Die Blackwell-Chroniken (Game-Review)

Rosangela Blackwell hat eine Tante, die im Krankenhaus für psychische Kranke verstorben ist. Als sie die Asche in alle Winde verstreut, übernimmt sie einen Nachlass von dem sie nie gewusst hat, dass er da ist. Sein Name lautet: Joey.

Denn Joey ist ein Geist. Er ist gebunden an die Familie Blackwell, deren Aufgabe es ist, die Seelen Verstorbener ins Jenseits zu geleiten. Rosangelas Tante hat versucht sich dagegen zu wehren und deshalb landete sie im Krankenhaus.

Jetzt liegt es an Rosangela ihre Rolle zu lernen, zu akzeptieren und auszufüllen. Vielleicht findet sie ja einen Freund. Oder auch sie wird verrückt …

Ich muss gestehen ein Faible für Pixelgrafik entwickelt zu haben und die Blackwell-Reihe hat mich da genau am richtigen Fuß erwischt. Ganz abgesehen davon, dass Dave Gilbert bereits für sein Werk „The Shivah“ ein paar Preise gewonnen hat. Außerdem – und das ist der wichtige Punkt – habe ich ihn mit Ron Gilbert, einem Miterfinder von Manic Mansion verwechselt. Deshalb dachte ich mir: Der weiß schon was er tut.

Positiv ist und bleibt mein Eindruck der Reihe, die tatsächlich von der ersten bis zur letzten Episode grandios ist. Das gilt für die wundervolle Pixelgrafik (das ist Kunst!) ebenso wie für die erstklassigen Dialoge und die Geschichten der einzelnen Episoden. Auch die Gesamtgeschichte, welche aus fünf Episoden besteht ist extrem gut geworden und wird gegen Ende immer spannender.

In „The Blackwell Legacy“ lernt Rosangela Joey kennen und wir als Spieler freunden uns mit der Spielmechanik (Joey kann durch Wände gehen und mit Geistern sprechen, Rosa ist „nur“ ein Mensch, sieht aber Geister) an. Die besteht aus einem Inventar, einer überschaubaren Anzahl an besuchbaren Orten, einer Stichwort-Suchmaschine als einem Notizbuch, um Infos nachzuschlagen. Für jeden Geist, den man findet, muss man herausfinden, wie dessen Leben war, was sie im Hier und Jetzt hält und sie damit konfrontieren, damit sie loslassen können. Das klingt einfach, wird aber von jeder Folge zu jeder Folge anspruchsvoller und spannender.

Folge 2 namens „Blackwell Unbound“ ist eine Rückblende in die Zeit von Rosangelas Tante. Der Vergleich zwischen den beiden Figuren ist wirklich super geworden. Tantchen ist Kettenraucherin und bereits um einiges abgebrühter als Rosangela. In der dritten Folge „Blackwell Convegence“ geht es wieder um Rosangela und die Konsequenzen aus den Taten und den Ereignissen des zweiten Teils in der Jetztzeit. Episode 4 mit dem Titel „The Blackwell Deception“ dreht sich – wie der Titel schon verrät – um Verrat und Betrug und im fünften und letzten Teil „The Blackwell Epiphany“ löst sich alles auf.

Ich war skeptisch, aber diese Reihe ist wirklich super und alle SprecherInnen machen einen grandiosen Job und bringen ihre Charaktere richtig lebensecht rüber. Vor allem die Dialoge zwischen Rosangela und Joey sind großartig. Es ist wirklich ergreifend und wunderbar die Beziehung zwischen den beiden über die gesamte Zeit mitzuverfolgen – das wärmt das Herz. Am Ende, glaubt mir, werdet ihr Tränen in den Augen haben.

Einziges Manko: Da die Reihe auf der AGS-Engine (Adventure Game Studio) beruht, kam es teilweise zu grafischen Problemen, also musste ich je nachdem welchen Teil der Reihe ich spielte, die Auflösung und die Bit-Tiefe ändern – letzten Endes ließ sich aber jede Folge starten.

Die „Blackwell“-Reihe bekommt 9 von 10 möglichen, von Teil zu Teil besser werdende (und schon fast perfekt startende) Punkte.

Die Blackwell-Reihe gibt es auf STEAM oder auf GOG.


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