Bullyparade – Der Film (Filmkritik)

In mehreren Episoden wird von neuen und bereits bekannten Charakteren erzählt. In „Winnetou in Love“ will Old Shatterhand (Christian Tramitz) den Indianer-Häuptling Winnetou (Michael Bully Herbig) vor einem getürkten Ehevertrag retten. In „Wechseljahre einer Kaiserin“ besucht das österreichische Kaiserehepaar Franz (Tramitz) und Sissi (Herbig) ein Schloss in Bayern und erlebt dabei jede Menge gruselige Abenteuer….

15 Jahre ist es her, dass die Comedy-Show „Die Bullyparade“ im deutschen Privatfernsehen lief. Im Zentrum der erst nach und nach erfolgreichen Serie standen 3 erfolgreiche Comedians, Michael Bully Herbig, Christian Tramitz und Rick Kavanian. Dank (offensichtlich) guter Chemie untereinander und kreativen Köpfen, entstanden mehrere erfolgreiche Segmente. Aus einem dieser Segmente entstand 2001 ein Spielfilm namens „Der Schuh des Manitu“, seines Zeichens einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Filme aller Zeiten. Ich finde diesen Film heute noch großartig und habe mächtig Spaß beim Gucken.

Als Quasi-Sequel kam 2004 „(T)Raumschiff Surprise – Periode 1“ in die Kinos und war ebenfalls ein veritabler Hit, konnte aber nicht mehr ganz so viele Zuseher ins Kino locken wie sein Vorgänger, waren doch die Besucherzahlen von 11,7 auf 9,2 Millionen gefallen.

Als laut wurde, dass auch aus „Lissi und der wilde Kaiser“ ein Film werden sollte, war zumindest ich von der Idee begeistert und bald darauf, als es hieß, dass es ein Animationsfilm werden sollte, gleich wieder entgeistert. Leider war der Film nicht wirklich gut, was sich auch drastisch auf die Besucherzahlen auswirkte. Nur 2,3 Millionen konnten ins Kino gelockt werden.

Aus genau diesem Grund war ich eher skeptisch, als ich von „Bullyparade – Der Film“ hörte. Dem Film wohlgesonnene Kritiken (ja, auch ein Kritiker liest Kritiken) schafften es schließlich doch, mich zu einem Kinobesuch zu verleiten. Und ausnahmsweise wurden meine Erwartungen nicht enttäuscht, vor allem weil sie kaum existent waren.

Wer ordentlich zusammenhängende Handlung erwartet, wird gleich mal enttäuscht sein, denn der Film besteht aus mehreren Segmenten, die allenfalls lose miteinander verwoben sind. Es macht den Eindruck, dass Herbig und Co zu den einzelnen Handlungssträngen nicht genug eingefallen ist, was zu diesem Film-Konzept führte.

Nichts desto trotz machen die Segmente mal mehr mal weniger Spaß. Ich konnte zB mit dem ersten Sketch über den Fall der Berliner Mauer nicht viel anfangen und denke, man hätte diesen Sketch ausbauen können, indem man die Zeitreisenden jede einzelne Handlung besuchen lässt, was zu mehr Kohärenz geführt hätte.

Am meisten Spaß machten die Mini-Fortsetzungen von „(T)Raumschiff Surprise“ und „Der Schuh des Manitu“. Der Rest war eher mittelmäßig. Am meisten Spaß hatte ich aber völlig unerwartet am Ende des Films, denn die Outtakes sind fast besser als der Film und ich hatte vom Lachen Tränen in den Augen.

Was ich anmerken möchte, ist, dass Nicht-Kenner des Basismaterials vielleicht nicht so viel Spaß haben werden wie Kenner, denn einiges baut auf Jokes aus der Show (Jojoba-Öl!) oder auf den bereits veröffentlichten Filmen auf. Der Film hat stellenweise Längen und ist schon mal einfach nicht komisch.

Fazit: Ich hatte meinen Spaß. Juhu! Endlich mal wieder ein Film, der so war, wie ich ihn erwartet habe.

Dieser Film bekommt von mir 7/10 Punkten.


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