Lieber Verliebt – The Rebound (Filmkritik)

Sandy (Catherine Zeta Jones) ist eine perfekte Frau, Hausfrau und Mutter. Sie tut alles für ihre Kinder und ist ihrem Mann Frank (Sam Robards) eine aufopfernde Ehefrau. Umso mehr trifft es sie, als sie auf dem Familiencomputer ein Video findet, dass ihren Göttergatten beim Flöte blasen mit der Nachbarin zeigt, während Sandy und die Kinder nebenan Geburtstag feiern. Daraufhin packt Sandy ihre Sachen und die Kinder Frank jr. Und Sadie und zieht nach New York, wo sie ein neues Leben beginnt.

Zur selben Zeit versucht auch Aram Finklestein (Justin Bartha) sein Leben auf die Reihe zu kriegen. Nachdem er erfahren hat, dass ihn seine französische Verlobte nur wegen der Greencard heiraten wollte, liegt sein Leben in Scherben. Wie das Leben so spielt, wird aus der 40-jährigen Sandy und dem 25-jährigen Aram ein Paar. Doch kann die Beziehung den Altersunterschied überleben?

The-Rebound

Der eher unbekannte Regisseur Bart Freundlich wagte sich mit „Lieber Verliebt“ an ein eigentlich sehr aktuelles Thema heran. Es ist ein Film über den Altersunterschied zwischen den Geschlechtern und darüber, dass es immer noch Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt. Frauen mit jüngeren Ehemännern oder Lovern kassieren auch heute noch komische und schräge Blicke und im Englischen wurde sogar ein eigener Begriff für dieses Phenomen gefunden: Cougar.

Trotz der hoch gepriesenen Gleichberechtigung bestehen hier immer noch gravierende Unterschiede. Da ist es schon okay, wenn ein Politiker seine 40 Jahre jüngere Geliebte heiratet, aber wenn Popstar Madonna sich einen jüngeren Lover anlacht, wird sie zum öffentlichen Gelächter. Diesen Unterschied versucht Freundlich zu thematisieren, wenngleich dieser Aspekt nicht mit dem Zeigefinger gepredigt wird. Freundlich ist übrigens im wahren Leben mit Julianne Moore verheiratet, die ja auch 9 Jahre älter ist als er. Wahrscheinlich hatte er sich deswegen an dieses Thema heran gewagt. Leider gab er seinen Akteuren nicht viel Gelegenheit ein glückliches Paar zu spielen, denn schon bei der ersten Möglichkeit wirft er ihnen Steine in den Weg, die wohl nicht idiotischer sein könnten.

Der Cast wird angeführt von Catherine Zeta Jones und Justin Bartha. Catherine Zeta Jones (Rock of Ages) ist wohl den meisten unter uns ein Begriff, spätestens seit Filmen wie „Die Maske des Zorro“ und „Chicago“. Für letzteren konnte sie sogar einen Oscar abräumen. In letzter Zeit hat sie immer wieder Rollen angenommen, in denen sie eine reife Frau spielt, wie auch hier. Sie schafft es, einem die kompliziert-charmante Sandy mit ihrem Reinlichkeitsfimmel richtig sympathisch zu machen. Sandy hat alles voll im Griff, bis sie herausfindet, dass ihr Mann sie betrügt. Sie beschließt darauf hin, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen, doch sie findet schnell heraus, dass man sich auch in einer Großstadt, wo es nur so vor Menschen wimmelt, einsam fühlen kann. Und da man gemeinsam weniger allein ist, beschließt sie ihr Leben gemeinsam mit dem 15 Jahre jüngeren Aram zu genießen.

Justin Bartha (Hangover) spielt Aram, der nachdem ihn seine französische Verlobte verlassen hat, ein Wrack ist. Anfangs muss er noch ein bisschen auf sein Glück warten. Er spielt für Sandys Kinder die Nanny und lässt dafür sogar „echte“ Jobs sausen. Seine Zeit mit den Kindern zu verbringen macht ihm wirklich Spaß, doch seine Eltern sind so gar nicht begeistert von den fehlenden Ambitionen ihres Sprösslings. Doch langsam wird aus der Arbeitsbeziehung eine echte Beziehung und damit kommen auch so einige Probleme daher. Bartha spielt mit einem jungenhaften Charme und man kauft ihm auch glatt ab, dass er erst 25 Jahre alt ist, obwohl er im wahren Leben doch schon 31 ist. Aber ordentlich die Frisur zerzaust, dann geht das schon.

Vom Rest des Cast fielen vor allem Barthas nervige Film-Eltern negativ auf und gingen einem gehörig auf die Nerven. Bei ihnen hatte man ein bisschen das Gefühl, sie wären nur wegen der Lacher, die sie potentiell bringen (aber nicht tun), in diesem Film. Sandys Kinder werden in den verschiedenen Altersstufen von verschiedenen Kindern gespielt, wobei bei Frank jr. sogar Brüder im Einsatz waren, was die große Ähnlichkeit ein Stück weit erklärte.

Fazit: Es waren gute Ansätze da, aber mehr auch nicht. Regisseur Freundlich hätte gut daran getan, seinen Schauspielern ein bisschen mehr zu zutrauen, denn wenn die beiden Hauptcharaktere nicht gerade mit künstlichen Problemen zu kämpfen haben, harmonieren sie überraschend gut.

Dieser Film bekommt von mir 5,5/10 altersunabhängigen Punkten.


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