Die acht jährige Aurora (Sophie Sloan) lebt in New York City mit ihren Pflegeeltern. Sie warnt diese nicht den Boden in ihrem Zimmer zu berühren, da dort ein Monster lauert, dass sie fressen wird. Sie nehmen diese Warnung natürlich nicht ernst und eines nachts sind sie verschwunden und das junge Mädchen befindet sich alleine in der Wohnung.
Sie wendet sich an ihren Nachbarn (Mads Mikkelsen), dem sie vor kurzem in der Nacht gefolgt ist und den sie aus ihrer Sicht dabei beobachtet hat, wie er einen Drachen getötet hat. Sie redet den Mann an und will ihn engagieren, um das Monster unter ihrem Bett zu töteten…

Produzent und Drehbuchautor Bryan Fuller hat vor Jahren bei Start Trek: Yoyager mitgeschrieben und in den letzten Jahren die Star Trek: Discovery Serie mitentwickelt. Die Hannibal Serie aus dem Jahr 2013 stammt ebenfalls aus seiner Feder und dort war ja Mads Mikkelsen die titelspendende Hauptfigur. Den hat er nun erneut besetzt und zwar in seinem Regiedebüt Dust Bunny, bei dem auch das Drehbuch von ihm stammt und er auch als Produzent mit an Bord ist.
Geworden ist daraus ein Erlebnis, nach dem man – würde man danach bewusst Ausschau halten – lange suchen müsste. Ich meine damit einen Film, der sich im Einheitsbrei erfrischend anders anfühlt. Dass dabei genau gar nichts erklärt wird und somit alles der eigenen Interpretation bzw. Fantasie überlassen ist, ist ein dicker Pluspunkt. Im Mittelpunkt steht die magnetische Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren.
Sophie Sloan als Aurora ist richtig großartig, diese kindliche Weisheit, der trockene Humor ihrer entwaffnenden Ehrlichkeit plus ihre gesamte Gestik, sie fordert einfach ganz nebenbei deine volle Aufmerksamkeit. Mads Mikkelsen (Polar) als „besorgter Nachbar“ beginnt schweigsam und mysteriös, wie er mit Aurora wie mit einer Erwachsenen spricht und wie man ihn langsam besser kennenlernt, da entwickelt sich zwischen den beiden eine ganz eigene, ziemlich witzige Dynamik.
Überhaupt sind skurrile Momente zwischen Figuren hierbei eine Mechanik, die sich durchzieht durch die gesamte Laufzeit und klar zu den Highlights zählt. Dazu tragen auch ein selbstverliebt, giftiger Auftritt von Sigourney Weaver (The Gorge) als Auftraggeberin und ein für ihn typischer, etwas außerhalb der Norm funktionierender Killer, gespielt von David Dastmalchian (Late Night with the Devil) mit dazu bei.
Dann wäre da die Cinematographie, die eine eigenständige Welt erzeugt, die fantasievoll und anders wirkt. Die Kamerafahrten, wo sich die Kamera befindet in vielen Einstellungen, was für Zwischenschnitte passieren, das wirkt genau so, als wäre jede kleinste Szene genau so geplant gewesen. Die Farben und Kostüme verstärken dabei noch den Retro-Fantasy Look, der irgendwie zeitlos wirkt, eben alt und dennoch modern.
Das einzige, was ich als Kritik anbringen muss, sind wieder mal die CGI-Effekte, was ich hier aber als „jammern auf hohem Niveau“ bezeichne. Das Monster alleine oder beim Leute Fressen sieht gut aus, nur wenn im Vordergrund ein Mensch ist und dahinter das Wesen, da ist der Effekt klar erkennbar. Ist aber wohl wie humanoide, hüpfende CGI-Kreaturen, die sollte man einfach weg lassen, denn so etwas sieht nie gut aus. Da die dazugehörige Szene hier aber emotional wichtig ist, lass ich das gerne durchgehen.
In Summe also ein schönes Märchen für Erwachsene, dass mehrere Genres bedient und es wohl schwer haben wird, ein großes Publikum für sich zu gewinnen. Wisst ihr was, das macht diesen Film über zwei Außenseiter für mich dann noch einmal sympathischer. Fuller kann aus meiner Sicht in Zukunft gerne öfters auf dem Regiestuhl Platz nehmen. In diesem Sinne: alleine zu sein muss nicht schlimm sein, Jemanden zu haben im Leben, aber auch nicht.
„Dust Bunny“ bekommt von mir 8,5/10 das gerufene Monster nicht mehr los werdende Empfehlungspunkte.



