The Shrine (Filmkritik)

Als ein junger amerikanischer Tramper in Europa vermisst wird (jaja, das böse Europa …) begeben sich drei „Reporter“ auf die Suche nach ihm. In einem kleinen Dorf in Polen wird die Truppe auch beinahe fündig. Zumindest bemerken sie sehr rasch, dass hier etwas Seltsames passiert. Die Einheimischen verstecken ihr Misstrauen und ihre Aggression so gut wie nicht und in einem nicht weit entfernten Waldgebiet scheint eine Nebelwand „zu stehen“. Als Carmen, Sara und Marcus dort ankommen stellt sich heraus, dass das Zentrum dieser Nebelwand eine abartige, heidnische Statue ist, welche auch der Grund dafür zu sein scheint, dass in dem Dorf immer wieder Menschen geopfert werden … auf ziemlich brutale Weise. Allerdings ist nicht alles so, wie es scheint … und während unsere amerikanischen Helden vor dem Teufel flüchten, stellt sich am Ende vielleicht doch noch heraus, dass sie gar nicht die Helden sind …

The Shrine Film

(Wer so eine Statue im Nebel findet, sollte anfangen sich ein wenig Sorgen zu machen.)


Interessanterweise kreuzen sich die Wege von mir und manchen Schauspieler/innen, seit ich mit der „Best Of Worst Case-Reihe“ begonnen habe, immer wieder. Bei „The Shrine“ spielt Meghan Heffern (Sara) mit, welche bereits bei „Insecticidal“ die Hauptrolle spielte. Das freut mich insofern sehr, als das Meghan bei „Insecticidal“ sehr sympathisch rüberkam und es mich einfach immer freut, wenn jemand den Sprung zu „richtigen“ Filmen schafft.

Allerdings kann man die beiden Filme nicht vergleichen, denn „The Shrine“ ist alles andere als ein Trash-Film. Und Meghan hat sich seitdem in eine weit höhere Liega gespielt – da sag noch jemand schlechte Filme können kein Karriere-Sprungbrett sein.

Gleiches für Cindy Sampson (Carmen), die vielen von euch vermutlich aus „Supernatural“ bekannt sein dürfte, genauso wie Aaron Ashmore (Marcus), der ein Gesicht hat, dass man bereits aus „Smallville“ kennt. Allerdings bin ich vorbelastet, da ich Meghan Heffern, genauso wie Cindy Sampson (oder Samatha McLeod – nicht mit dem Highlander verwandt – und nicht in „The Shrine“ dabei), generell gerne in Filmen oder Serien sehe und deshalb in punkto schauspielerischer Leistung vermutlich nicht sehr objektiv bin (aber wer ist das schon).

Die Zutaten bei „The Shrine“ sind eigentlich allesamt altbekannt, ergeben aber – Hut ab – mehr als die Summe ihrer Teile: Die Geschichte kommt einem bekannt vor, die ersten Szenen sind auch genau wie erwartet und eigentlich ist der Film eine Weile lang ziemlich berechenbar und trotzdem ziemlich gut gemacht. Die drei Hauptdarsteller (und auch die Dorfbewohner) spielen absolut fein und man kauft ihnen die ganze Zeit ihre Emotionen ab. Auch sorgt „The Shrine“ durch den Einsatz von Nebel und düsteren Höhlen, unheimlichen Wäldern und sehr seltsamen Einwohnern (inkl. dem obligatorischen kleinen, gruseligen Mädchen) für eine sehr dichte Stimmung. Sicher, wer sich nicht darauf einlässt, der langweilt sich, aber bei dem, was Regisseur John Knautz macht, ist er sehr stilsicher. Und dann gibt es einen Punkt, an dem es unweigerlich ans „WTF?!“ geht und die Geschichte eine dramatische Wendung nimmt, die zumindest ich so nicht kommen gesehen habe. Die jetzt, da ich das verraten habe, nicht mehr ganz so unerwartet ist.

Die Stimmung kommt gut rüber, die Geschichte ist in sich stimmig und am Ende sitzt man vor dem TV, räuspert sich verlegen und fragt sich still, ob man das jetzt kommen gesehen hat, oder nicht. Die Musik und die sehr guten Kameraeinstellungen tun ihr übriges, um den/die geneigten Seher bei der Stange zu halten. Klar fragt man hin und wieder: „Warum, verdammt noch mal, macht ihr das?! Haut doch ab!“ in Richtung Bildschirm, aber die Moviation von Carmen, die Story aufzudecken ist dann doch etwas, dass man nachvollziehen kann – noch dazu, da es ihre letzte Chance ist.

„The Shrine“ ist in vieler Hinsicht angreifbar, bedient sich bei einigen Klischees und ein Twist am Ende macht nicht ganzen Film automatisch toll, das ist richtig. Aber die düstere Grundstimmung, die in schöne Bilder gefangene Bedrohung und die dann – als Kontrast – doch ziemilch heftigen, brutalen Gewaltausbrüche, lassen den Zuseher, sobald er sanft in den Film eingeführt wurde – keine Sekunde Zeit sich zu langweilen.

„The Shrine“ bekommt von mir 8 von 10 Menschen auf dem Altar opfernde Punkte.


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