kleiner Bruder hoffentlich in Sicherheit sind. Jason hält dabei jede Minute ihrer Fahrt auf Kamera fest und stellt immer wieder Videos auf seine Homepage, denn die Welt muss die Wahrheit erfahren, damit die Regierung die ganze Sache nicht vertuschen kann. Dabei überschreitet er mehr als einmal die Grenze zum puren Voyeurismus.

Schon 1968 hat der damals 28 jährige Kultregisseur George A. Romero mit „Night of the Living Dead“ die Mutter aller Zombiefilme gedreht. Und auch heute noch, 40 Jahre später und mittlerweile selbst stolze 68 Jahre alt bleibt Romero seinem Genre treu und hat dabei noch nichts verlernt. Die Regeln seiner Filme befolgt er auch hier treu, Sozialkritik darf dabei genauso wenig fehlen wie die langsamen, unbeholfenen Bewegungen der Zombies, die in moderneren Filmen ja oft zu rasenden Killermaschinen mutieren und dabei einem Leistungssportler Konkurrenz machen könnten.

Neu ist hier aber die Kameraführung: der ganze Film wird durch die beiden Kameras der Filmstudenten gezeigt, deren selbst gedreht und geschnittener Film „Death of Death“ sozusagen der eigentliche Film im Film ist und sich nur als „Übertitel“ Diary of the Dead nennt.

Die Sympathien der Zuschauer sind dabei nie eindeutig verteilt, auch die Frage ob wir es als Rasse überhaupt wert sind gerettet zu werden wird gestellt, eine Antwort darauf darf man aber nicht erwarten, darüber darf sich jeder selbst den Kopf zerbrechen.
Insgesamt ist der Film nicht der große Wurf aber den hat Romero ja schon vor vielen Jahren gemacht, ein spannendes, kritisches und manchmal sogar ironisches Horrorfilmerlebnis ist ihm hiermit aber auf jeden Fall gelungen.

Diary of the Dead bekommt von mir 6/10 schlurfende, untote Empfehlungspunkte.


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