Die fürchterliche Furcht vor dem Fürchterlichen – A Fantastic Fear of Everything (Filmkritik)

Eigentlich ist Jack (Simon Pegg) ein Autor von Kinderbüchern. Für sein neuestes Projekt, hat er sich eine neue Herausforderung gesucht und beginnt die Lebensläufe berühmter aus London stammender Mörder zu studieren. Doch bereits nach kurzer Zeit beginnen ihn die Dämonen aus vergangenen Tagen heimzusuchen (wobei seine geistige Verfassung nicht die beste ist) und Jack beginnt sich auf paranoide Weise um sein Leben zu fürchten.

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Anbei stelle ich einen Film vor, der leider hierzulande zu Unrecht völlig untergegangen ist. Der Film an sich basiert auf der Geschichte „Paranoia In The Launderette“ von Bruce Robinson. Regie bei diesem Film führte das Duo bestehend aus Chris Hopewell und Crispian Mills, wobei letzterer auch für das Drehbuch verantwortlich war und den Film mit produziert hat. Bereits die Beschreibung des Film-Inhalts lässt erahnen, was diese drei Herrschaften gemeinsam haben.

Richtig, alle drei kommen aus England, was schon einmal einen kräftigen Schuss des (von mir sehr geschätzten) pechschwarzen Humors vermuten lässt. Um den Film allerdings wirklich genießen zu können, sollte man aber seine Erwartungen anpassen, denn wer hier eine Lachnummer erwartet (man denke nur an Filme wie „Hot Fuzz“) wird aller Wahrscheinlichkeit nach enttäuscht werden. Stattdessen spielt der Film mit der paranoiden Angst des Protagonisten und inszeniert sie so, dass sie sich stellenweise auf den Zuschauer überträgt.

Um dieses Vorhaben gelingen zu lassen, verwendet der Film im Wesentlichen zwei Elemente. Das erste ist die erstklassig gelungene Präsentation. Die Farben sind durchgehend in einem dunklen Farbton gehalten und zusätzlich zur gelungenen Kameraführung, die geschickt die (psychische) Situation des Protagonisten einfängt, kommen auch andere Techniken zum Einsatz. Unter anderem gibt es Szenen, die aussehen als wären sie z.B. in der Stop-Motion-Technik realisiert worden und dem Film damit einen eigenen Charme verleihen.

Als zweites ist hier der tragende Schauspieler zu nennen. Simon Pegg muss man einfach kennen, sei es jetzt wegen Komödien wie „Shaun oft he Dead“ oder seiner Rolle im Remake von „Star Trek„. Normalerweise hat er gerne ein verschmitztes Lächeln im Gesicht, hier stellt er jedoch seine Vielseitigkeit unter Beweis und dass er auch anders kann. Der von ihm dargestellte Künstler ist ein schräger Kerl, wobei ein traumatisches Erlebnis in jungen Jahren eine wesentliche Rolle spielen dürfte.

Zwar wird Jacks Kampf gegen den ganz persönlichen Wahnsinn sogar relativ ernst dargestellt, dennoch sorgen Details wie die Tatsache dass er lange Zeit mit Unterhose und Bademantel herumläuft und noch länger mit einem Messer, das er sich selbst in die Hand geklebt hat, immer wieder für ein Schmunzeln. Simon Pegg muss den Film hier mehr oder weniger alleine tragen, was den Umständen entsprechend sehr gut funktioniert.

Die eigentliche Handlung gliedert sich im wesentlichen in drei Teile. Während Simon Pegg in der Rolle des Autors am Anfang in den eigenen vier Wänden um sein Leben fürchtet, verlagert sich das Geschehen später (notgedrungen) auf die Straße. Gegen Ende muss sich Jack allerdings einer echten Bedrohung stellen und plötzlich geht es nicht mehr nur darum, die eigene Angst zu überwinden, sondern auch und dieses Mal wirklich, ums nackte Überleben.

Alles in allem ist „Die fürchterliche Furcht vor dem Fürchterlichen“ ein Film, der bei angepasster Erwartungshaltung durchaus durch seine Einzigartigkeit zu gefallen weiß. Anders als die meisten von Peggs bisherigen Filmen steht hier nicht der Humor im Mittelpunkt, kommt aber dennoch nicht zu kurz und sorgt in Verbindung mit schrägen Momenten und einer deutlichen Schwarzfärbung, dass es nie langweilig wird.

Der Film bekommt von mir 8/10 um das eigene Leben furchtbare Furcht habende Empfehlungspunkte.


Ein Gedanke zu „Die fürchterliche Furcht vor dem Fürchterlichen – A Fantastic Fear of Everything (Filmkritik)

  1. In Deutschland lief der noch gar nicht, und ich hab mich schon gewundert, wann der kommt. Ich bin überhaupt nicht auf die Idee gekommen, mal die DVD Starts zu checken. Da wird jetzt aber die DVD geguckt! Auf filmstarts wird der ziemlich mies gemacht, wie ich gerade parallel querlese (multitasking, yeah), aber Simon Pegg ist Pflicht.

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