Whiteout (Filmkritik)

U.S. Marshal Carrie Stetko (Kate Beckinsale) hat sich nach einem schiefgelaufenen Einsatz auf einen Außenposten mitten in der Antarktis versetzen lassen, um sich mit ihrer jobbezogenen Sinnkrise auseinandersetzen zu können. Über zwei Jahre lebt sie nun schon mitten in der Eiswüste, ihre Arbeit verläuft ruhig und oft auch langweilig. Gerade als ihre Abreise bevorsteht, finden sie und ihr guter Freund Dr. John Fury (Tom Skerritt) eine enstellte Leiche im Schnee. Schnell wird klar, das es sich hier um Mord handelt.

Gerade als Carrie noch überlegt ob sie den Fall abgeben wird oder ihren Instinkten doch vertraut und der Sache selber nachgehen soll, taucht der für die UNO arbeitende Agent Robert Pryce (Gabriel Macht) auf, der ebenfalls Interesse an dem ersten Mord, der jemals in der Antarktis verübt wurde, zeigt. Nach kleineren Startschwierigkeiten raufen sich Carrie und Robert schliesslich zusammen, wollen den Fall gemeinsam lösen und kommen dabei sehr bald dahinter, dass hinter der Geschichte viel mehr steckt als nur ein einfacher Mord.

Whiteout Film Kate Beckinsale Eyes

Als Whiteout wird die Helligkeit beschrieben, die bei schneebedecktem Boden und gedämpftem Sonnenlicht (z.b. durch Nebel) beobachtet werden kann. Es kommt dann aufgrund der starken diffusen Reflexion des Sonnenlichts zu einer sehr starken Kontrastverringerung, das heisst die empfundenen Helligkeitsunterschiede sind sehr gering. Das hat ein Verschwinden des Horizontes zur Folge, Boden und Himmel gehen nahtlos ineinander über. Es sind auch keine Konturen oder Schatten mehr erkennbar, der Beobachter hat das Gefühl, sich in einem völlig leeren, unendlich ausgedehnten grauen Raum zu befinden.

Soweit zum titelspendenden Namen des Filmes, der auf einem Graphic Novel basiert.
Regie führte Dominic Sena, der zuvor bereits für den Killerthriller „Kalifornia“ mit Brad Pitt, den Autoklauactionfilm „Nur noch 60 Sekunden“ mit Nicolas Cage und den Cyberterroristenthriller „Passwort: Swordfish“ mit Hugh Jackman verantwortlich war.

Die Hauptrolle übernahm Kate Beckinsale, die ja gerade vom Esquire Magazin zur „Sexiest Woman 2009“ gewählt wurde. Ob sie daher mit einer für die Handlung völlig unnötigen und eigentlich unpassenden Duschszene in die Filmhandlung eingeführt wird, dass müsste man wohl Regisseur Sena oder seine Produzenten fragen.

Das Problem von Whiteout ist aber eigentlich ein anderes, obwohl man dies nicht als Problem sehen muss. Alles hier hat man nämlich genauso oder abgewandelt schon irgendwo anders mal gesehen. Der Cop der an seinen Fähigkeiten zweifelt und sich daher vor seinen eigenen, inneren Dämonen versteckt, eigentliche Freunde sind Verräter in den eigenen Reihen, ein Schlusstwist der eigentlich keiner ist usw.

Warum ich trotzdem gut unterhalten wurde liegt vor allem an drei Dingen. Erstens ist die Kulisse wirklich beeindruckend, die Schönheit der Schnee und Eislandschaften und die von ihnen ausgehenden Gefahren sind förmlich für den Zuseher spürbar. Sowas will man gerne beobachten aber sicher nicht fühlen, so erfrorene Körperteile die amputiert werden müssen, kann man nun wirklich nicht brauchen.

Zweitens ist die Inszenierung wirklich professionell und Dominic Sena weiss genau was er tun muss, um für Spannung zu sorgen. Man ist sich zwar immer sicher, dass Carrie Stetko nie ins diesem Film sterben würde, aber ein paar Finger könnte sie doch verlieren und das gönnt man ihr als Zuseher sicherlich nicht.

Was mich zum dritten positiven Punkt bringt: Kate Beckinsale. Sie macht ihre Sache richtig gut, wirkt hart und zerbrechlich, unnahbar und nähesuchend zugleich und schafft es mit Charme und der dazugehörigen Leichtigkeit, den Film auf ihren zarten Schultern zu tragen.

Unterstützt wird sie dabei von einem väterlich agierenden Tom Skerrit, einem als Love Interest angedeuteten Gabriel Macht (er war übrigens hinter der Maske von „The Spirit“; er ist zwar ein hübsches Kerlchen aber von seinen Schauspielkünsten muss er mich erst noch überzeugen) und einem machomäßig unsympathischen Alex O’Loughlin (dem Vampir aus der Moonlight Serie), der wohl bald auch den Durchbruch als Kinoschauspieler schaffen wird.

Insgesamt also ein Film, der nichts Neues liefert und für Menschen die viele Filme sehen ziemlich vorhersehbar ist, mich aber trotzdem auf eine fast altmodische Weise und mit toller, moderner Optik gut unterhalten konnte.

Der Film konnte übrigens in Amerika nicht einmal die Hälfte seiner Kosten wieder einspielen (also wieder mal kein Kinostart bei uns) und es wurde viel schlecht über den Film geredet, angeblich auch, weil der Trailer eine übernatürliche Handlung vermuten lässt die der Film aber gar nicht enthält. Verdient hat er die ganzen negativen Meldungen meiner Meinung nach aber nicht.

Whiteout bekommt von mir 6/10 eiskalt schneeweisse Empfehlungspunkte.


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