Underworld: Awakening 3D (Filmkritik)

In der nahen Zukunft haben die Menschen festgestellt, dass Vampire und Lykaner existieren. Ein erbarmungsloser Genozid, mit dem Ziel beide Rassen auszulöschen, war die Folge. Zu dieser Zeit wird die Todeshändlerin Selene (Kate Beckinsale) gefangen genommen. Mehr als ein Jahrzehnt später erwacht sie aus ihrem Kälteschlaf und stellt fest, dass sie eine Gefangene des mächtigen Biokonzerns Antigen war, der mit Hilfe ihres genetischen Materials einen Impfstoff gegen das Vampir/Lykaner-Virus erschaffen will. Dem nicht genug, hat sie während ihrer Gefangenschaft eine Tochter (India Eisley) zur Welt gebracht, die es zu beschützen gilt.

Underworld Awakening Film Kate Beckinsale

Aller guten Dinge sind also doch vier – so scheint es in diesem Fall zumindest. Nach dem Erfolg des ersten Underworld-Films im Jahre 2003 hat man es zum dritten Male geschafft, mit einem Abstand von jeweils drei Jahren eine Weitererzählung der Geschichte auf die Leinwand zu bringen. Während jedoch der letzte Teil „Underworld: Rise of the Lycans“ einen Blick zurück in die Vergangenheit wirft, spielt der aktuell vierte Teil in der Zukunft. Dabei ist der neue Feind dann doch irgendwie wieder der alte.

Die Regie bei diesem Film führte das schwedische Duo Måns Mårlind und Björn Stein. Die beiden haben aber nicht, wie man es erwarten könnte, zusammengearbeitet, sondern sich täglich abgewechselt. Diese Art der Arbeitsteilung klingt im ersten Moment komisch, sorgt jedoch im zweiten für ein Quäntchen mehr Elan bei allen Beteiligten, was sich zum Teil auch beim Sehen des Filmes bemerkbar macht.

Wie bei allen Fortsetzungen stellte sich hier die Frage nach der optimalen Inszenierung. Erzählt man immer dieselbe Geschichte stellt sich beim Zuseher schnell die Langeweile ein, ändert man zu viel, stößt man vielleicht die Fans des Franchise vor den Kopf. In „Underworld Awakening“ hat man versucht einen Mittelweg zu finden, was auf der Leinwand in der Regel gut funktioniert – und das trotz der recht zahlreichen Änderungen.

Der Film distanziert sich dieses Mal von der mythologischen Grundgeschichte der Vampire bzw. Lykaner und bringt beide in die Welt der Menschen von morgen. Trotz vieler guter Ideen hat das zur Folge das die Geschichte diesmal etwas zahnloser wirkt als sonst. Neben der bekannten düsteren Optik ist auch der in der Underworld-Reihe erstmalige Einsatz modernster 3D-Technik auffallend.

Hier wurde (im Gegensatz zu anderen Produktionen) direkt in hochauflösendem stereoskopischen 3D gedreht. Zwar profitiert nicht der gesamte Film davon, dennoch sehen vor allem die actionlastigen Szenen unglaublich bildgewaltig aus. Damit der Zuschauer die Übersicht nicht verliert, ist die Kamera dieses Mal etwas näher am Geschehen, was aber auch zur Folge hat, dass der Film etwas kleiner wirkt als seine Vorgänger. Wie immer wird die Action sehr groß geschrieben.

In „Underworld Awakening“ hat man augenscheinlich versucht die Messlatte dafür noch ein Stück weiter nach oben zu verschieben. Dem nicht genug ist der Film auch brutaler als seine Vorgänger, was aber einfach zu erklären ist. Einerseits ist Selene natürlich alles andere als glücklich über ihre langjährige Gefangenschaft, andererseits gilt es die eigene Tochter zu beschützen und für die fährt sie schon einmal die sprichwörtlichen Krallen aus. Als wiederkehrendes Element darf natürlich auch ein übermächtiger Gegner nicht fehlen – dieses mal ein vier Meter größer Über-Lykaner der wirkt, als wäre er auf Steroide und würde Vampire zum Frühstück essen.

Kate Beckinsale musste zweimal darüber nachdenken, ob sie noch einmal in die Rolle der Selene und ihren hautengen Latexanzug schlüpfen sollte – hat es dann aber doch getan. Da es gilt die eigene Tochter zu beschützen zeigt Selene eine mütterliche, beschützende Art ohne auch nur für einen Moment weich zu werden (habe ich schon erwähnt dass es eine schlechte Idee ist, sich mit einer Vampir-Mutter anzulegen?).

Die Newcomerin India Eisley kann als Selenes Tochter überzeugen und steht Beckinsale in Bezug auf Leinwandpräsenz um nichts nach. Wer sich wie im Trailer die Frage „Wo ist Michael?“ stellt, dem sei gesagt dass der nur kurz zu sehen ist. Zwar war Scott Speedman dieses Mal nicht beteiligt, dennoch ist eine computeranimierte Version seiner Rolle mit von der Partie.

„Underworld Awakening“ ist eine gelungene Fortsetzung und daher eine klare Empfehlung für alle Fans der Filmreihe. Der Film bekommt von mir 7,5/10 Empfehlungspunkte.


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