The Lair (Filmkritik)

Royal-Air-Force-Pilotin Kate Sinclair (Charlotte Kirk) wird über Afghanistan abgeschossen. Auf ihrer Flucht stolpert sie über einen Bunker, in dem sie auf ein dunkles Geheimnis stößt. Innerhalb des Bunkers befinden sich nämlich biologische Waffen um genau zu sein Kreaturen, die mit menschlicher und außerirdischer DNA erzeugt wurden.

Kate gelingt es verletzt zu entkommen und sie trifft kurz danach auf amerikanische Soldaten, die sie in ihr nahegelegenes Lager bringen. Dort versucht sie deren Anführer Finch (Jamie Bamber) zunächst vergeblich davon zu berichten, denn sie wird nicht ernst genommen. Was sich schon bald als großer Fehler erweist, denn die Wesen haben die Fährte von Kate aufgenommen und greifen das Camp an, um sie zu holen.

Über Neil Marshall (Dog Soldiers) und seine Herzensdame Charlotte Kirk, habe ich bereits bei ihrem ersten gemeinsamen Film The Reckoning etwas geschrieben. Dort und auch hier hat das Paar, dass mittlerweile gemeinsam eine Produktionsfirma gegründet hat, das Drehbuch zusammen geschrieben, sie produzieren beide, er übernimmt die Regie und sie die Hauptrolle. Ihr drittes Werk als Duo namens „Duchess“, wird gerade gedreht.

Eine Rückkehr zu den alten Tagen von „The Descent“ sollte es werden, damals war Marshall auch noch richtig gut, das kann ihm keiner nehmen. Leider ist sein neuestes Werk nur ein schwacher Abklatsch von dem, was er früher gemacht hat, denn hier gibt es absolut keine Überraschungen, keine Highlights, (fast) alle Charaktere sind flach und klischeehaft und die Atmosphäre ist extrem beliebig, weswegen auch kaum Spannung aufkommt.

Nehmen wir gleich mal die Figur der Kate Sinclair. Kurz sieht man sie zu Beginn mit ihrem schlafenden Sohn. Der verunglückte Vater auf einem Foto ist natürlich Marshall selbst, immerhin ist Kirk ja im echten Leben seine Partnerin, schon klar. Das wäre auch egal, aber glaubt ihr dass man im weiteren Verlauf ein einziges ihrer Worte spürt bzw. ihnen glaubt, dass sie das hier überleben muss um nach Hause zu ihrem Sohn zu kommen? Die Antwort ist ein 100 prozentiges Nein!

Das liegt einerseits sicherlich an ihrem kühlen Spiel und der spärlichen Mimik, doch vor allem auch daran, dass die gesamte Inszenierung sie als toughe Leading Lady zeigt, als Dame mit Führungsqualitäten, die von den bösen Männern in ihrem Tun gebremst wird. Also ihre Agenda wirkt wichtiger als ihr Hintergrund, was man auch ohne Vorwissen spüren kann. Jonathan Howard (Skylines) als ihr als einziger sofort freundlich gesinnter Mensch, hat kaum etwas zu tun, alle Anderen sind sowieso austauschbar.

Verschenktes Potential? Auf die Kreaturen bezogen auf jeden Fall, denn die haben Tentakel, mit denen sie unsere Gedanken lesen aka aussaugen könnten. Passiert aber nie, denn die Wesen setzen ihre Fühler immer dann ein, wenn sich die Opfer noch ausreichend wehren können. Auch das gute alte „ich rette eine Person und opfere bei dieser Aktion mehrere andere“ Prinzip kommt zum Einsatz, das wäre aber eindeutig anders auch gegangen. Eine kurze Szene, in denen die nicht uninteressante Figur des sympathischen Afghanen abschließen kann mit seiner Story, ist ebenfalls lächerlich.

Also wenn die Soldaten etwas hilflos in die Nacht hinein schießen und kurz darauf ihnen Teile vom Gesicht oder ganze Köpfe fehlen, dann ist das durchaus gekonnt gemachte Monster-Action, aber eben auch nicht mehr, da einem so wirklich keiner richtig ans Herz wächst. Warum dieses mal die Russen die Experimente gemacht haben sollen, weiß ich auch nicht, soll wohl ein Seitenhieb auf Putin sein, normalerweise sind das in Filmen nämlich sonst immer die Nazis.

Das Monster-Design, die Effekte, technisch gesehen und vom Schauspielerischen ist das schon in Ordnung, aber vielleicht muss man seine Erwartungshaltung auch anpassen auf aktuelle Verhältnisse. Marshall konnte das alles früher einfach viel intensiver und involvierender. Hat man keinen Anspruch und will sich einen ruppigen und teils blutigen Monster-Actionfilm geben, kann man ruhig einen Blick riskieren. Auf den Regisseur bezogen ist dies für mich jedoch neben „The Reckoning“ sein schwächster Film überhaupt.

„The Lair“ bekommt von mir 5/10 lieber wieder in den Bunker zurück kriechende, als Elite-Kampf-Mutationen versagende Empfehlungspunkte.


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