Nashville (Serienkritik)

Aufgrund finanzieller Probleme sieht sich der Country Star Rayna James (Connie Britton) gezwungen eine neue Platte auf den Markt zu bringen und auch wieder auf Tour zu gehen. Doch sie hat ein grundlegendes Problem, ihre Fangemeinde scheint im Laufe der Zeit drastisch geschrumpft zu sein. Um ihre Verluste einzugrenzen, schlägt ihre Plattenfirma daher vor, ihre Tour mit der von Country-Pop-Sternchen Juliette Barnes (Hayden Panettiere) zusammen zu legen. Rayna liest zwischen den Zeilen und hat keinerlei Interesse daran, als Opening Act für die scheinbar seelenlose Juliette aufzutreten. Klar, dass da Schwierigkeiten schon vorprogrammiert sind…

Nashville TV Show

Es ist kein Wunder, dass der TV-Sender ABC mit „Nashville“ eine eigene Show mit Gesangselementen ins Rennen schickt. Nashville hat jedoch im Gegensatz zu Konkurrenten wie „Glee“ weniger den Fokus darauf, moderne Songs oder Klassiker zu covern, sondern um Country Musik. Da sich Country Musik in Amerika einer großen Fangemeinde erfreut, sicherlich kein schlechter Schachzug. Als Nicht-Country-Hörer kann ich nicht sagen ob die Songs die man zu hören bekommt tatsächlich irgendwie Hitpotential haben, aber zumindest hören sie sich für jemanden der nicht mit dieser Szene vertraut ist authentisch an.

Connie Britton (A Nightmare on Elm Street) spielt Rayna James, die seit 20 Jahren an der Spitze der Charts war, nun aber ihre Fans an Juliette Barnes (Hayden Panettiere – „Heroes“) verliert, die den heutzutage einfach zeitgemäßeren Country-Pop singt und so die Massen begeistert. So versuchen die Plattenbosse Raynas und Juliettes Touren zusammen zu legen, mit beiden Sängerinnen als Co-Headliner, doch durch die Blume erfährt Rayna, dass sie eigentlich nur der Opening-Act für die eigentlich so gut wie talentfreie Juliette ist (danke Gott für Auto-Tune). Natürlich weigert sich Rayna, doch als ihr Label ihr droht, mit der Promotion für ihre neue (sich leider sich nur schleppend verkaufende) Platte einzustellen, ist sie gezwungen ihre Sichtweise. Als sich die Sängerinnen zum ersten Mal treffen ist man sich auf Anhieb unsympathisch und man merkt trotz ausgetauschter Nettigkeiten, dass hinter den Nettigkeiten einige fiese Beleidigungen versteckt sind.

Connie Britton als Rayna ist einem als Zuseher gleich sympathisch, sie hat einen liebevollen Ehemann und 2 süße Töchter, für die sie sich trotz allem Stress Zeit nimmt. Sie hat zwar ab und zu ihre Diva Momente (für die sie sich dann gleich entschuldigt), wirkt aber ansonsten sehr am Boden geblieben. Ihr Vater (Lamar Wyatt) ist ein Großkotz, der nur dann mit seiner Tochter in Kontakt tritt, wenn er etwas von ihr braucht. Ganz nebenbei überzeugt er Teddy (Eric Close – „Without a Trace“) für das Amt des Bürgermeisters von Nashville zu kandidieren, da er sich verantwortlich dafür fühlt, dass seine Familie in finanziellen Nöten ist, was die Sache für Rayna keineswegs leichter macht.

Hayden Pannetiere als Fiesling, wer hätte wohl gedacht, dass das funktionieren könnte. Die zierliche Blondine, die sonst immer als Sonnenschein in der Öffentlichkeit auftritt, fegt mit ordentlich Haar-Extensions über den Bildschirm und man kann gar nicht anders als diese präpotente Göre unsympathisch zu finden. Sie hat kein Problem durch Sex an Dinge zu kommen, die sie unbedingt haben will. So vernascht sie in der ersten Folge gleich 2 Männer, von denen einer leicht ihr Vater sein könnte. Um dem Zuseher wenigstens einen Hauch von Sympathie für Juliette abzuringen, hat sie eine drogensüchtige Mutter verpasst bekommen.

Dann gibt es da noch Scarlett (Clare Bowen), deren Gedichte im Lauft des Piloten vertont werden und den Zuseher einen beinahe magischen Moment genießen lässt.

Im Piloten der Serie ist der gesamte Handlung sehr auf Rayna fokussiert, dadurch kommen vor allem die männlichen Charaktere ein wenig kurz. Meinem Erachtens nach schauen sich die Männer teilweise auch sehr ähnlich, daher ist es teilweise schwer, der Handlung zu folgen. Am meisten Aufmerksamkeit bekam Raynas Band-Leader, Deacon Claybourne (Charles Esten), der offensichtlich in Rayna verliebt ist, die aber mit einem anderen Mann verheiratet ist.

Die Handlung ist nicht gerade originell und hat sich ordentlich an dem (eher enttäuschenden) Film „Country Strong“ bedient, in dem Gwyneth Paltrow einen Country Star spielt, der nicht damit fertig wird, dass ihr der Nachwuchs (gespielt von Leighton Meester) langsam aber sicher den Rang abläuft. Sicher, Gwyneths Rolle hat mehr Drama, vor allem weil sie sich hauptsächlich von Alkohol ernährt und auch anderen sagen wir Genussmitteln nicht abgeneigt ist.

Wer Country Musik mag, kann und soll sich „Nashville“ nicht entgehen lassen. Wer mit Musik-Shows nichts anfangen kann, sollte einen Bogen um „Nashville“ machen.

„Nashville“ bekommt von mir 7/10 authentisch wirkenden Punkten.


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