In the Electric Mist (Filmkritik)

Während der Polizist Dave Robicheaux (Tommy Lee Jones) den Mord an einer jungen Dame untersucht, finden in seiner Gemeinde zeitgleich Dreharbeiten zu einem Bürgerkriegsfilm statt. Die meiste Aufmerksamkeit wird dabei dem aufsteigenden Hollywoodstar Elrod Skyes (Peter Sarsgaard) geschenkt. Prompt wird dieser von Dave betrunken hinter dem Lenkrad seines Wagens erwischt. Elrod will einer Nacht im Gefängnis entgehen und so erzählt er von einer halbverwesten Leiche, die er beim Filmen im Sumpf zufällig entdeckt hat und deren Standort er jederzeit wieder finden würde.

Dave fühlt sich durch den Toten sofort an einen Mord erinnert, den er als kleiner Junge beobachtet hatte und der nie aufgelöst wurde. Wegen des aktuellen Falles und den damit verbundenen Frauenmorden konzentriert er seine Ermittlungen jedoch vorerst auf seinen früheren Freund Julius Balboni (John Goodman), der Verbindungen zur Mafia zu haben scheint. Als Dave kurze Zeit später bei einer Party LSD in seinen Drink gemixt wird, hat er eine Vision von einem berühmten, längst verstorbenen General, der seine Hilfe bei der Mörderjagd anbietet. Dave kann auch wirklich jede Form von Unterstützung brauchen die er bekommen kann, denn bald wird nicht nur sein Partner tot aufgefunden, sondern auch auf sein Leben scheint es der oder die Täter abgesehen zu haben.

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In the Electric Mist ist die Verfilmung eines Mysterieromans des amerikanischen Autors James Lee Burke. Die in Burkes Büchern mehrmals auftretende Figur des Polizisten Dave Robicheaux, wurde 1996 im Film „Heaven´s Prisoners“ bereits von Alec Baldwin gespielt. Die gealterte Version des abgebrühten Gesetzeshüters darf nun Tommy Lee Jones verkörpern, der den gesamten Film gekonnt auf seinen stoisch coolen, faltigen Schultern trägt.

Die sehr elegische Erzählweise passt perfekt zur gezeigten Südstaatenatmosphäre. Hier passiert nicht viel, für Spannung sorgen hin und wieder der einheimische König der Ganoven oder der sporadische Besuch einer Filmcrew, die die idyllische Landschaft als Kulisse ausnutzen wollen. Neben den gesprochenen Akzenten und der gut gewählten Filmmusik ist es dann auch vor allem die Natur, die den Zuseher schnell in diese uns fremde Gegend eintauchen lässt. Hier laufen die Uhren einfach noch etwas langsamer.

Tommy Lee Jones zeigt hier wieder mal, dass es nur sehr wenige gibt, die es mit ihm in Sachen Altersweisheit und souveränen Auftreten aufnehmen können. Seine Darstellung des erfahrenen Polizisten und Exalkoholikers, der das Gesetz auch hin und wieder einmal dehnt, wenn er es mit seinem Gewissen vereinbaren kann, ist ziemlich interessant geworden. Vor allem die ambivalenten Gefühle die seine Aktionen im Verlaufe des Filmes beim Betrachter auslösen, bringen einiges an Spannung.

John Goodman darf hier seine schleimig prollige Ader ausleben, recht viel unsympathischer hätte er wohl nicht rüberkommen können. Peter Sarsgaard spielt den ständig betrunkenen, mit seinem Erfolg nicht zurecht kommenden Star mit viel Spielfreude, man muss ihn einfach gerne haben, auch wenn er ständig Blödsinn macht und sich in peinliche Situationen bringt. Die restlichen Schauspieler machen ihre Sache ebenfalls gut, wobei immer klar bleibt, das dies eigentlich eine „Ein-Mann-Show“ ist.

Die übernatürliche Ebene des Filmes mit den Geistern der Kriegsveteranen finde ich hier ziemlich überflüssig, für die Haupthandlung ändert sich dadurch nicht wirklich etwas. Hätte man hier den Film um eine Ebene erweitern wollen, dann wäre konsequenteres Vorgehen nötig gewesen. Vielleicht konnte man hier aber auch wegen der Buchvorlage nicht anders vorgehen.

Insgesamt also ein sehr eigener Film, mit ziemlich langsamen Tempo, einem alles überragenden Hauptdarsteller und einer eigenständigen Kulisse, die das ganze Geschehen zusammenhält. Ein ruhiger Sonntag-Vormittag Film könnte man sagen, ohne echte Höhepunkte aber auch ohne Stellen, bei denen man sich wirklich ärgern müsste.

In the Electric Mist bekommt von mir 6/10 mysteriös geisterhafte Empfehlungspunkte.


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