Best Of Worst Case: Never Cry Werewolf (Filmkritik)

Da zieht der neue Nachbar ein und schon geht es rund im Viertel. Zum Beispiel wird der verurteilte Sexualstraftäter ein paar Häuser weiter ermordet (von einem Tier) und eine Prostituierte, die tot aufgefunden wird, wurde von Loren (Nina Dobrev) zuvor im Haus des besagten Nachbars Jared (Peter Stebbings) gesehen.

Loren glaubt, dass ihr neuer Nachbar ein Werwolf ist. Sie hat recht. Noch dazu hält Jared sie für die Reinkarnation seiner toten Liebe Melisa. Als dann noch Steven (Sean O’Neill), der in Loren verschossen ist, seine Hilfe anbietet und sich ein Pseudo-TV-Jagd-Star (Kevin Sorbo) in die Angelegenheit verwickeln wird es zusehends schwerer, denn niemand glaubt Loren …

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Wer sich den Plot von „Never Cry Werewolf“ durchliest kann schon mal nicht umhin sofort an „Fright Night“ (egal ob Remake oder Original) zu denken und liegt damit auch zu 100% richtig. Was Drehbuchautor John Sheppard hier abliefert ist ein Mischmasch aus diversen (guten) Filmen, denn auch „Bram Stokers Dracula“ findet seinen Weg in die Story, ebenso wie „Disturbia“. Eine Mischung, die durchaus Gefallen finden könnte, denn als Drehbuchschreiber hat Sheppard Erfahrung (er war für viele Folgen von „MacGyver“ zuständig).

Allerdings verzettelt sich Regisseur Brenton Spencer (The Crow-Serie, Stargate Atlantis-Serie) bei gleich ein paar Dingen: Einerseits ist nie wirklich klar ob sich „Never Cry Werewolf“ jetzt als Komödie versteht (ab dem Auftritt von Kevin Sorbo ist es das auf jeden Fall), oder doch als Horrorfilm (gerade der Anfang des Films geizt nicht mit Blut), der je länger die Laufzeit ist, dann doch immer kinderfreundlicher wird und dann auch genau diese Schiene beibehält.

Das ist schade, denn der Cast hat durchaus seinen Spaß. So kann sich Peter Stebbings (Die Borgias-Serie, The Listener-Serie) als sexy-verführerischer Werwolf durchaus austoben, genauso wie Nina Dobrev mal ohne ihren Serien-Cast aus „The Vampire Diaries“ zeigen kann, dass sie mehr zu bieten hat als bloße Schauwerte. Okay. Das war eine Lüge. In „Never Cry Werewolf“ beweist sie mitunter das Gegenteil – vor allem, wenn sie als schwer bewaffnete Kampfamazone auf Monsterjagd geht. Das ist dann nur noch pure Komik. Die Glaubwürdigkeit der „Gedankenbeinflussung“ durch den Werwolf wird in etwa so glaubwürdig gespielt wie die „schmerzende Narbe“ im allerersten Harry Potter (der, bei dem Radcliffe noch nicht spielen konnte).

Der Film wird dann doch von ein paar ziemlich coolen Ideen vor dem Totalausfall gerettet – zum einen der Ausflug in den Waffenshop und den Überfall durch einen Dämonenhund, der effektmäßig zwar nicht gut gemacht ist, aber – nicht zuletzt dank Sorbo – so übertrieben ist, dass es Spaß macht. Dazu gesellt sich ein Charakter, der halb in einen Werwolf verwandelt wird und der von der Jagd durch ein „Hols Stöckchen Spiel“ abgelenkt wird, sowie jede einzelne Szene mit (unser aller Lieblingsherkules) Kevin Sorbos Redd Tucker. Der ist nämlich super (wenn auch absolute Standardcharakterisierung).

Trotz all der an sich gut geklauten Zutaten wird „Never Cry Werewolf“ nie mehr als die Summe seiner Einzelteile und kann sich über glatten Durchschnitt nicht hervorheben. Wer sich einen guten Horrorfilm erwartet kann nur enttäuscht werden und von den Effekten will ich jetzt gar nicht mal so richtig viel erzählen. Wer sich dachte, dass der alte „Mensch in Kostüm“-Effekt immer noch der Beste ist, der wird hier eines Besseren belehrt. So blutleer, wie sich der Film zum größten Teil gibt, macht die Sache dann leider auch keinen Spaß, weil für Kinder ist er zu brutal (es wird zwar nur angedeutet, aber trotzdem werden Leuten Eingeweide rausgerissen) und für Erwachsene schlichtweg zu billig (am Anfang spritzen zwei Liter Blut herum und als dann der Tote gezeigt wird hat er eine(!) Schnittwunde am Hals. Ich bin mir immer noch nicht sicher, wie die Polizei wissen konnte, dass da ein Tier über den Mann hergefallen ist … naja.

Alles in allem, wer einen netten Abend mit gut gelaunten DarstellerInnen und einer feschen Leading-Lady verbringen will, ist hier nicht zur Gänze falsch. Wer einen Horrorstreifen erwartet definitiv schon, zumal er nicht mal schlecht genug ist, um dann schon wieder witzig zu sein.

„Never Cry Werewolf“ bekommt von mir glatte 5,5 von 10, absolut durchschnittlichen und frech geklauten, Punkten (wovon ich einen für die Optik von Nina Dobrev rausrücke und einen aus Prinzip für Kevin Sorbo).

Best of Worst Case-Urteil (Trashfaktor: 4,0):
Der Film ist grundsätzlich gut genug gemacht um Spaß zu machen, es gibt keine absolut groben Ausreißer, die die Sache irgendwie ins negative ziehen. Pluspunkte (Sorbos Schauspiel, Dobrevs Optik) gibts zwei.

Fazit: Durchschnittsfutter, aber unterhaltsam.


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