Best Of Worst Case: Aquarium Of The Dead (Filmkritik)

Dr. Karen James (Madeleine Falk) hat ein Problem: Als sie einen kranken Oktopuss im Aquarium retten will, injiziert sie ihm versehentlich eine giftige Chemikalie, die ihn tötet und wieder zum Leben erweckt. Ihn also sozusagen „zombiefiziert“. Daraufhin geht das Untier gleich mal auf zwei Wärter los und tötet sie. Und nicht nur das: Beim Versuch auszubrechen setzt er die Chemikalie frei und infiziert so beinahe alle Tiere im Aquarium.

Währenddessen muss sich Miranda Riley (Eva Ceja) um Sponsoren kümmern, aber der oben erwähnte Zwischenfall und ein deswegen initierter automatischer Lockdown zwingt sie und ihre Begleiter:innen dazu, sich durch das gesamte Aquarium zu kämpfen, um den Ausgang zu erreichen …

Es ist ja schon sooo lange her, dass ich den letzten richtigen Trashfilm gesehen habe, dass ich fast vergessen hatte, wie witzig das sein kann. Ja, das Leben war die letzten Monate einfach zu ernst. Aber jetzt, okay, jetzt war die Zeit reif für einen neuen Streifen von – richtig – The Asylum. Und „Aquarium Of The Dead“ liefert auf ganzer Linie – also für ein harmloses „The Asylum“-Creature-Feature. Bitte das im Kopf behalten.

Das fängt bereits in den ersten Filmminuten an: So geschnitten, dass man das Monster nicht sieht, dafür entsetztes Overacting. CGI-Blut und CGI-Monster (und später noch CGI-Wasser), übertriebene Soundeffekte und Dialoge die zum Fremdschämen sind, wenn sie nicht so unglaublich blöd und deshalb lustig wären.

Tatsächlich sind die Dialoge (naja, wenn man die ersten Minuten mit der ganzen Exposition hinter sich gebracht hat) das Highlight des Films. Vor allem die beiden Charaktere Daniel Hanley (D.C. Douglas) und Skylar (Brandon Lee W.), die eine ganze Weile des Films gemeinsam unterwegs sind. Kostprobe? „We are more intelligent than those fish – we have hands!“ Sinn? Nein. Aber ein absolut irrer und großartiger Satz? Auf jeden Fall. Auch ist mir noch nie so oft aufgefallen, dass die Akteure scheinbar das Skript nur auswendig gelernt haben, denn die gute „Ärztin“ sagt ein Delphin hätte „legions on the heart“, wo sie doch klar „lesions“ gemeint haben muss. Ich habe extra mehrfach zurückgespult, weil ich mir sicher sein wollte, das ich mich nicht verhört habe. Oder ein Wortmeldung, die klar darauf abzielte, dass Charakter A Charakter B darauf hinweist, dass ein anderer sein Walky-Talky abgedreht hat, da sagt sie „She may have accidentally turned her radio ON“.

Die Effekte sind wie gewohnt natürlich mit geschlossenen Augen als CGI zu erkennen. Die Schnitte so gewählt, dass möglichst alles was passiert Off-Screen passiert und Spannung ist ohnehin sowas wie … naja, gibt es etwas, was abwesender ist als „Abwesenheit“? Wenn ja, dann trifft es hier zu.

Und trotzdem hatte ich meinen Spaß. Klar: Wenig bis kein Blut, wenig bis keine Gewalt (und wenn, dann außerhalb des Bildschirms), ein paar nette Szenen, witzige (teilweise sogar absichtlich) lustige Dialoge und bei einigen sogar so etwas wie schauspielerische Fähigkeiten.

So machen zum Beispiel Eva Ceja und D.C. Douglas einen durchaus guten Job. Madeleine Falk hat ihre Momente, ist aber meist so sehr am overacten, dass es fast wehtut. Torry B. Lawrence hat tatsächlich so etwas wie Leinwandpräsenz und bekommt Sympathiepunkte (er hat aber alles in allem fünf Minuten Screen-Time) und warum Vivica A. Fox (die immerhin bei „Kill Bill“ dabei war) vergessen hat, wie man schauspielt ist eine ganz andere Frage. Allerdings würde ich mir zuerst die Frage stellen, wie ich in diesem Film landen konnte, wenn ich die eben erwähnte Damen wäre.

Scheinbar ist „Aquarium Of The Dead“ der inoffizielle dritte der Teil „Zoo-Trilogie“ von Regisseur Glenn Miller. Und nein, er hat nichts gemacht, was irgendjemand kennen würde. Oder vermutlich sollte. Von Leuten wir mir (Hallo, Trashfans!) vielleicht mal abgesehen. Drehbuchautor Marc Gottlieb hat übrigens auch die Drehbücher für „Trirassic Attack“ und „Planet Of The Sharks“ verfasst. Der gute Mann braucht einen besseren Agenten.

„Aquarium Of The Dead“ bekommt von mir 5 von 10 möglichen, mich an meine Liebe für Trashfilme erinnernde, Punkte.

Best Of Worst Case-Urteil (Trashfaktor: Effekte, Schauspiel, Schnitt Kamera):
Schlechte Effekte, billig gemacht, ein überschaubarer Cast, keine Menschen im Hintergrund, ein extrem leeres Aquarium, fehlende Statisten und ein Mangel an Spannung. Teilweis absolut schlechte Schnitte (ich denke da nur das Ende von Vivica A. Foxs Charakter … fühlt sich an, als würde ein Teil des Films fehlen). Trotzdem auf eine sehr trashige Art und Weise unterhaltsam und das sogar zu einem großen Teil voller Absicht. Hardcore-Trashfans können einen Bogen machen, das hier ist die Kindergarten-Sonntag-Nachmittag-Version eines Trashfilms (soll heißen: Kein Blut, keine Nacktheit und keine abartigen, schrägen und irrwitzigen Szenen).

Fazit: Für einen gemütlichen Hirn-Aus-Abend ohne Erwartung an Anspruch oder so. Geht okay.


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