Lola rennt (Filmkritik)

Lolas (Franka Potente) Freund Manni (Moritz Bleibtreu) hat ein Problem: Eine Geldübergabe ist schiefgelaufen und jetzt hat er noch 20 Minuten Zeit, um 100.000 Mark (ja, so alt ist der Film) aufzutreiben. Als erstes ruft er Lola an und sagt ihr was Sache ist. Dann läuft der Timer.

Und Lola rennt.

Auf ihrem Weg trifft sie (genauso wie Manni) mehrere Entscheidungen und alle haben Auswirkungen auf sie und ihre Umwelt. Meistens keine guten. Aber Lola wäre nicht Lola, wenn sie Manni sterben lassen würde. Oder selbst sterben würde. Denn die beiden haben sich schließlich ewige Liebe geschworen.

Also rennt Lola. Immer und immer wieder.

Mit eine lauten „Bum!“ waren Tom Tykwer, Franka Potente und Moritz Bleibtreu mitten im Geschehen, denn “ „Lola rennt“ war von Anfang an ein Kultfilm. Die Kombination aus simpler Story, der flotten Machart und der ziemlich abgedrehten Regie hat im Jahr 1998 einen Nerv getroffen. Sicher, es hilft, dass Franka Potentes Lola einfach eine Freundin ist, die man nur mögen kann und alles für ihren Manni tun würde. Sicher, es hilft auch, dass Moritz Bleibtreu bei allem einfach ein liebenswerter Kerl ist und bleibt.

Und es half sicher auch, das Titellied von Thomas D (von den Fantastischen 4) schreiben und performen zu lassen (und ja, der Song ist immer noch ein Hammer!).

Vor allem aber, ist das Pacing bzw. der Rythmus des Films einfach einfach gelungen. Ab dem Zeitpunkt an dem Lola rennt geht auch bei den Zuseher:innen der Puls nach oben und es gibt eine ganze Menge an Dingen, die Lola entscheiden kann. Und die Auswirkungen sehen wir in kurz aufblitzenden Fotobildern oder eben in Konsequenzen, die sich kurz darauf direkt auf Lolas oder Mannis Weg auswirken.

Und jedes Mal, wenn die Sache schiefgeht oder einfach nicht gut ausgeht, werden wir zurückgeworfen zu einem Gespräch von Lola und Manni, die im Bett liegen und über das Leben philosophieren. Ein Gespräch zwischen zwei wahnsinnig verliebten Menschen, die zu diesem Zeitpunkt nicht glauben können, dass irgendetwas ihre Liebe erschüttern kann. Und wir glauben ihnen. Wir möchten ihnen glauben. Deshalb springen wir zurück zum Zeitpunkt von Mannis Anruf und Lola bekommt einen neuen Versuch.

Und Lola rennt.

Tykwer hat sich ja seitdem einen Namen gemacht bzw. eigentlich seinen Weg. von „der krieger + die kaiserin“ über „Das Parfum“ bis hin zu „Cloud Atlas“ und mittlerweile der Serie „Babylon Berlin“. Der Mann kann es einfach.

Franka Potente war eine Zeitlang ja DIE Offenbarung in der deutschen Filmlandschaft. Zuerst „Lola rennt“, dann „Anatomie“ (erster und zweiter Teil), dann die „Bourne“-Filme, Gastauftritte in „American Horror Story“ und aktuell in „Taboo“. Also immer noch gut dabei und immer wieder schön, wenn man sie wo sieht.

Moritz Bleibtreu war ebenfalls lange Zeit ein Garant für gute Filme, man nehme nur „Im Juli“, „Das Experiment“, „Lammbock“, „C(r)ook“ oder „Vom Suchen und Finden der Liebe“ bis zu „M – Eine Stadt sucht ihren Mörder“. Aktuell hat er auch noch ein paar Projekte in der Pipeline, aber ich gestehe, ich habe ihn mittlerweile ein wenig aus den Augen verloren.

„Lola rennt“ bekommt von mir 8,5 von 10 möglichen, auch heute noch spannende, Punkte.


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