Wildcat (2025 Filmkritik)

Früher waren sie eine Spezial-Einheit, aber seid einigen Jahren ist Ada (Kate Beckinsale) ausgestiegen und widmet sich nun rein der Erziehung ihrer Tochter. Als diese jedoch auf Grund einer dummen Aktion ihres Bruders entführt wird, kontaktiert sie ihren früheren (auch privaten) Partner Roman (Lewis Tan).

Gemeinsam mit ihrem Bruder und einem weiteren Teammitglied macht sich die Truppe auf, um einen Raub zu begehen, um so das junge Mädchen freikaufen zu können. Dabei legen sie sich ganz nebenbei mit den mächtigsten Gangsterbossen der Stadt an…

Ich fang jetzt mal anders an als sonst. Kate Beckinsale hatte im November 2025 einen Auftritt in der Show von Jimmy Kimmel um „Wildcat“ zu promoten. Dort erzählte sie, dass der Freund ihrer Tochter auf die Toilette ging und dort ein Ei gelegt hat (später noch ein zweites) und sie hatte auch ein Beweisvideo (nicht fürs Publikum) dabei. Nein, das soll kein Scherz sein.

Viel mehr ist so ein Kaliber als Story nötig, um von ihrem Gesicht abzulenken. Offensichtlich hat sie nämlich den plastischen Chirurgen von Famke Janssen (Saint Seiya) abbekommen und nachdem ich ihren aktuellen Film gesehen habe, der emotional dramatische Szenen beinhaltet und auch Momente, in denen sie weint, muss ich ganz klar sagen, dass sie sehr tapfer gegen ihr versteinertes Gesicht ankämpft, aber der zeitweise puppenhaft groteske Look siegt am Ende.

Deswegen konnte ich den neuesten Film von Regisseur James Nunn (Shark Bait) – der manchen vor allem wegen seiner „One Shot“ Reihe mit Scott Adkins, die 2026 als Trilogie endet und mit dem Gimmick arbeitet, alles in einem Take ohne Schnitt gefilmt zu haben – ein Begriff ist, so richtig überhaupt nicht ernst nehmen. Dass einige Männer sie dann auch noch anmachen, weil sie so eine scharfe Dame ist, da musste ich dann wirklich den Kopf schütteln.

Vielleicht ist aber auch das eine Ablenkung von Nunn – und Beckinsale ist nur seinem Beispiel gefolgt mit ihrem Interview – denn dieser Film ist eindeutig ein Versuch, lässig zu sein, coole Figuren zu haben und Sprüche zu klopfen wie bei einem typischen Guy Ritchie Film (ein aktuellerer Vergleich wäre etwa The Gentlemen). Mit diesem „Experiment“ scheitert er dann auf allen Ebenen. Ein generisch gelifteter Girlboss und ihr Toyboy, umhüllt von dummen Charakteren und gelangweilten Altstars, wollen ein kleines Mädchen retten, das ist hierfür wohl die akkurateste Beschreibung.

Schade finde ich das aus schauspielerischer Sicht nur für Lewis Tan (Mortal Kombat), denn der ist als Roman charismatisch und zeigt bei den kurzen Fights sein Martial Arts Können, doch die meiste Zeit darf er nur seine (noch) nicht erwiderte Liebe zu Ada zeigen, keine wirklich dankbare Rolle, obwohl er eine gute Figur macht. Die Angebetete wird von Beckinsale im Autopilot gespielt, was sehr schade ist, zu Underworld Zeiten mochte ich sie sehr gerne.

Die Mischung aus Lifting/Botox gepaart mit den nicht lässigen, sondern eher lächerlich coolen Sprüchen, plus unspektakuläre Action und Figuren, die man entweder als dumm, nervig oder desinteressiert bezeichnen kann, das ergibt einen furchtbar beliebigen Film, über den man wohl nur wegen dem zu Beginn erwähnten Thema spricht. Schade um Kate, gerade wenn man sich in den letzten Jahren zuvor Jolt (da passte ihr Gesicht noch) und dann Canary Black angeschaut hat, sieht man den Verfall.

Damit möchte ich die Kritik auch beenden, mit einem Appell an die Hollywood Ladies. Ich verstehe, dass es im Filmbusiness ab einem gewissen Alter schwierig wird, aber was manche von euch mit eurem Gesicht machen, ist karrieretechnisch völlig daneben, da Emotionen kaum mehr sichtbar sind. Als würde ein Chirurg täglich stundenlang mit den Fäusten gegen eine Felswand schlagen, von so einem lässt man sich sicher gerne operieren. Es gibt nämlich genug positive Beispiele, die ihren Weg ohne (sichtbare) Chirurgie gehen und dennoch erfolgreich sind…

„Wildcat“ bekommt von mir 3,5/10 Eintauchen ins Geschehen völlig unmöglich machende Empfehlungspunkte.


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